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Update 18.09.2020 +++ 16:30 +++ 13 bestätigte ASP-Fälle +++

ASP-Krise: Ingesamt 13 bestätigte ASP-Fälle bei Wildschweinen

wildschweine.
am Mittwoch, 16.09.2020 - 19:00 (1 Kommentar)

Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt heute: Sechs weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen in Brandenburg. Insgesamt gibt es damit jetzt 13 bestätigte Fälle.

Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt am Freitag gegen 16:30 Uhr: Sechs weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen in Brandenburg. Insgesamt gibt es damit jetzt 13 bestätigte Fälle - Die Seuche ist für den Menschen ungefährlich – Hausschweinbestände sind nach wie vor nicht betroffen!
 
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft informiert außerdem, dass die Fundorte innerhalb des gefährdeten Gebiets in der näheren Umgebung der Ortschaft Neuzelle im Landkreis Oder-Spree liegen.

Am Mittwoch hatte die Amtstierärztin des Kreises Oder-Spree fünf weitere amtliche Verdachtsfälle gemeldet, die dann an das Friedrich-Loeffler-Institut zur Überprüfung gingen.

Auf Anfrage von agrarheute bestätigte der Pressesprecher des Verbraucherschutz-Ministeriums Brandenburg: "Wir bekommen im Moment jeden Tag neue Funde. Sobald diese außerhalb der bereits festgesetzten Kernzone liegen, wird es weitere Informationen geben. Ansonsten können wir nun nur die Fachkräfte vor Ort arbeiten lassen."

Die Suche nach verendeten Wildschweinen wird weiter verstärkt. Seit Mittwoch sind nach Angaben des Landkreises 45 Mitarbeiter der Forstwirtschaft sowie Jäger um den Fundort des ersten Kadavers auf Fallsuche unterwegs.

Brandenburger Bauernverband fordert Unterstützung bei ASP

Der Präsident des Brandenburger Bauernverbandes, Henrik Wendorff, betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, wie ernst die Lage und die wirtschaftlichen Folgen für die Landwirte vor Ort sind.

Er forderte von anderen Bundesländern und den EU-Staaten Unterstützung im Kampf gegen die Seuche: "Wir haben hier die Pufferzone. Um ein Ausbreiten der Seuche zu verhindern, brauchen wir die Solidarität der anderen Länder." Es dürfe nicht dazu kommen, dass Hausschweinbestände infiziert werden.

"Wichtig ist es, jetzt schnell Maßnahmen zu ergreifen und die Arbeit der Krisenstäbe in den Landkreisen zu koordinieren", sagte Wendorff. Die Landkreise, die am Ende die wichtigsten Entscheidungen treffen, müssten bei ihrer Arbeit unterstützt werden.

Fünf vom FLI bestätigte ASP-Fälle im Landkreis Oder-Spree

Ebenfalls am Mittwochabend bestätigte das FLI die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei den fünf Wildschweinen, die am Dienstag als Verdachtsfälle eingegangen sind.

Die Tiere wurden nahe der Gemeinde Neuzelle im Landkreis Oder-Spree gefunden. Die Fundorte liegen alle im bereits festgelegten gefährdeten Gebiet. Das teilte das Verbraucherschutzministerium des Landes Brandenburg am Dienstag mit.

Es handelt sich um vier tot aufgefundene Wildschweine sowie um ein krank erlegtes Tier.

Tote Schweine befanden sich in der bisherigen Sperrzone

Der Fund weiterer mit ASP infizierter Wildschweine bestätigt die Sorge vieler Landwirte, dass sich die Krankheit schon weiter ausgebreitet hat.

Die Afrikanische Schweinepest war vergangene Woche bei einem bei Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße gefundenen toten Wildschwein nachgewiesen worden.

Inzwischen wurde ein 12 Kilometer langer mobiler Elektrozaun rund um die Kernzone am Fundort aufgestellt. Der Landkreis Spree-Neiße und die beiden angrenzenden Landkreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree gelten jetzt als Restriktionszone.

In dem Gebiet gibt es laut Ausagen der Behörden 15.000 Hausschweine in 50 Betrieben. Davon hält der größte Betrieb rund 5.000 Schweine. Für die Betriebe gilt derzeit ein Verbringungsverbot für ihre Schweine mit Ausnahmen. Diese können die örtlich zuständigen Veterinärbehörden erteilen.

Brandenburg erwartet weitere ASP-Fälle

Die Brandenburger Landesregierung ging schon nach dem ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest von weiteren betroffenen Tieren aus. „Es wäre ein Wunder, wenn es ein Einzelfall bleiben würde“, hatte die Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) vor Bekanntwerden der weiteren Fälle in Potsdam gesagt.

„Wir haben bis jetzt noch keine positiven Befunde, aber es ist realistischerweise davon auszugehen“, hatte Nonnemacher am Nachmitttag gesagt.

Das infizierte Tier, das vorige Woche entdeckt wurde, sei der Kadaver einer zwei- bis dreijährigen Bache gewesen, der zwei bis vier Wochen dort gelegen habe. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, aber Schweine stecken sich untereinander an und sterben.

Die Afrikanische Schweinepest dürfte für Bauern und Fleischwirtschaft erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Faktisch kommt es zu einem Exportstopp für deutsches Schweinefleisch für die meisten Exportländer außerhalb der EU.

Hintergrund ist, dass in Ausfuhrzertifikaten nun nicht mehr angegeben werden kann, dass Deutschland „Schweinepest-frei“ ist, heißt aus dem Bundesagrarministerium. Mittlerweile haben wichtige Zielländer wie China, Südkorea und Japan die Einfuhren aus Deutschland auch formal gestoppt.

Weil der Fundort der Wildschweine innerhalb der festgelegten Restriktionszone liegt, ergibt sich für die deutschen Schweinehalter momentan wahrscheinlich keine neue Verschärfung der Lage, schätzt ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack die Situation ein. Es ist sogar wahrscheinlich, dass noch weitere Kadaver gefunden werden. Insofern ist es jetzt richtig und wichtig intensiv die Fallwildsuche durchzuführen und gleichzeitig alle eingeleiteten Maßnahmen konsequent weiter zu verfolgen, sagte Staack.

Mit Material von dpa

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