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+++ Update 26.09.2020, 15:45 +++

ASP-Krise: Ingesamt 35 bestätigte ASP-Fälle bei Wildschweinen

Wildschweine in Brandenburg.
am Samstag, 26.09.2020 - 15:45 (3 Kommentare)

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) meldet heute einen weiteren Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen in Brandenburg. Insgesamt gibt es damit jetzt 35 bestätigte Fälle.

Stand 26.09.2020: Weitere Fälle in Brandenburg

Am 26. September bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut einen weiteren ASP-Fall bei Wildschwein im Kerngebiet. Am 25. September wurden zwei Fälle bei Wildschweinen bestätigt, deren Fundorte innerhalb des gefährdeten Gebiets lagen.

Damit sind es nun insgesamt 35 bestätigte ASP-Fälle in Deutschland.

Stand 24.09.2020: Drei neue ASP-Fälle

Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in einer Pressemitteilung schreibt, bestätigt das Friedrich-Loeffler-Institut drei weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest Insgesamt gibt es damit jetzt 32 bestätigte ASP-Fälle in Brandenburg.

Am 23.09 hatte sich der amtliche Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei neun Wildschweinen in Brandenburg bestätigt hat.

Auf Anfrage von agrarheute bestätigte der Pressesprecher des Verbraucherschutz-Ministeriums Brandenburg: "Wir bekommen im Moment jeden Tag neue Funde. Sobald diese außerhalb der bereits festgesetzten Kernzone liegen, wird es weitere Informationen geben. Ansonsten können wir nun nur die Fachkräfte vor Ort arbeiten lassen."

Die Suche nach verendeten Wildschweinen wurde zuletzt erheblich verstärkt. Nach Angaben des Landkreises sind 45 Mitarbeiter der Forstwirtschaft sowie Jäger auf Fallsuche unterwegs.

Brandenburg: Bauernverband fordert Unterstützung

Der Präsident des Brandenburger Bauernverbandes, Henrik Wendorff, betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, wie ernst die Lage und die wirtschaftlichen Folgen für die Landwirte in Brandenburg sind.

Er forderte von anderen Bundesländern und den EU-Staaten Unterstützung im Kampf gegen die Seuche: "Wir haben hier die Pufferzone. Um ein Ausbreiten der Seuche zu verhindern, brauchen wir die Solidarität der anderen Länder." Es dürfe nicht dazu kommen, dass Hausschweinbestände infiziert werden.

"Wichtig ist es, jetzt schnell Maßnahmen zu ergreifen und die Arbeit der Krisenstäbe in den Landkreisen zu koordinieren", sagte Wendorff. Die Landkreise, die am Ende die wichtigsten Entscheidungen treffen, müssten bei ihrer Arbeit unterstützt werden.

50 Betriebe von den Sperrmaßnahmen direkt betroffen

Durch den Fund weiterer mit ASP infizierter Wildschweine bestätigt sich die Sorge vieler Landwirte, dass sich die Krankheit schon weiter ausgebreitet hat.

Die Afrikanische Schweinepest war zuerst bei einem bei Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße gefundenen toten Wildschwein nachgewiesen worden.

Inzwischen wurde ein 12 Kilometer langer mobiler Elektrozaun um die Kernzone am Fundort aufgestellt. Der Landkreis Spree-Neiße und die beiden angrenzenden Landkreise Dahme-Spreewald und Oder-Spree gelten als Restriktionszone.

In dem Gebiet gibt es laut Ausagen der Behörden rund 15.000 Hausschweine in 50 Landwirtschafts-Betrieben. Davon hält der größte Betrieb rund 5.000 Schweine.

Für diese Betriebe gilt derzeit ein Verbringungsverbot für ihre Schweine - mit Ausnahmen. Diese Ausanhmen können nur die örtlich zuständigen Veterinärbehörden erteilen.

Brandenburg erwartet weitere ASP-Fälle

Die Brandenburger Landesregierung bereits nach dem ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest von weiteren betroffenen Tieren aus. „Es wäre ein Wunder, wenn es ein Einzelfall bleiben würde“, hatte die Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) vor Bekanntwerden der weiteren Fälle in Potsdam gesagt.

Das infizierte Tier, sei der Kadaver einer zwei- bis dreijährigen Bache gewesen, der zwei bis vier Wochen dort gelegen habe. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, aber Schweine stecken sich untereinander an und sterben.

Die Afrikanische Schweinepest dürfte für Bauern und Fleischwirtschaft schwerwiegende wirtschaftliche Folgen haben. Unmittelbar nach dem Ausbruch ist es zu einem Exportstopp für deutsches Schweinefleisch in Drittländer gekommen.

Ursache ist, dass in Ausfuhrzertifikaten nun nicht mehr angegeben werden kann, dass Deutschland „Schweinepest-frei“ ist, hieß es aus dem Bundesagrarministerium. Mittlerweile haben wichtige Zielländer wie China, Südkorea und Japan die Einfuhren aus Deutschland auch formal gestoppt.

Weil der Fundort der Wildschweine bisher innerhalb der festgelegten Restriktionszone lag, ergibt sich für die deutschen Schweinehalter momentan wahrscheinlich keine neue Verschärfung der Lage, schätzt ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack die Situation ein. Es ist zudem wahrscheinlich, dass noch weitere Kadaver gefunden werden. Insofern ist es jetzt richtig und wichtig intensiv die Fallwildsuche durchzuführen und gleichzeitig alle eingeleiteten Maßnahmen konsequent weiter zu verfolgen, sagte Staack.

Mit Material von dpa

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