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Börsentelegramm

Weizenpreise auf 8-Monatstief gefallen

Ähren und Preiskurve
am Freitag, 15.02.2019 - 11:52

Die Weizenpreise sind am Donnerstag am europäischen Terminmarkt auf den tiefsten Stand seit acht Monaten gefallen.

Gleichzeitig rutschen die Kurse erstmals seit Juli vorigen Jahres deutlich unter die psychologische Grenze von 200 Euro. Auch der Raps musste am Donnerstag Federn lassen. Hier fielen die Preise unter die Marke von 365 Euro/t auf ein 2-Monatstief. Im Sog der fallenden Weizen und Rapspreise sackte auch auch der Maiskontrakt auf den tiefsten Stand seit 4 Monaten.

Auslöser für die heftige Preiskorrektur in Europa war der scharfe Preisrückgang in den USA. Dort hatten die ersten offiziellen Exportzahlen bei Weizen und Sojabohnen nach dem Shut-Down die Märkte massiv enttäuscht und für heftige Reaktionen bei den Anlegern und den Investoren gesorgt.

Der Weizenkontrakt an der CBOT verlor daraufhin am Donnerstag 3 Prozent, für Sojabohnen ging es um 2,5 Prozent nach unten und der US-Mais verlor 1,1 Prozent. Außerdem hat der russische Rubel zuletzt massiv an Wert verloren, was die zuletzt schlechtere Wettbewerbsfähigkeit von russischem Weizen am Weltmarkt wieder spürbar verbesserte.

Weizenpreise fallen unter 200 Euro

Die Weizenpreise haben im Verlauf deutlich nachgegeben und sind auf den tiefsten Stand seit Juli 2018 gefallen. Der vordere Märztermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel nur noch bei 198,25 Euro. Das waren 3,0 Euro weniger als am Vortag und 5,0 Euro weniger als eine Woche zuvor. Der nachfolgende Maikontrakt 2019 wurde am Donnerstag mit 199,50 Euro notiert. Für die neue Ernte 2019 (September) lagen die Kurse nur noch bei 183 Euro.

Am deutschen Kassamarkt hatten sich die Preise zunächst noch behauptet. Die niedrigeren Terminmarkpreise dürften jedoch auch beim Kassahandel für Korrekturen sorgen. Am Donnerstag wurde der Brotweizen am Exporthafen Hamburg jedenfalls noch mit 209 Euro notiert. 

Vom wichtigsten französischen Handelsplatz Rouen meldete man für den dort angelieferten Brotweizen am Donnerstag nur noch Preise von 193 Euro/t. Das waren 3 Euro weniger als am Vortag und 5 Euro weniger als zum Beginn der Woche.

Maispreise geraten unter Druck

Die europäischen Maispreise sind die Weizenpreise nach unten gefolgt. Auch in den USA hatten der Mais mit den übrigen Getreidepreisen Federn gelassen. Neben den schwächeren US-Preisen sorgte eine Aufwärtskorrektur der aktuellen argentinischen Maisernte für zusätzlichen Druck.

Der vordere Märzkontrakt für den MATIF-Mais notierte am Donnerstag bei 175 Euro. Das waren nochmals 0,25 Euro weniger als am Vortag und zugleich der niedrigste Preis seit 4 Monaten. Der nachfolgende Junitermin 2019 beschloss den Handel am Freitag bei 177 Euro. Für die neue Ernte 2019 (November) gaben die Kurse am Donnerstag auf 171 Euro/t nach.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais zur Auslieferung im Februar mit 183 Euro notiert. Für die Auslieferung im April lagen die Preisforderungen bei 184 Euro. Im Südwesten wurde Mais ab Station unverändert mit 176 bis 178 Euro notiert. Fob-Oberrhein lagen die Preise zwischen 176 Euro und 177 Euro/t.

Rapspreise fallen unter 365 Euro

Die Rapsreise sind auf ein 2Monatstief gefallen. Grund waren die deutlich nachgebenden  Sojapreise. Der Maikontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am Donnerstag nur noch bei 364,75 Euro/t. Im Vergleich zum Vortag war dies ein Rückgang von 3,25 Euro. Die Vorwochenpreise wurden um 8,25 Euro verfehlt. Äußerem sind sind dies die niedrigsten Preise seit zwei Monaten.

Für die neue Ernte 2019 (August) lagen die Kontraktpreise am Donnerstag nur noch bei 362,25 Euro und damit deutlich unter den vorderen Preisen.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde Raps am Donnerstag mit 370 Euro notiert. In Mannheim lagen die Kurse bei 375 Euro und am Mittelandkanal bei 369 Euro. Heute dürften die Preise weiter nachgeben. 

Anhaltender Kursrutsch bei Futtergerste

Die Preise für Futtergerste stehen in Deutschland bereits seit geraumer Zeit unter Druck. Am Hamburger Exporthafen lagen die Preisangebote am Donnerstag nur noch bei 188 Euro/t. Das waren 14 Euro weniger als vor einer Woche als die Gerste noch für 202,50 Euro gehandelt wurde.

Futterweizen notierte in Hamburg am Donnertag noch bei 207 Euro und damit eben 19 Euro teurer als Gerste. Hier dürfte die Preis jedoch heute ebenfalls nachgeben. In Südoldenburg wurden für Futterweizen zur Anlieferung im Februar am Donnerstag noch mit 216 Euro geboten.

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