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Afrikanische Schweinepest

China: Über 25 Prozent des Schweinebestandes sind weg

am
16.07.2019

Aufgrund der ASP verlieren die Chinesen immer mehr Schweine. Bereits ein Viertel des Bestandes fehlt.

Mastschweine im Stall

In China hat sich der massive Abbau der Schweinebestände infolge der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Juni fortgesetzt. Wie das Pekinger Landwirtschaftsministerium mitteilte, ist die Gesamtpopulation gegenüber Mai um 5,1 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Juni 2018 ist der Schweinebestand der Stichprobenerhebung zufolge um 25,8 Prozent eingebrochen. Die Zahl der Sauen hat dabei um 26,7 Prozent abgenommen.

Ebenfalls berichtete das nationale Statistikamt, dass die Schweineschlachtungen in China im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent auf 313,5 Mio. Stück gesunken seien. Die Schweinefleischerzeugung lag laut den Behördenangaben mit 24,7 Mio t um 5,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Schweine sind schon 50 Prozent teurer

Das immer knapper werdende Schweineangebot lässt derweil auf allen Marktstufen die Preise in die Höhe schnellen. Agenturberichten zufolge hat der Schlachtschweinepreis im Landesmittel mittlerweile die Marke von 18 CNY/kg Lebendgewicht (2,32 Euro) erreicht. Das ist rund die Hälfte mehr als zwölf Monate zuvor.

Experten sehen aber damit noch nicht das Ende des Preisanstieges. In der zweiten Jahreshälfte werden die niedrigeren Schweinebestände die Preise noch weiter steigen lassen, so die Prognose. Der hohe Importbedarf Chinas an Schweinefleisch sollte daher anhalten.

Die Schweinefleischimporte lagen im Mai mit 187.460 t um fast 63 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. In den ersten fünf Monaten 2019 ist die chinesische Schweinefleischeinfuhr um rund 20 Prozent gestiegen.

Mit den Importen versuchen die Chinesen den Anstieg der Verbraucherpreise zu deckeln. Im Juni kostete Schweinefleisch die Verbraucher nach Angaben des Statistikamtes im Schnitt gut 21 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Vietnam muss auch mehr Schweinefleisch einführen

Im benachbarten Vietnam sieht die Situation kaum besser aus. Dort fielen seit dem ersten Auftreten der ASP im Februar 2019 nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Hanoi bereits mehr als 3 Mio. Schweine der Tierseuche zum Opfer. Das entspricht 11 Prozent des Gesamtbestandes.

Analysten schätzen, dass dem Land in diesem Jahr bis zu 500.000 t weniger Schweinefleisch zur Verfügung stehen werden. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von gut 31 kg ist Vietnam in Südostasien das Land mit dem höchsten Schweinefleischverzehr je Einwohner. Die durch ASP entstandene Versorgungslücke dürfte das Land durch zusätzliche Importe füllen.

Mit Material von AgE
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