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ASP-Fälle in Brandenburg

ASP-Krise: 40 tote Wildschweine von der Oderinsel geborgen

Totes Wildschwein.
am Freitag, 04.12.2020 - 10:28 (Jetzt kommentieren)

Erneut rückt die Oderinsel an der polnischen Grenze in den Fokus des ASP- Geschehens. 40 tote Wildschweine wurden von dort geborgen.

Totes Wildschwein liegt seitlich auf einem Waldboden

Ende Oktober stand eine Oderinsel aufgrund der Schweinepest im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Bei der Suche nach infizierten Wildschweinen mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hatte man dort zunächst zahlreiche vermeintlich tote Wildschweine bzw. an der Afrikanischen Schweinepest gestorbene Wildschweine entdeckt. Wenige Tage später waren diese Tiere dann jedoch verschwunden. Offenbar hatten viele der mit Drohnen gefilmten Wildschweinen nur geschlafen. Nun wurden aber wirklich 40 an ASP gestorbene Wildschweine gefunden, meldeten die Brandenburger Behörden.

Die Leiterin des ASP-Krisenstabs, Anna Heyer-Stuffer, sagte dazu: „Anfang Oktober und damit kurz nach Feststellung der Tierseuche bei Bleyen im Landkreis Märkisch-Oderland, wurde die Oderinsel als munitionsbelastete Verdachtsfläche innerhalb weniger Tage eingezäunt. Jäger hatten dort mehrere Wildschweinrotten entdeckt. Die Insel wurde daraufhin intensiv beobachtet und das Infektionsgeschehen konnte von vornherein begrenzt werden. Durch die hohe Letalität der Seuche sind inzwischen viele Tiere verendet, sie wurden geborgen und mit positivem Ergebnis auf ASP untersucht. Die Ausbrüche befinden sich im bereits eingerichteten Kerngebiet von Märkisch-Oderland, somit ergibt sich keine neue Sachlage.“

Die 40 Fälle von der Oderinsel bei Küstrin-Kietz befinden sich also im Kerngebiet des Landkreises Märkisch-Oderland. Insgesamt melden die Brandenburger Behörden bis zum 03. Dezember 238 bestätigte ASP-Fälle beim Schwarzwild im Land Brandenburg.

Oderinsel: bereits "tote Schweine" waren im Oktober verschwunden

Karte des ASP-Kerngebiets Märkisch-Oderland

Anfang Oktober hatten Mitarbeiter des Landkreises bei einer großangelegten Fallwild-Suchaktion per Drohne eine offensichtlich mit ASP infizierte Wildschweinrotte auf der Oderinsel bei Küstrin entdeckt. Damals hieß es vonseiten des Landkreises zunächst 17 der Schweine seien bereits tot und 30 weitere erkrankt.

Wenig später stellte sich jedoch heraus, dass es sich um eine Fehleinschätzung handelte: „Wir hatten die Tiere nur auf dem Monitor gesehen und sind davon ausgegangen, dass sie tot oder sterbenskrank waren, sagte damals der stellvertretende Landrat Friedemann Hanke.”

Bei einem Drohnen-Kontrollflug hatte man jedenfalls festgestellt, dass die vermeintlich toten und verletzten Tiere nicht mehr am Fundort waren. Offenbar hatten sie sich dort nur zum Schlafen niedergelassen. „Für uns hat das die Lage etwas entspannt", sagte Hanke. Am Vorgehen des Landkreises hatte das Verschwinden der Wildschweinrotte erst einmal nichts geändert.

Durch die Drohnenflüge hatte man festgestellt, dass sich mindestens 50 oder 60 Wildschweine auf der Insel befinden, so Hanke. Der Landkreis hatte deshalb zügig einen doppelten Elektrozaun rund um die Oderinsel errichtet, jeweils rund sechs Kilometer lang.

Zudem wurden Futterstellen für die Tiere ausgelegt, damit sie auf der Insel bleiben. Außerdem wurden Fallen errichtet, um die Tiere dann zu erlegen. Da die Insel mit Munition verseucht sei, könne es keine herkömmliche Jagd dort geben, hieß es zur Erklärung.

Kerngebiet 150 Quadratkilometer – Pufferzone 2.300 Quadratkilometer

Karte der ASP-Restriktionszonen in Brandenburg

Der erste Ausbruch von ASP in Brandenburg war am 10. September in der Gemarkung Sembten im Landkreis Spree-Neiße bei einem tot aufgefundenen Wildschwein amtlich festgestellt worden. Weitere infizierte Wildschweine wurden dann nahe Neuzelle im Landkreis Oder-Spree gefunden. Um diesen Fundort wurde ein Kerngebiet mit einem Drei-Kilometer-Radius eingerichtet und eingezäunt sowie ein gefährdetes Gebiet mit einem Radius von circa 20 bis 25 Kilometern festgelegt.

Eine Pufferzone umschließt das gefährdete Gebiet von Frankfurt (Oder) bis zur sächsischen Grenze. Im Landkreis Märkisch-Oderland wurde dann am 27. September ein Wildschwein erlegt und positiv auf ASP getestet. Auch dort wurden ein gefährdetes Gebiet festgelegt. Diese sogenannten Restriktionszonen wurden von den betroffenen Landkreisen mit Tierseuchen-Allgemeinverfügungen in Abstimmung mit der Landesregierung festgelegt.

Im gefährdeten Gebiet wurde ein Kerngebiet um die Fundorte von Wildschweinen mit positivem Virusnachweis festgelegt. Dieses Kerngebiet hat aktuell einen Umfang von rund 60 Kilometern und umschließt eine Fläche von rund 150 Quadratkilometern. Das Kerngebiet ist mit mobilen elektrischen Weidezäunen eingezäunt. Das Kerngebiet liegt innerhalb des gefährdeten Gebietes.

Alle Maßnahmen, die für das gefährdete Gebiet angeordnet sind, gelten auch für das Kerngebiet. Darüber hinaus gibt es für das Kerngebiet zusätzliche Maßnahmen. Um das gefährdete Gebiet herum haben die betroffenen Landkreise Spree-Neiße, Oder-Spree und Dahme-Spreewald in Abstimmung mit dem Landeskrisenzentrum Tierseuchenbekämpfung eine Pufferzone mit einer Fläche von rund 2.300 Quadratkilometern eingerichtet. Sie reicht von Frankfurt (Oder) bis zur sächsischen Grenze. Die Pufferzone gilt als seuchenfrei.

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