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Rindfleischmarkt

Argentinien: Exportstopp soll Rindfleischpreise dämpfen

Gaucho mit Rindern vor dem Vulkan Lanin
am Mittwoch, 19.05.2021 - 11:55 (Jetzt kommentieren)

In Argentinien hat die Regierung einen Exportstopp für Rindfleisch angeordnet. Sie will die rasant gestiegenen Rindfleischpreise dämpfen. Dagegen protestieren die Rinderhalter im Land. Auswirkungen auf den Weltmarkt sind wahrscheinlich.

Die argentinische Regierung will mit dem auf 30 Tage befristeten Ausfuhrverbot die Inflation im Land bekämpfen. Argentinien hat aktuell eine der weltweit höchsten Inflationsraten, die Preise stiegen im April im Vorjahresvergleich um 46,3 Prozent. Der Preis für Rindfleisch stieg sogar um fast zwei Drittel. Wenn mehr Rindfleisch für den Inlandsmarkt zur Verfügung steht, werden die Preise fallen, so das Kalkül der Regierung von Präsident Alberto Fernández.

Die Rinderhalter wollen auf Exporteinnahmen aber nicht verzichten. Allein im März verkauften die argentinischen Bauern Rindfleisch im Wert von rund 225 Millionen US-Dollar ins Ausland. Hauptabnehmer sind China, Israel, Chile und Deutschland.

Rinderhalter wollen Vermarktung komplett aussetzen

Die argentinischen Rinderhalter haben darum nun einen totalen Verkaufsstopp beschlossen. Damit wollen sie gegen das von der Regierung verhängte Exportverbot protestieren. Vom 20. bis 28. Mai soll in Argentinien überhaupt kein Rindfleisch mehr verkauft werden, kündigte der Agrarverband CRA am Dienstag (18.5.) an.

Rindfleisch besitzt in Argentinien einen hohen Stellenwert. Zwar sank der Pro-Kopf-Verbrauch in den vergangenen Jahren deutlich. Mit rund 50 kg pro Person und Jahr gehören die Argentinier aber noch immer zu den größten Rindfleischessern der Welt. Zum Vergleich: In Deutschland lag der Pro-Kopf-Verbrauch zuletzt bei knapp 10 kg.

Wie reagiert China als Hauptkunde der Argentinier?

Argentinien rangiert unter den Top 5 der weltweit größten Rindfleischexporteure. Seit 2015, als die Regierung hohe Ausfuhrzölle und andere Exportauflagen aufhob, ist der Exportanteil an der argentinischen Rindfleischerzeugung von 7 auf 25 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Rindfleisch macht etwa fünf Prozent der gesamten Exporte Argentiniens aus.

Fast drei Viertel der Rindfleischexporte Argentiniens gingen im vergangenen Jahr nach China. Da die Volksrepublik eine riesige Eiweißlücke durch Einfuhren füllen muss, erwarten Marktbeobachter eine sofortige Reaktion Chinas auf den Lieferausfall und Rückwirkungen auf den Weltmarkt.

Mit Material von dpa, MLA
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