Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Schweinemarkt und Schweinepreise

ASP-Ausbruch ändert Marktlage nicht – Schweinehalter trotzdem in Not

schweine.
am Montag, 19.07.2021 - 12:33 (Jetzt kommentieren)

Der ASP-Ausbruch in drei Hausschweinebeständen ändert die Marktlage nicht. Die ISN ruft auf, nicht in Panik zu verfallen! Doch Schweinehalter machen seit Monaten massive Verluste.

schweinepreise.

In Brandenburg wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) in der vorigen Woche in drei Hausschweinbeständen festgestellt. Es handelt sich um einen Bio-Betrieb und zwei Kleinst-Haltungen. Über die bestehenden Sperrzonen wegen ASP bei Wildschweinen (Kerngebiete, gefährdete Gebiete, Pufferzonen) hinaus, wurden um die betroffenen Betriebe Schutzzonen und Überwachungszonen eingerichtet. Die Veterinärämter vor Ort führen die Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung durch.

Das FLI unterstützt die epidemiologischen Untersuchungen. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Deutschland (ISN) ruft alle Landwirte dazu auf, nicht in Panik zu verfallen. Die betroffenen Betriebe liegen innerhalb der bisher schon bestehenden Restriktionszonen in Brandenburg und sind bereits geräumt worden.

Die ISN betont ausdrücklich dass sich die Lage für die deutschen Schweinehalter nicht gravierend verändert hat. „Schlachtunternehmen und Fleischeinkäufer dürfen jetzt nicht mit vorgeschobenen Argumenten Preisdruck auf den Schweinemarkt ausüben“ heißt es.  

Auf der Auktion der ISN am vorigen Freitag war jedenfalls keine negative Preisreaktion auf die ASP-Fälle in Brandenburg zu erkennen – im Gegenteil. Dort war Auktionspreis um 2 Cent auf 1,47 Euro je kg Schlachtgewicht gestiegen – nachdem es in der Auktion davor noch um 4 Cent nach unten ging. Außerdem wurden alle angebotenen Schweine auch gehandelt.

Keine Änderung der Marktlage - Regionalisierungsprinzip wirkt

ferkelpreise.

Die Regionalisierung in der EU und damit die Möglichkeit des innergemeinschaftlichen Handels mit Schweinen und Schweinefleisch besteht nämlich weiter fort, da die betroffenen Hausschweinbestände in denselben Regionen wie die bisherigen ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen liegen.

Die brandenburgische Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher teilte außerdem mit, dass nach der Ursache für den Eintrag in die Schweinebestände gesucht werde. Die dafür notwenigen Ermittlungen sind eingeleitet worden.

Der Geschäftsführer der ISN, Dr. Torsten Staack, sagt: „Mit Blick auf den Markt ist Deutschland durch die ASP beim Wildschwein für den Schweinefleischexport in viele Drittländer ohnehin gesperrt. Auf europäischer Handelsebene greift weiterhin das Regionalisierungsprinzip, wodurch sich aktuell keine Veränderungen für die deutschen Absatzmärkte in der EU ergeben.

Zudem ist das Schlachtschweineangebot hierzulande äußerst niedrig. Es befindet sich auf dem Niveau von dem Jahr 2007, also einem geradezu historischen Tiefststand," sagt Staack weiter.

Schweinehalter tief in den roten Zahlen

Das Problem am Schweinemarkt ist offenbar ein ganz anderes. Wenn man einmal auf die letzten VEZG-Notierung und die Hauspreise der Schlachter schaut. Seit Monaten machen Schweinemäster und Ferkelerzeuger Verluste und  nun sind die Preise unter dem Druck der roten Seiten auf das Niveau der Hauspreise gedrückt worden.

Nach Berechnungen der ISN machen die deutschen Schweinhalter derzeit einen Verlust von 30 bis 40 Euro je Tier. Die Schweinepreise befinden sich schon seit letztem Jahr – spätestens seit dem Preisrutsch im September unterhalb eines kostendeckenden Niveaus, betont die ISN. Auf der anderen Seite steht die die massive Verteuerung von Futtermitteln und der steile Anstieg der übrigen Agrarkosten.

Ebenso wie die Mäster sind natürlich auch die Ferkelerzeuger betroffen. Da die Einstallbereitschaft der Mäster angesichts so niedriger Schweinepreise deutlich zurückgegangen ist, befinden sich auch die Ferkelpreise auf einem desaströsen Niveau von zuletzt  nur noch 36 Euro je Stück, auf dem eine kostendeckende Ferkelerzeugung nicht mehr möglich ist.

Mit Material von ISN - Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands
Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe August 2021
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...