ASP in Deutschland: In Hessen breiten sich die ASP Richtung Osten aus
In den letzten Wochen hat die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland für neue Fälle gesorgt. Erstmals gibt es einen Fall auf der Rheininsel Mariannenaue. In Hessen gibt es inzwischen 590 infizierte Wildschweine.
Im Landkreis Darmstadt-Dieburg herrscht derzeit Alarmstimmung. Anlass dafür ist der Fund eines an der ASP erkrankten Wildschweins. Sorgen bereitet den Behörden insbesondere der Fundort. Entdeckt wurde der infizierte Schwarzkittel im Ortsteil Nieder-Beerbach der Gemeinde Mühltal. Der Fundort liegt östlich der Autobahn A5. Somit handelt es sich um den ersten bestätigten ASP-Fall östlich der Verkehrsader, mit Ausnahme eines Einzelfundes im Sommer dieses Jahres.
Das Areal ist unwegsam. Der Zugang sei, so der Landkreis in einer Pressemitteilung „erheblich“ erschwert. Auch die hohe Populationsdichte bei den Schwarzkitteln bereitet Sorgen. Die Behörden gehen aufgrund der Umstände davon aus, dass die ASP sich nun weiter nach Osten ausbreitet.
18. Dezember 2024: Land Hessen zieht Bilanz - ASP-Ausnahmezustand werde noch andauern
Es sind sechs Monate vergangen, seitdem in Hessen der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beim Wildschwein offiziell bestätigt wurde. Zuletzt kam erstmals ein Fall in der Rheingau hinzu, dass bislang als virusfrei galt.
Jetzt zog das Land Hessen eine Zwischenbilanz und betonte, dass das Land bei der Bekämpfung der ASP weiter entschlossen und schnell handeln werde. Es sei aber auch klar, dass der Ausnahmezustand noch andauern werde. Die Bekämpfung der Tierseuche sei ein Langzeitprojekt und so wie im Rheingau könnten immer wieder neue Fälle, auch außerhalb bekannter Seuchengebiete, auftreten.
Der Tierseuchenkrisenstab des Landwirtschaftsministeriums setzte und setzt viele Maßnahmen wie Einrichtung der Sperrzonen, Kadaversuche mit Hunden und Wärmebilddrohnen oder das Errichten elektrischer und auch fester Zäune um. Das alles passiere in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Landkreisen und kreisfreien Städten, anderen Ländern, den europäischen Behörden und dem Bund.
In der Pressemitteilung vom 15. Dezember 2024 ist zu lesen, dass bis zu dem Zeitpunkt in Hessen 578 positiv auf das Virus getestete Wildschweine gefunden wurden und neun Betriebe ihre Schweinebestände keulen lassen mussten.
| Bundesland | Landkreis | ASP-Fälle bei Wildschweinen | ASP-Fälle in Hausschweinbeständen |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Emmerdingen | 1 | |
| Rhein-Neckar-Kreis | 1 | ||
| gesamt | 1 | 1 | |
| Brandenburg | Barnim | 63 | |
| Cottbus, Stadt | 33 | 1 | |
| Dahme-Spreewald | 82 | ||
| Frankfurt (Oder) Stadt | 638 | ||
| Märkisch-Oderland | 358 | 2 | |
| Oberhavel | 1 | ||
| Oberspreewald-Lausitz | 124 | ||
| Oder-Spree | 977 | ||
| Spree-Neiße | 997 | 1 | |
| Uckermark | 163 | 1 | |
| gesamt | 3.437 | 5 | |
| Hessen | Bergstraße | 262 | 1 |
| Darmstadt (Stadt) | 6 | ||
| Darmstadt-Dieburg | 25 | ||
| Groß-Gerau | 234 | 8 | |
| Rheingau-Taunus-Kreis | 4 | ||
| gesamt | 531 | 9 | |
| Mecklenburg-Vorpommern | Ludwiglust-Parchim | 47 | |
| Landkreis Rostock | 1 | ||
| Vorpommern-Greifswald | 1 | ||
| gesamt | 47 | 2 | |
| Niedersachsen | Emsland | 1 | |
| gesamt | 1 | ||
| Rheinland-Pfalz | Alzey-Worms | 13 | |
| Bad Dürkheim | 1 | ||
| Mainz-Bingen | 44 | ||
| Rhein-Hunsrück-Kreis | 1 | ||
| gesamt | 58 | 1 | |
| Sachsen | Bautzen | 822 | |
| Görlitz | 1.467 | ||
| Meißen | 108 | ||
| gesamt | 2.397 | ||
| Gesamt (Deutschland) | 6.426 | 19 |
Stand der Fallzahlen: 18. Dezember 2024.
Die Zahlen stammen aus dem Tierseuchen-Informationssystem des FLI.
16. Dezember 2024: Sperrzone in Hessen muss ausgeweitet werden
In den Landkreis Rhein-Hunsrück (Rheinland-Pfalz) sorgte ein angeschwemmter Wildschweinkadaver für Aufregung. Nach bangen Tagen die Gewissheit, er trug das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in sich. Da die Experten aber davon ausgingen, dass der Kadaver aus dem rund 100 km stromaufwärts befindlichen aktiven ASP-Gebiet stammt, sahen die zuständigen Behörden von der Einrichtung einer Sperrzone ab.
Anders läuft es jetzt im Rheingau-Taunus-Kreis im Westen Hessens. Dort sind auf der Mariannenaue, einer Rheininsel zwischen dem hessischen Eltville und dem rheinland-pfälzischen Ingelheim drei ASP-Fälle in der Wildschweinpopulation aufgetreten. Jetzt muss die Sperrzone II, die unter anderem Einschränkungen für Jagd und Tierhaltung bedeuten, ausgeweitet werden. So sollen zum Beispiel weitere taktische Elektrozäune ein Ausbreiten in Richtung der Weinberge und des Hinterlandswalds verhindern.
17. November 2024: Neuer Landkreis in Brandenburg betroffen
Bei einem Wildschwein im Landkreis Oberhavel im Norden des Landes Brandenburg wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen. Es ist der erste Fall in diesem Landkreis. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat den Fall bestätigt
Bei dem Tier handelt es sich laut des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) um einen Keiler, der nordöstlich von Gransee verendet aufgefunden wurde. Rund um den Fundort wird nun ein mobiler Wildschutzzaun errichtet und eine großflächige Fallwildsuche durchgeführt. Die Schweinehalter in der betroffenen Region seien aufgefordert, die Biosicherheitsmaßnahmen in ihren Betrieben zu verstärken.
Die Leiterin des Landeskrisenstabs zur Bekämpfung der ASP, Verbraucherschutzstaatssekretärin Dr. Antje Töpfer, sagt, aufgrund der Entfernung des Fundorts zu den infizierten Gebieten geht sie von einer Sprunginfektion aus. Das würde bedeuten, das der Erreger wahrscheinlich indirekt über kontaminierte Gegenstände, Lebensmittel oder Futter weiterverbreitet wurde.
In Hessen wird der Kampf gegen die ASP noch Monate dauern. So teilte das Landwirtschaftsministerium in Wiesbaden laut der afz mit, dass fast täglich positiv getestete Wildschweinkadaver gefunden würden. Laut des Landesjagdverbands in Hessen erreichte das Seuchengeschehen mit 121 neu entdeckten positiven Wildschweinen in Südhessen einen neuen Höhepunkt. Deshalb hat Südhessen jetzt nochmal eine Aufklärungskampagne mit großen Plakaten an Raststätten und Parkplätzen entlang der Autobahnen begonnen.
19. August 2024: Erstmals Hausschweine in Rheinland-Pfalz betroffen
Erstmals sind in Rheinland-Pfalz Hausschweine von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen. Der Erreger wurde bei einem Hausschwein offiziell nachgewiesen. Betroffen ist ein Kleinstbetrieb in Gerolsheim (Kreis Bad Dürkheim). In der nun errichteten Sperrzone befinden sich nach offiziellen Angaben 13 Hausschweine auf insgesamt sieben Betrieben. Aktuell gibt es in den Kreisen Alzey-Worms und dem Kreis Mainz-Bingen insgesamt 34 ASP-Fälle bei Wildschweinen.
12. August 2024: Erster ASP-Ausbruch in Baden-Württemberg
Erstmals wurde bei einem Wildschwein in Baden-Württemberg die Afrikanische Schweinepest (ASP) offiziell nachgewiesen. Das verdächtige Tier wurde in der Nähe von Hembach im Rhein-Neckar-Kreis erlegt und beprobt.
Das Land hat umgehend erste Seuchenbekämpfungsmaßnahmen ergriffen und entsprechende Allgemeinverfügungen erlassen. Unter anderem wurden die Sperrzonen II und I eingerichtet.
9. August 2024: ISN fordert finanzielle Hilfen für Betriebe in ASP-Restriktionszonen
In vielen Bundesländern gelten inzwischen aufgrund der ASP Restriktionen für Schweinehalter. Deshalb fordert die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e. V. Bund und Länder erneut dazu auf, die Schweinehalter finanziell zu unterstützen.
Die ISN spricht sich dafür aus, auch denjenigen zu helfen, die von staatlich auferlegten Restriktionen zur Umsetzung von Quarantänemaßnahmen betroffen sind. Staatliche Beihilfen seien laut der ISN rechtlich möglich, aber politisch scheinbar nicht gewollt.
ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack sagt: "Wenn der Staat und die EU Maßnahmen festlegen, die so umfassend und vor allem lang andauernd sind, dass sie erhebliche wirtschaftliche Schäden für schweinehaltende Betriebe bis hin zur Existenznot verursachen, dann ist auch der Staat in der Pflicht, sich um die so entstehenden Begleitschäden zu kümmern!"
5. August 2024: Weiterer ASP-Fall bei Wildschweinen im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Das ASP-Virus ist bei einem weiteren Wildschwein im Landkreis Darmstadt-Dieburg nachgewiesen worden. Eine Försterin hatte den Kadaver am Dienstag (30. Juli 2024) in einem Waldstück bei Ober-Ramstadt aufgefunden. Eine entnommene Probe wurde zum Hessischen Landeslabor nach Gießen geschickt und am Freitagmorgen als positiv zurückgemeldet. Die Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut steht noch aus.
Aufgrund der geografischen Lage des neuen Fundes inmitten des Landkreises Darmstadt-Dieburg wird es erforderlich, neue Sperrzonen I und II auszuweisen. Der genaue Verlauf wird jetzt in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Darmstadt und den zuständigen Behörden im Landkreis festgelegt. Zudem wird der Landkreis kurzfristig auch eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen.
31. Juli 2024: Afrikanische Schweinepest (ASP) auf weiterem Betrieb in Hessen mit 1.800 Schweinen amtlich festgestellt
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist im Kreis Groß-Gerau (Hessen) in einem weiteren Betrieb amtlich bestätigt worden. Jetzt muss der gesamte Hausschweinebestand des Betriebs in Trebur mit 1.800 Tieren gekeult werden.
Zuvor hatte der Landwirt den zuständigen Behörden den Tod eines seiner Tiere mitgeteilt. Die Untersuchung der daraufhin entnommenen Blutproben bestätigte den Verdacht des ASP-Ausbruchs.
29. Juli 2024: In Hessen sind drei weitere Höfe mit Hausschweinen von der ASP betroffen
In Hessen greift die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiter um sich. Im Kreis Groß-Gerau ist die Tierseuche auf drei weiteren Höfen ausgebrochen. Die betroffenen Landwirte halten laut den hessischen Ministeriums 9, 33 und 158 Hausschweine. Ein Betrieb hält zudem rund 50 Wildschweine im Gehege. Insgesamt sind 250 Schweine betroffen und mussten gekeult werden. Wie das Virus in die Bestände kam, sei derzeit noch nicht geklärt.
Rund 17.000 ha seien bereits von Suchtrupps mit speziellen Kadaversuchhunden und Drohnen abgesucht worden. Bislang wurden dabei 64 positive Fälle entdeckt. Dabei wurde auch erstmals ein totes Wildschwein im Kreis Bergstraße positiv auf die Tierseuche getestet.
Aufgrund der neuen Funde werden die Sperrzonen I und II fortlaufend weiter angepasst. So würden laut des hessischen Landwirtschaftsministeriums große Teile des Landkreises Bergstraße neu aufgenommen, davon betroffen sind auch weitere rund 50 schweinehaltende Betriebe.
Zudem kommt die ASP der baden-württembergischen Landesgrenze immer näher. Erstmals gibt es auch in Baden-Württemberg deshalb Einschränkungen: Teile der Stadt Mannheim und des Rhein-Neckar-Kreises liegen laut Ministerium künftig innerhalb der Sperrzonen I und II.
Rheinland-Pfalz errichtet derzeit einen mobilen Elektrozaun zur Abgrenzung der Kernzone. Bislang wurden in den Landkreisen Alzey-Worms und Mainz-Bingen insgesamt 15 infizierte Wildschweine gefunden.
Angesichts der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gestern den „Zentralen Krisenstab Tierseuchen“ einberufen, um Erkenntnisse zu teilen und ein weiteres Vorgehen zu besprechen. Dazu erklärt Staatssekretärin Silvia Bender unter anderem, dass Hessen und Rheinland-Pfalz hervorragende Arbeit bei der Eingrenzung des Seuchengeschehens leisten würden, das habe auch die EUVET-Mission Anfang Juli bestätigt. Die Ausbreitung aufzuhalten, sei eine Mammutaufgabe und wichtig für die schweinehaltenden Betriebe.
Silvia Bender sagt: "Hier können auch die Bürgerinnen und Bürger Verantwortung übernehmen, indem sie achtsam sind. Im Zweifel reicht schon ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot, denn das Virus kann auch über infizierte Lebensmittel eingeschleppt werden. Wir werden dazu auch eine Informationskampagne neu starten, um Menschen zu sensibilisieren – etwa an Autobahnraststätten gerade jetzt im sommerlichen Reiseverkehr.“
26. Juli 2024: Vier neue Betriebe mit Hausschweinen in Hessen betroffen
Die neuen Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Hessen führen dazu, dass das Landwirtschaftsministerium die betroffenen Gebiete neu abgrenzt:
- Die 100.000 ha umfassende bisherige Restriktionszone wird in eine sogenannte Sperrzone II umgewandelt. Hier gelten ein grundsätzliches Jagdverbot und Vorgaben für die Landwirtschaft bei der Ernte. Ziel ist eine Beunruhigung und Versprengung der Wildschweine zu vermeiden.
- Zusätzlich wird daran angrenzend ein 10 km breiter Streifen als neue Sperrzone I festgelegt. Sie umfasst laut Ministeriums rund 150.000 ha und soll als sogenannte Pufferzone wirken. Die Erweiterung betrifft Teile des Hochtaunus-Kreises, des Rheingau-Taunus-Kreises und des Kreises Bergstraße. Hier wird zur verstärkten Jagd aufgerufen mit dem Ziel die Wildschweinpopulation deutlich zu dezimieren.
Laut des Ministeriums waren die Umbenennung und Neueinrichtung aufgrund der Vorgaben der EU-Kommission nötig. Perspektivisch soll zusätzlich im Kreis Groß-Gerau eine Sperrzone III errichtet werden. Sie soll die aktuell gültigen Schutz- und Überwachungszonen ersetzen, die um Betriebe mit infizierten Hausschweinen gezogen wurden. In einem Radius von rund zehn Kilometern um die Betriebe gelten
- starke Einschränkungen für den Handel mit Schweinefleisch sowie für Schlachtungen
- der Handel mit lebenden Schweinen ist grundsätzlich verboten
- auch Gülle, Mist und benutzte Einstreu darf nicht aus der Zone verbracht werden
25. Juli 2024: Inzwischen vier Hausschweinebestände von ASP betroffen
In Hessen breitet sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) weiter aus. Die tödliche Tierseuche ist in zwei weiteren landwirtschaftlichen Betrieben mit Hausschweinen im Kreis Groß-Gerau ausgebrochen. Insgesamt 178 Schweine mussten gekeult werden.
Das Land Hessen hat angeordnet, dass alle schweinehaltenden Betriebe ihre Bestände täglich auf Krankheitssymptome untersuchen und jede Auffälligkeit dem zuständigen Veterinäramt melden müssen.
19. Juli 2024: Zweiter Ausbruch bei Hausschweinen in Hessen
In Hessen ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) in einem zweiten Schweinebestand ausgebrochen. Nach Angaben des hessischen Landwirtschaftsministeriums hatte ein Landwirt der zuständigen Veterinärbehörde drei tote Schweine gemeldet. Weitere Tiere wiesen Krankheitssymptome auf. Untersuchungen des Landeslabors bestätigten den ASP-Verdacht. Daraufhin mussten 1.100 Schweine gekeult werden.
10. Juli 2024: Erster ASP-Fall bei einem Wildschwein in Rheinland-Pfalz
Nach Hessen ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) jetzt auch im Nachbar-Bundesland Rheinland ausgebrochen: Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat den Verdachtsfall bei einem Wildschwein im Landkreis Alzey-Worms offiziell bestätigt.
Außerdem gibt es des Mainzer Umweltministeriums einen weiteren Verdachtsfall. Im Landkreis Mainz-Bingen wurde in der Restriktionszone, die aufgrund der Fälle in Hessen eingerichtet wurde, ein totes Wildschwein gefunden.
9. Juli 2024: Erster Ausbruch der ASP bei Hausschweinen in Hessen
Erstmals wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Hessen auch bei Hausschweinen nachgewiesen. Wie auf der Seite des Land Hessens zu lesen ist, ist ein Betrieb mit neun Schweinen bei Biebesheim (Kreis Groß-Gerau) betroffen. Bei einem Tier, dass Krankheitssymptome aufwies wurden Blutproben genommen. Das Hessische Landeslabor bestätigte den Verdacht, woraufhin umgehend alle Schweine unter tierärztlicher Aufsicht getötet wurden.
Rund um den Betrieb ist nun eine Schutzzone mit einem 3-km Radius sowie eine Überwachungszone mit einem Radius von 10 km errichtet worden. Hier gelten nun starke Einschränkungen für den Handel mit Schweinen und Produkten aus Schweinefleisch sowie die Schlachtung. So ist zum Beispiel der Handel mit lebenden Tieren grundsätzlich verboten. Gülle, Mist oder benutzte Einstreu darf nicht aus der Zone verbracht werden. Indem Gebiet, das bis nach Rheinland-Pfalz reicht, befinden sich auf hessischer Seite rund 3.500 Schweine.
Auch Rheinland-Pfalz hat jetzt vermutlich seinen ersten ASP-Ausbruch bei Wildschweinen. Dort wurden laut des Landwirtschaftsministeriums ein totes und ein sterbendes Wildschwein in Gimbsheim (Kreis Alzey-Worms) gefunden und beprobt. Bei der ersten Untersuchung wurde das Virus der ASP festgestellt. Das es der erste Fall überhaupt in dem Bundesland wäre, wurde die Probe zur Bestätigung an das Nationale Referenzlabor für ASP, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) geschickt. Das Ergebnis steht noch aus.
16. Juni 2024: Erster ASP-Ausbruch in Hessen
Zum ersten Mal verzeichnet Hessen einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das tödliche Virus wurde in einem Wildschweinkadaver im Landkreis Groß-Gerau nahe Rüsselsheim festgestellt. Um die Fundstelle wurde umgehend eine 15 km-große Restriktionszone eingerichtet. Oberstes Ziel sei es, eine Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern.
5. Juni 2024: ASP-Ausbruch auf einem Mastbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern
Im Landkreis Vorpommern-Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) ist bei Hausschweinen in einem Schweinemastbetrieb die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen. 3.500 Tiere mussten gekeult werden. Vorrübergehend mussten zwei Schlachthöfe, unter anderem Tönnies in Weißenfels, ihren Betrieb einstellen. Zu ihnen waren Schweine aus dem betroffenen Betrieb geliefert worden, kurz bevor die ersten Tiere erkrankten.
Im November 2022 gab es den ersten und gleichzeitig letzten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg. Bis vor wenigen Tagen: Bei fünf Schwarzkitteln wies das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut das Virus nach.
Weitere Verdachtsfälle auf brandenburgischer und sächsischer Seite im Umfeld des Fundorts liegen vor. Deshalb werden die bisher schon geltenden Restriktionen noch mal verstärkt. Zu rechnen sei laut Pressemitteilung des Landkreises zum Beispiel mit verschärften Vorgaben für Jagdausübungsberechtigte und Schweinehalter.
Darüber hinaus sei geplant, den Wildschwein-Schutzkorridor als doppelt eingezäuntes Gebiet entlang der Grenze zu Sachsen weiter zu verstärken. Hier soll konkret die zweite Zaunreihe in Richtung Sachsen, die in Teilen bislang aus Bauzäunen besteht, gegen einen Festzaun ausgetauscht werden, um die Schutzwirkung weiter zu verstärken. Zum Zweck der Gefahrenabwehr hat der Landkreis bislang Wildschutzzäune mit einer Gesamtlänge von 240 Kilometern errichtet.
Stand 03. Februar 2021: neun weitere ASP-Fälle in Brandenburg
In den Landkreisen Spree-Neiße, Oder-Spree und Märkisch-Oderland wurden auch zu Beginn der Woche weitere Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Schwarzwild festgestellt.
Insgesamt neun weitere Fälle der Tierseuche, die sich auf die drei brandenburgischen Landkreise verteilen, konnte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in den Proben der Tiere nachweisen. Damit steigt die Zahl der ASP-Fälle in Brandenburg auf 592 an.
Die deutschen Hausschweinbestände sind weiterhin frei von ASP.
22. Februar 2023: Erstmals Schwarzwild im Stadtgebiet von Cottbus mit ASP infiziert
Bei einem frisch verendeten männlichen Überläufer auf dem Stadtgebiet der kreisfreien Stadt Cottbus, südlich von Gallinchen ist das Virus der Afrikanischen Schweinepest festgestellt worden. Der Fundort befindet sich südlich der A15 innerhalb des bereits bestehenden Kerngebiets 6. Damit ergibt sich keine neue Seuchenlage.
Das zuständige Veterinäramt des Landkreises Spree-Neiße/Stadt Cottbus hat eine flächenhafte und intensive Fallwildsuche mit einem Einsatz von Suchhunden eingeleitet, um das Ausmaß des Seuchengeschehens zu ermitteln.
Nach Angaben der Leiterin des ASP-Krisenstabs, Verbraucherschutzstaatssekretärin Dr. Antje Töpfer, sei das Seuchengeschehen seit Wochen sehr intensiv im Landkreis Spree-Neiße. Gleichzeitig sei der Seuchendruck aus dem Süden und Osten hoch. Durch die Fallwildfunde der letzten Tage habe sich eine Ausdehnung des Seuchengeschehens in Richtung Cottbus abgezeichnet. "Mit dem aktuellen Fall ergibt sich zwar keine neue Lage, da sich der Fund innerhalb des bereits bestehenden Kerngebietes befindet, das entsprechend durch Zäunungsmaßnahmen eingegrenzt wurde. Dennoch ist die Situation ernst, da eine weitere Ausbreitung Richtung Norden unbedingt verhindert werden muss", erklärt sie in einer Presseerklärung der Stadt Cottbus.
Neben der Errichtung von Zäunen sei die vollständige Entnahme des Schwarzwilds aus der gebildeten Weißen Zone wesentlich, um das weitere Ausbreiten der Seuche zu verhindern. Die Mithilfe von Jägern sei dafür unerlässlich. Das Land zahlt für jedes erlegte Wildschwein innerhalb einer ausgewiesener ASP-Restriktionsgebiete eine Aufwandsentschädigung von 150 Euro.
8. November 2022: Erstmals Wildschwein im Landkreis Oberspreewald-Lausitz infiziert
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde erstmals bei Wildschweinen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg nachgewiesen. Jäger erlegten eine Bache in unmittelbarer Nähe zum Landkreis Spree-Neiße in Sachsen. Dort wütet die tödliche Tierseuche inzwischen seit mehr als zwei Jahren. Laut des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg sind die notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen direkt eingeleitet worden. So wurde mit der Errichtung eines mobilen Wildschweinzauns begonnen.
Sachsen kündigte an, einen Schutzkorridor einzurichten, um das Verbreiten der ASP noch effektiver auszubremsen. Dazu müssten die Restriktionsgebiete im Westen geringfügig ausgedehnt werden. Mit der Ausdehnung der Pufferzone (Sperrzone I) um wenige Kilometer werde dies juristisch ermöglicht. Insgesamt würde man so drei dieser zwei Kilometer breiten Korridore schaffen, in denen besonders intensiv nach Fallwild gesucht und der Schwarzwildbestand reduziert werde.
In Brandenburg fand man in der Weißen Zone im Landkreis Oder-Spree erstmals seit März 2022 wieder mehrere Wildschweinkadaver, bei denen das ASP-Virus nachgewiesen wurde. Laut des Landkreises handelt es sich um zwei Bachen und mehrere Frischlinge.
27. Juli 2022: Keine Laufzeitverkürzung der Sperrzone in Baden-Württemberg
Glücklicherweise wurde das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg nicht in andere Schweinehaltungen oder in die Wildschweinpopulation eingetragen. Aufgrund der aktuellen Seuchenlage in Deutschland mit weiteren Ausbrüchen in Niedersachsen und Brandenburg hat die EU-Kommission laut des Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) den Antrag der Bundesrepublik Deutschland für eine Laufzeitverkürzung der Sperrzonen in Baden-Württemberg allerdings abgelehnt.
Somit gelten die ASP-Bekämpfungsmaßnahmen weiterhin bis zum 25. August 2022. Außerdem sollen die Kontrollen in Auslauf- und Freilandhaltungen von Hausschweinen landesweit intensiviert werden. Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest in Freilandhaltungen von Hausschweinen haben das besondere Gefährdungspotential in der Vergangenheit aufgezeigt. Diese Einschätzung wird durch die aktuelle Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Institutes gestützt.
13. Juli 2022: Der ASP-Druck in der Wildschweinpopulation sinkt
In Deutschland infizieren sich immer weniger Wildschweine neu mit dem Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das geht aus den neusten Einschätzungen des nationalen Referenzlabors hervor. Insgesamt seien es inzwischen über 4.100 Fälle in freier Wildbahn registriert. Laut der Wissenschaftlerin Carola Sauter-Louis vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) ist die Tendenz abnehmen. Das sei eine positive Nachricht und spreche für die Seuchenbekämpfung in Deutschland. Trotzdem bleibe die Gefahr, die von der Tierseuche ausgehe, hoch.
Nicht in Sicht sei in Europa weiterhin ein Impfstoff gegen die ASP, die Forschung laufe aber. Sauter-Louis und ihre Kollegin Sandra Blome dämpften allerdings die Hoffnungen auf einen Einsatz eines Impfstoffs in der Landwirtschaft. Der prophylaktische Einsatz eines Impfstoffs bei Schweinen im Stall sei allein aus rechtlichen Gründen derzeit schwierig. Das lasse die Gesetzeslage auf EU-Ebene nicht so einfach zu, sagte Blome. Die Wissenschaftlerin sieht den Einsatz eher im Bereich der Wildschweine als sogenannte Köderimpfung.
In Sachsen haben die Behörden bisher bestehende ASP-Sperrzonen aufgrund eines neuen Falls im Landkreis Bautzen zusammengelegt.
2. Juli 2022: FLI und BMEL bestätigen Ausbrüche in zwei Hausschweinebestände in Niedersachsen und Brandenburg
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in zwei Hausschweinebeständen in Niedersachsen beziehungsweise Brandenburg ausgebrochen. Darüber informierte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in einer Pressemitteilung. Das Nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), hat die Befunde der jeweiligen Landeslabore in den entsprechenden Proben bestätigt. Es wird nun die zuständigen Behörden bei der Untersuchung des Eintragswegs des Erregers in die Bestände vor Ort unterstützen. Die zuständigen Behörden vor Ort haben entsprechende Schutzmaßnahmen eingeleitet und unter anderem Schutz- und Überwachungszonen um die Betriebe festgelegt.
In Brandenburg ist ein Schweinemastbetrieb mit 1.300 Tieren im Kreis Uckermark betroffen. Die Tiere seien bereits getötet und unschädlich beseitigt worden, teilte das Verbraucherschutzministerium in Potsdam mit.
2. Juli 2022: Erstmals ASP-Verdachtsfall in Niedersachsen
In einem schweinehaltenden Betrieb in der Schweinehochburg Emsland gibt es eine ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums Niedersachsen liegt der Befund dem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) seit gestern (1. Juli) vor. Heute (2. Juli) werden die Ergebnisse des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) erwartet.
Derzeit wird der Ursache auf dem Grund gegangen. Eine Eintragung durch Jagdreisen beziehungsweise mit der Tierseuche infizierte Wildschweine wird vorerst ausgeschlossen. Am wahrscheinlichsten sei der Eintrag durch kontaminiertes Getreide.
27. Juni 2022: In Brandenburg gibt es neuen ASP-Fall außerhalb der Weißen Zone
In Brandenburg wurde ein als Fallwild gefundener Frischling positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet. Laut des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) liegt dieser ASP-Fall südlich der Ortschaft Bärenklau etwa 400 Meter außerhalb der bereits bestehenden doppelt umzäunten Weißen Zone im Landkreis Spree-Neiße.
Das Gebiet werde nun sofort mit rund 20 km Elektrozaun eingezäunt. Außerdem sei eine flächenhafte Fallwildsuche mit Suchhunden eingeleitet worden. So solle das Ausmaß des neuen Seuchengeschehens ermittelt werden. Die gute Nachricht sei, dass dieser neue Fall nicht innerhalb der kürzlich aufgehobenen Kerngebiete liege.
Das Land Sachsen gab kürzlich bekannt, dass dort ein Projekt zur verstärkten Bejagung von Schwarzwild starten soll. Dafür würden 1,5 Mio. Euro bereitgestellt. Das Projekt soll bis zum Frühjahr 2023 laufen. Laut des Landesjagdverbands sollen im Rahmen des Projekts insgesamt 60 Jagden durchgeführt werden.
17. Juni 2022: Neue Fälle, Restriktionszonen in Sachsen ausgeweitet
In den Landkreisen Meißen und Bautzen gibt es mehrere neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Deshalb erweitert der Freistaat Sachsen in Nähe der Landesgrenze zu Brandenburg die Restriktionszonen mit tierseuchenrechtlich begründeten Auflagen. Die westliche Grenze der sogenannten Sperrzone II verläuft künftig nördlich von Meißen zunächst entlang der Elbe und dann mit dem Grödel-Elsterwerdaer-Floßkanal bis zur Landesgrenze zu Brandenburg.
Im Norden des Landkreises Bautzen wird die Sperrzone II um ein dreieckiges Gebiet zwischen den Gemeinden Kamenz, Schwepnitz und Bernsdorf erweitert, das im Norden von der Landesgrenze begrenzt wird.
Insgesamt zählt Deutschland jetzt 3.983 bestätigte Fälle der ASP bei Wildschweinen.
23. Mai 2022:_ Insgesamt knapp 3.900 Fälle, Brandenburg hebt Kernzonen auf.
Insgesamt gibt es in Deutschland inzwischen 3.897 bestätigte Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. In Brandenburg gab das Verbraucherschutzministerium aber auch bekannt, dass ein Teil der ausgewiesenen ASP-Kerngebiete, in denen es seit Monaten keine erneuten Fälle gab, aufgehoben werden. Somit werden auch sämtliche Nutzungsbeschränkungen für die Land- und Forstwirtschaft per Allgemeinverfügung durch die Landkreise aufgehoben.
20. April 2022: Zwei neue ASP-Fälle außerhalb des bisherigen Kerngebiets in Mecklenburg-Vorpommern
Das Friedrich-Loeffler-Institut hat im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) zwei neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bestätigt. Suchhunde hatten vor rund zwei Wochen Überreste von Wildschweinen außerhalb des bisherigen Kerngebiets entdeckt.
Sie fanden die Überreste im gefährdeten Gebiet zwischen Ziegendorf und Wulfsahl etwa 500 Meter außerhalb des Elektrozaunes und mehr als einen Kilometer außerhalb des Elektrozauns in der Nähe von Brunow. Da also beide Funde außerhalb des mit einem Elektrozaun eingefasste bisherige Kerngebiets liegen, wird jetzt das Restriktionsgebiet verschoben.
Die Zahl der bestätigen Fälle in dem Landkreis erhöht sich damit auf jetzt 21. Insgesamt meldet das Tierseuchen-Informationssystem des FLI (TSIS) für Deutschland jetzt 3.763 Fälle.
30. März 2021: Schutzzaun gegen ASP wächst
Der Bau des zweiten Schutzzauns gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Mecklenburg-Vorpommern schreitet voran. 20 km stehen schon entlang der polnischen Grenze, 70 km sollen es am Ende werden.
Die Kosten belaufen sich auf rund 5 Mio. Euro. Damit ist der zweite Schutzzaun rund 3 Mio. Euro teurer als der erste, schon bestehende Zaun. Darin enthalten sind aber neben den Kosten für Bau und Material auch die für Kontrolle und Reparaturen in den nächsten fünf Jahren. Unter anderem seien extra zwei Berufsjäger eingestellt worden, die die Zäune zwei Mal pro Woche kontrollieren.
Inzwischen sind 3.638 ASP-Fälle offiziell bestätigt worden. Also rund 100 Funde innerhalb von drei Wochen. Die meisten neuen Fälle verzeichnen die Landkreise Spree-Neiße in Brandenburg, Bautzen in Sachsen und Görlitz in Sachsen
9. März 2022: ASP im Landkreis Meißen menschengemachtes Problem
Wie kam die Afrikanische Schweinepest (ASP) in den Landkreis Meißen in Sachsen? Höchstwahrscheinlich nicht durch die Verschleppung des Virus über Wildschweine aus Ostsachsen. Vielmehr müsse es als eigenes Seuchengeschehen angesehen werden. Als Auslöser käme die Übertragung mithilfe des Menschen infrage, zum Beispiel durch nicht ordnungsgemäß entsorgte Speiseabfälle.
Zu dem Ergebnis kommen Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig in einer modellbasierten Untersuchung. Sie haben anhand der Echtzeitdaten des tatsächlichen Ausbruchsgeschehens mit mathematischen Mitteln verschiedene Ansteckungsszenarien modelliert.
Nimmt man für das Modell realistische wildbiologische Daten, so ist die Seuche im Oktober 2021 stets weiter als 60 km von der ersten Fundstelle im Landkreis Meißen entfernt. Selbst wenn man rein hypothetisch von einer viermal schnelleren Verbreitung der Infektion ausgehe, wie in Sachsen beobachtet: Dann hätte man dank der hohen Untersuchungsdichte in jedem Fall bei einem erlegten Wildschwein die ASP entdeckt, bevor sie den Landkreis Meißen erreicht hätte.
Das am 8. Oktober 2021 in der Nähe von Radeburg unweit der Autobahn A13 erlegte Tier muss sich also auf einem anderen Weg mit dem ASP-Virus infiziert haben - wahrscheinlich mithilfe der Menschen. Deshalb sei es laut Sebastian Vogel, Staatssekretär im Sozialministerium und Leiter des ASP-Krisenstabs, so wichtig, dass die Öffentlichkeit mithilft, die ASP zu bekämpfen.
4. März 2022: Unverändert hoher Infektionsdruck an deutsch-polnischer Grenze
In Polen reißt die Zahl der Wildschweine, die an der Afrikanischen Schweinepest verendet sind, nicht ab. Seit Jahresbeginn registrierten die Behörden 529 ASP-Fälle bei Wildschweinen. Die letzten nachweislich infizierten Funde in der Wojewodschaft Westpommern liegen Luftlinie nur rund 13 km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt.
Dementsprechend hat jetzt Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus vor dem weiterhin hohen Infektionsdruck aus Polen. Die Gefahr der ASP sei keineswegs gebannt. Zudem würde der aktuelle Fall unweit der Landesgrenze zeigen, wie wichtig künstlich geschaffene Barrieren sind. Sie schränken die Wanderbewegung des Schwarzwilds ein und verhindern so das Ausbreiten der Seuche nach Westen. Wer die Zaunbaumaßnahmen entlang der polnischen Grenze vor diesem Hintergrund immer noch in Frage stelle, handele nicht wissensbasiert und scheine eigene Interessen vor das Wohl der Allgemeinheit zu stellen, so Backhaus.
In Deutschland ist die Zahl der infizierten Wildschweine auch weiter gestiegen auf jetzt 3.524 Fälle.
21. Februar 2022: Jetzt über 3.400 ASP-Fälle in Deutschland
Innerhalb von rund vier Wochen ist die Zahl der amtlich bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Deutschland um rund 200 auf 3.427 gestiegen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stellte vor allem in Brandenburg und Sachsen weitere Fälle fest. Demnach gab es die meisten Funde zuletzt im sächsischen Landkreis Bautzen.
An der Trassenführung des Zauns zur Bekämpfung der ASP im Nationalpark Unteres Odertal gab es immer wieder Kritik. Deshalb wird der dortige Festzaun jetzt teilweise verlegt. Auf den neuen Zaunverlauf verständigten sich die Leiterin des Landeskrisenstabs zur Bekämpfung der ASP Verbraucherschutzstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer (MSGIV), Umwelt- und Agrarstaatssekretärin Anja Boudon (MLUK) und die Landrätin des Landkreises Uckermark Karina Dörk.
Problematisch sei weiterhin das mutwillige Zerstören von Zäunen, kritisierte Heyer-Stuffer. Das sei falsch verstandener Tierschutz und gefährde die Erfolge im Kampf gegen die Tierseuche.
24. Januar 2022: Neue ASP-Fälle außerhalb der Restriktionszone - Sachsen passt Gebiete an
In Brandenburg und Sachsen hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weitere ASP-Fälle bei Wildschweinen bestätigt. Inzwischen sind es laut Tierseuchen-Informationsdienst (TSIS) über 3.200 Fälle.
In Sachsen gab es zwei Funde südlich des Kerngebiets Meißen in der Laußnitzer Heide sowie westlich der Autobahn A13 in der Gemeinde Schönefeld. Zwei weitere Fälle traten in der Gemeinde Bernstadt auf dem Eigen und in der Gemeinde Herrnhut auf. Deshalb passt der Freistaat jetzt die Restriktionsgebiete an.
Das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen hat unterdessen Zaunmaterial mit festem Knotengeflecht für 150 km Länge angeschafft. So will es im möglichen ASP-Krisenfall auf die Einzäunung von Restriktionszonen vorbereitet sein. Zusätzlich wurden Zaunmaterialien wie 30.000 Pfähle, 600 Weidezauntore in verstellbaren Breiten und 90.000 Erd-Anker zur Bodenverankerung geliefert. Die Investitionskosten liegen bei rund 1,1 Mio. Euro
6. Januar 2022: Mehr als 3.100 ASP-Fälle nachgewiesen
Auch über den Jahreswechsel ist die Zahl nachgewiesener Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland weiter gestiegen.
Die Datenbank des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) weist heute (6.1.2022) insgesamt 3.133 Fälle aus, die meisten davon nach wie vor in Brandenburg mit 2.312. In Sachsen sind es 810 und in Mecklenburg-Vorpommern acht.
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