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Schweinemarkt und Schweinepreise

China: Schweine-Produktion schrumpft weiter – Import boomt

Schweine
am Montag, 20.04.2020 - 11:58 (Jetzt kommentieren)

Chinas Schweinefleisch-Produktion war im ersten Quartal 2020 fast 30 Prozent kleiner als im Vorjahr – und schrumpft weiter.

Chinas Schweinefleisch-Produktion ging im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 29,1 Prozent auf 10,38 Millionen Tonnen zurück. Das zeigen jedenfalls offizielle chinesische Daten am Ende der vorigen Woche. Im vorigen Jahr schrumpfte Chinas Schweinefleischproduktion auf ein 16-Jahrestief von 42,6 Millionen Tonnen.

Ursache für den Produktionseinbruch ist die Afrikanische Schweinepest (ASP), die fast die Hälfte des chinesischen Schweinebestandes getötet hat. Einige Analysten gehen davon aus, dass Chinas Sauenherde im vorigen Jahr, um mindestens 60 Prozent geschrumpft ist, nachdem sich die Krankheit seit 2018 im ganzen Land verbreitet hat. 

Die chinesischen Bauern versuchen nun die Bestände wieder aufzubauen, aber die Wiederaufstockung der Herden braucht wohl – auch wegen Corona – mehr Zeit als gedacht und die Schweinefleisch-Produktion wird wohl auch in diesem Jahr weiter sinken – wie schon die Rabobank prognostiziert hat. 

Corona bremst die Markt-Erholung

Schweine Asien

Die Produktion im Zeitraum Januar bis März wurde zusätzlich von den großen logistischen Problemen im Zusammenhang mit Corona-Epidemie beeinträchtigt. Die meisten Schlachthöfe waren im Februar geschlossen, nachdem Peking die Neujahrsfeiertage verlängert hatte, um den Ausbruch des Virus einzudämmen.

Die Schlachtzahlen erholten sich aber dann im März, als die Landwirte wieder mehr und auch viele sehr schwere Schweine auf den Markt brachten. Dennoch sind die Schweinefleischpreise mit einem Anstieg von 116 Prozent im März gegenüber dem Vorjahr extrem hoch, was die Verbraucherpreise ebenfalls weiter nach oben treibt.

Das chinesische Statistikbüro teilte außerdem mit, dass Chinas Schweineherde zum Ende des ersten Quartals 2020 gegenüber dem Vorjahr um 14,4 Prozent auf 321,2 Millionen Schweine gesunken sei. Ende Dezember hatte man lediglich einen Bestand von 310,41 Millionen Stück gemeldet. China schlachtete im Berichtszeitraum 131,29 Millionen Schweine, was ein Rückgang von 30,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Importe im ersten Quartal verdoppelt

Schweine China

Die chinesische Regierung versucht, die Preise für Schweine und Schweinefleisch zu stabilisieren, indem sie gefrorenes Schweinefleisch aus ihren staatlichen Reserven freigibt. Allein in diesem Jahr wurden fast 300.000 Tonnen verkauft. Die Importe sind in den letzten Monaten ebenfalls auf Rekordniveau gestiegen.

Im März haben sich die Einfuhren gegenüber dem Vorjahr fast verdreifacht. China, der weltweit größte Konsument von Schweinefleisch, importierte im März 391.000 Tonnen, nach 127.218 Tonnen im März 2019. Damit erreichten die Einfuhren ein neues monatliches Rekordvolumen. Im ersten Quartal erreichten die Importe von Schweinefleisch eine Größenordnung von 951.000 Tonnen, dass ist fast doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Verlängerung des Neujahresfestes im Februar, zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie, führte auch zu einem Rückstand bei der Entladung von Kühlcontainern in Chinas Häfen. Dadurch nahmen die im März abgewickelten Sendungen besonders kräftig zu. Dennoch wird der Import wohl weiter sehr hoch bleiben. Das USDA schätzt, dass in diesem Jahr 3,85 Millionen Tonnen importiert werden – im Vergleich zu  2,45 Mio. Tonnen im vorigen Jahr.

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