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Schweinefleisch und Export

China: Schweinepreise rauschen in den Keller

Schweine in China
am Montag, 14.06.2021 - 15:22 (Jetzt kommentieren)

Die Preise am chinesischen Schweinemarkt stehen aufgrund des zunehmenden Angebots unter starkem Druck. Die goldenen Zeiten für EU-Exporteure sind offenbar vorüber.

Beim Handel am Terminmarkt für Lebendschweine an der Dalian Commodity Exchange (DCE) ist der Schlusskurs für den September-Future am vergangenen Freitag (11.6.) auf einen der niedrigsten seit Eröffnung der Börse Anfang 2021 gefallen. Mit 19.960 CNY/t (2.650 Euro) wurde die Marke von 20.000 CNY/t (2.568 Euro) unterschritten; das Kursniveau lag um 30 % unter dem Niveau des allerersten Settlementkurses vom 8. Januar. Der November-Kontrakt wurde sogar nur noch mit 18.825 CNY/t (2.419 Euro) notiert.

Da die Schweinefutures an der chinesischen DCE physisch zu beliefern sind, nähern sie sich mit Fälligkeitsdatum den Kassamarktpreisen an, die momentan aber noch tiefer liegen.

Hohe Ferkelpreise belasten jetzt die Mäster

Erhebungen in landesweit 27 Provinzen zufolge lag der durchschnittliche Schlachtschweinepreis am vergangenen Freitag nur noch bei 14,80 CNY (1,90 Euro) je Kilogramm Lebendgewicht; er ist damit seit Jahresbeginn um 59,6 % gesunken.

Angesichts hoher Futterpreise ist damit die Erzeugung von Schlachtschweinen laut Analysten nur noch mit Verlusten möglich. Dies trifft insbesondere auf Erzeuger zu, die im März für Ferkel im Einkauf einen Kilogrammpreis von rund 86 CNY/kg (11,05 Euro) zahlen mussten; das waren 220 Euro für ein Tier mit 20 kg. Mittlerweile ist der Ferkelpreis auf 40,72 CNY/kg (5,23 Euro) abgestürzt und damit nicht mal halb so hoch wie im März.

Härtere Zeiten für den EU-Schweinefleischexport

Was den Schweinehaltern Sorgen bereitet, erfreut die chinesischen Verbraucher. Sie mussten dem nationalen Statistikbüro zufolge im Mai rund 24 % weniger Geld für ihren Schweinefleischeinkauf ausgeben als im Vorjahresmonat.

Auf dem absteigenden Ast befinden sich auch die Börsenkurse der chinesischen Schweinefleischhersteller. Der zusammenfassende Index lag Ende Mai um rund ein Drittel unter seinem Jahreshoch.

Analysten gehen zwar davon aus, dass die Talsohle beim Preisverfall in den nächsten Wochen erreicht sein könnte, doch ein massiver Anstieg der Preise wird für das zweite Halbjahr 2021 nicht erwartet. Somit dürften „die goldenen Zeiten“ für den EU-Schweinefleischexport nach China mit sehr hohen Margen vorbei sein.

Hier geht es zu den aktuellen Schweinepreisen.

Mit Material von AgE
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