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Börsentelegramm

Weniger Geld für Weizen und Raps

am Donnerstag, 27.12.2018 - 11:42

In der Weihnachtswoche sind die Preise für Getreide und Ölsaaten unter Druck geraten.

In den USA gab es insbesondere beim Sojakomplex kräftige Abschläge. Das drückte auch die Rapspreise in Europa und Kanada mit nach unten. Eine Ursache für die Preisschwäche bei Sojabohnen war die sehr hohe Prognose zur Aussaat und kommenden Ernte von Sojabohnen in Südamerika.

Daran konnten auch die zwischenzeitlichen (Mitte Dezember) sehr großen Einkäufe Chinas von US-Bohnen nichts ändern. Für mächtigen Preisdruck sorgte hingegen der dramatische Preisverfall am Rohöl- und Energiemarkt. Dieser führte bei allen Pflanzenölen sowie bei Ethanol zu starken Preisabschlägen.

Am Weizenmarkt richtet sich die Aufmerksamkeit von Händlern und Exporteuren weiterhin auf die Aktivitäten Russlands. Die Erwartungen vieler Analysten auf eine Exportregulation durch die russischen Behörden haben sich bislang nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die Russen exportierten weiterhin große Mengen Weizen und Gerste und bestimmen die globalen Weizenpreise. Bis zum 20. Dezember hat Russland 22,6 Mio. t Weizen exportiert. Das waren knapp 13 Prozent mehr als im vorigen Jahr.

Der Euro hat sich zuletzt erholt. Am heutigen Donnerstag beginnt der Handel erneut etwas fester bei 1,144 USD. Die Rohölpreise (WTI) sind zeitweise auf von 42,44 USD je Barrel abgestürzt. Am heutigen Donnerstag wird Rohöl zunächst mit 45,0 USD je Barrel gehandelt.

Weizenpreise wieder etwas schwächer

Weizen Matif

Die Weizenpreise waren vor Weihnachten zweitweise auf den höchsten Stand seit Anfang Oktober geklettert. Unter dem Druck der schwächeren US-Preise und der ebenfalls etwas nachgebenden russischen Exportpreise konnte dieses hohe Niveau nicht gehalten werden. Auch der zuletzt deutlich festere Euro sorgte speziell bei den französischen Exporteuren für Preiskorrekturen.

Der vordere Märztermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel zuletzt bei 205 Euro/t. Das war ein Abschlag von 2,50 Euro gegenüber der Preisspitze der Vorwoche. Der nachfolgende Maikontrakt 2019 wurde mit 206,50 Euro notiert. Für die nächste Ernte 2019 (September) lagen die Kontraktpreise am Montag relativ stabil bei 190,25 Euro.

Am deutschen Kassamarkt sind die (nominellen) Preise zuletzt ebenfalls etwas zurückgegangen. Am Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am 21. Dezember mit 206 Euro/t notiert. Das waren 3 Euro weniger als in der Woche zuvor.

Der wichtigste französische Handelsplatz Rouen meldete diese Woche für den dort angelieferten Brotweizen Preise von 202 Euro/t. Das war 1 Euro weniger als in der Vorwoche.

Am heutigen Donnerstag beginnen die Weizenpreise den Handel an der MATIF leicht im Minus bzw. knapp behauptet. Der Märztermin 2019 wird zu Handelsbeginn mit 204,50 Euro notiert und damit 0,50 Euro niedriger als am Vortag.

Mais nur wenig verändert

Mais Matif

Die europäischen Maispreise sind am Terminmarkt zuletzt leicht gestiegen. In den USA haben sich die Kurse trotz der schwächeren Ethanolpreise behauptet. Das hat auch den europäischen Markt gestützt. Der festere Euro verbilligte jedoch die ohnehin günstigen Importe aus der Ukraine und verhindert damit einen weiteren Preisanstieg.

Der vordere Januarkontrakt für den MATIF-Mais notierte am Mittwoch bei 178,50 Euro. Das waren zwar 0,25 Euro mehr als am Vortag und zugleich 1,50 Euro mehr als eine Woche zuvor. Der nachfolgende Märztermin 2019 beschloss den Handel am Mittwoch bei 180 Euro. Das war ein Plus von 2,50 Euro zur Vorwoche. Für die nächste Ernte 2019 (November) lagen die Kontraktpreise bei 176,50 Euro.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais zur Auslieferung im Dezember mit 181,50 Euro notiert und damit 0,50 Euro höher als in der Woche zuvor. Für die Auslieferung im Januar lagen die Preisforderungen bei 179,50 Euro.

Im Südwesten wurde Mais ab Station mit 177 bis 179 Euro notiert und fob-Oberrhein zwischen 177 Euro und 178 Euro/t.

Am heutigen Donnerstag geben die Maispreise an der MATIF leicht nach. Der vordere Januartermin wird gegen Mittag mit 177,75 Euro notiert. Das ist ein Minus von 0,50 Euro.

Raps findet weiter keinen Halt

MATIF Raps

Die Rapsreise haben in den letzten Handelstagen nachgegeben. Grund war der kräftige Rückgang der Sojanotierungen und der extrem schwache Rohölmarkt. Die Palmölpreise sind ebenfalls wieder zurückgegangen. Auch die drastisch reduzierten Aussaatflächen in Deutschland und Frankreich konnten den Preisrückgang nicht stoppen.

Der Februarkontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am Mittwoch bei 362,75 Euro/t. Im Vergleich zur Vorwoche war dies ein Rückgang von fast 8 Euro. Der nachfolgende Maitermin wurde mit 363 Euro notiert. Das waren im Wochenvergleich 9 Euro niedrigere Kurse. Für die nächste Ernte 2019 (August) lagen die Kontraktpreise ebenfalls nur bei 361,50 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg wurde Raps zuletzt mit 361 Euro notiert. In Mannheim lagen die Kurse bei 366 Euro und am Mittellandkanal bei 360 Euro. Das waren etwa 8 Euro niedrigere Preise als in der Vorwoche.

Am Donnerstag geben die Rapspreise an der MATIF erneut nach. Der Februartermin wird gegen Mittag mit 361,75 Euro notiert und damit 2,0 Euro schwächer.

Futtergerste stabil, Futterweizen billiger

Nach unten ging es zuletzt mit den Preisen für Futtergerste. Am Hamburger Exporthafen lagen die Preisgebote am Freitag bei 207 Euro/t. Das war eben so viel wie in der Woche zuvor. Für die Anlieferung im Januar wurden 208 Euro geboten.

Futterweizen notierte in Hamburg am Freitag bei 204 Euro und damit 3 Euro niedriger als in der Woche zuvor und 3 Euro billiger als Gerste. In Südoldenburg wurden für Futterweizen zur Anlieferung im Dezember 213 Euro offeriert. Das waren 3 Euro weniger als vor einer Woche.