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Brexit

Den britischen Bauern fehlt die EU – Schweinekrise verschlimmert sich

Container mit Flagge des Vereinten Königreichs
am Dienstag, 07.12.2021 - 11:40 (1 Kommentar)

Im Vereinigten Königreich verschärft sich der Schweinestau. Während der britischen Regierung die Lösungsvorschläge ausgehen, fordern die britischen Bauernverbände einen Neuanfang in der Zusammenarbeit mit der EU.

Nach offiziellen Angaben keulten die Schweinehalter im Vereinigten Königreich in der Brexit- und Corona-Krise bisher 16.000 Tiere. Von einer noch viel größeren Dunkelziffer gingen das Fachmagazin Farming UK und die National Pig Association (NPA) bereits in der letzten Woche aus.

Nun fordern die Bauernverbände in England, Schottland, Nordirland und Wales, die Beziehungen zur EU wieder zu stärken. Die Bauernverbände wollen die 70.000 britischen Landwirte in der Union präsenter machen. Dazu haben sie laut einer gemeinsamen Erklärung das „British Agriculture Bureau“ (BAB) neu belebt.

Derzeit führt die Corona-Pandemie zu einem deutlich eingeschränkten Schlachtbetrieb im Vereinigten Königreich. Zusätzlich sind nach dem Brexit viele ausländische Arbeitskräfte in ihre Heimatländer zurückgekehrt.

Eustice: Die Schweinekrise muss jetzt die Wirtschaft beheben

Wie die NPA in ihrem Blog erklärt, sieht George Eustice, Staatssekretär im britischen Landwirtschaftsministerium Defra, jetzt die Wirtschaft in der Verantwortung. Seiner Meinung nach habe die Regierung alles getan, um den Schweinesektor im Land zu unterstützen. Die Unterstützungsmaßnahmen von der Politik - 800 Visa für ausländische Arbeitskräfte, Beihilfen für die private Lagerhaltung und Anreize für die Schlachtbetriebe – müssten nun von der Wirtschaft in Anspruch genommen und umgesetzt werden.

Trotzdem verschlimmere sich der Schweinestau laut NPA noch immer. Jetzt fordert die Interessenvertretung für die britischen Schweinehalter von der Regierung, die Umsetzung des Unterstützungspakets zu überwachen und einen runden Tisch für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette einzuberufen. Wie Farming UK berichtet, habe NPA noch keine Antwort von Staatssekretär Eustice auf das erbetene Treffen erhalten.

Bauernverbände wollen wettbewerbsfähige Agrarwirtschaft

Die vier britischen Bauernverbände heben in einem am Freitag (03.12.) veröffentlichten Bericht, der sich einer neuen Beziehung mit Europa widmet, die Bedeutung der Zusammenarbeit aller europäischen Landwirte hervor. Den globalen Herausforderungen müssten sie sich gemeinsam stellen. Weiter kündigen die vier Verbände in den Bericht an, neue Handelsmöglichkeiten erschließen und die hohen britischen Standards verteidigen zu wollen.

Dazu werde sich das britische Landwirtschaftsbüro BAB mit Handel und Standards, Wissenschaft und Innovation, Umwelt sowie Tiergesundheit und Tierschutz befassen. Eine starke, wettbewerbsfähige Agrarwirtschaft müsse von der britischen Handelspolitik unterstützt werden. Außerdem wollen die Bauernverbände laut Bericht Produktivitätsverbesserungen erreichen, die Ressourcen schonen und den ökologischen Fußabdruck der Landwirtschaft verringern sollen.

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