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ASP und Schweinemarkt

China/ASP: Import und Schweinepreise auf Rekordjagd

Schweine
am Montag, 11.11.2019 - 14:35 (Jetzt kommentieren)

Chinas Importe von Schweinefleisch werden in den nächsten Jahren weiter steigen - und auch die Schweinepreise.

Das wird auch den Markt in Europa und in anderen exportorientierten Ländern massiv verändern. Der Höhepunkt der Importe könnte in drei Jahren erreicht sein.

Dies erwartet jedenfalls die US-Beratungsfirma Gira in einem Bericht für die US-amerikanische Schweinefleischindustrie, die mit den Europäern und Brasilien um den chinesischen Absatzmarkt konkurriert.

ASP: Die Hälfte der Schweine wurden getötet

Die in der vorigen Woche veröffentlichte Prognose geht davon aus, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) seit August 2018 bis zur Hälfte der chinesischen Schweineherde getötet hat und die chinesischen Schweinepreise auf immer neue Rekordhöhen getrieben hat.

Weiter heißt es: Chinas Schweinefleischimporte dürften im Jahr 2022 ihren Höchststand erreichen, bevor sie dann allmählich zurückgehen.

Grund: Die einheimische Produktion wird  sich dann von der Seuche erholen. Das Importvolumen wird zwar bis 2025 hoch bleiben, die Preise werden jedoch nachgeben, wird vermutet.

US-Exporteure bauen Extra-Schlachthöfe

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"Dies wird ein ganz anderer Zeitraum sein als die sehr angespannte Marktlage von 2019-21", heißt es in dem Bericht. In den USA ansässige Verarbeiter wie Seaboard Corp. und Smithfield Foods, haben im Vergleich zu anderen Exporteuren einen Absatznachteil, da Peking im Rahmen des Handelskriegs in den USA höhere Zölle auf Schweinefleisch aus den USA verhängt hat.

Dennoch rüstet Smithfield einen US-amerikanischen Schlachthof um, um China, den weltweit größten Schweinefleischverbraucher, besser mit Schweineschlachtkörpern zu beliefern. Andere Unternehmen wie Tyson Foods Inc und JBS USA stellen die Verwendung eines von Peking verbotenen Tierarzneimittels ein.

Riesige Versorgungslücke

Chinesische Verarbeiter brauchen kurzfristig sehr viel Schweinefleisch, um die ihre Unternehmen am Laufen zu halten, sagte Jack Shao, internationaler Verkaufs- und Marketingmanager beim US-Unternehmen Hormel Foods Corp.

"Im Moment gibt es eine riesige Versorgungslücke", sagte Shao gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. China wird sich aber voraussichtlich bis 2027 von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erholen. Die Produktion wird nach der Gira-Studie 13 Prozent jedoch unter derjenigen liegen, die es vor dem ersten ASP-Fall im Jahr 2018 gab.

Die sehr hohen Schweinefleischpreise als Folge der schrumpfenden Bestände werden die chinesische Ernährung auch langfristig verändern, glaubt Gira. Wobei nicht wenige Verbraucher auf billigeres Hühnchen umsteigen werden, teilte das Beratungsunternehmen mit.

Erst in 20 Jahren wieder „Normalität“

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Bis 2040 könnten die Schweinefleischimporte Chinas nach Einschätzung von Gira dann auf das Niveau von 2017/2018 zurückfallen. "Wenn wir auf der anderen Seite herauskommen, wird der Markt für Schweinefleisch wieder niedriger sein", sagte Rupert Claxton, der Fleischdirektor von Gira.

"Wir sehen den chinesischen Markt nach ASP bei 80 Prozent im Vergleich zu 2018." Die Rabobank erwartet in einem separaten Bericht, dass die US-Schweinefleischexporte im nächsten Jahr um 14 Prozent zulegen werden, Chinas Produktion soll danach jedoch ebenfalls wieder zulegen.

Danish Crown macht Riesendeal

Chinas staatlicher Importunternehmen COFCO hatte vorige Woche erklärt, es will im Jahr 2020 für rund 100 Millionen US-Dollar Schweinefleisch vom europäischen Schweinefleischproduzenten Danish Crown zu kaufen.

Die beiden Unternehmen unterzeichneten am Rande der China International Import Expo in Shanghai einen vorläufigen Kaufvertrag. COFCO erklärte das Abkommen würde dazu beitragen, die Herkunft seiner Importe und die Produktvielfalt zu diversifizieren und die Nachhaltigkeit der Käufe zu verbessern.

Lars Albertsen, Verkaufsleiter bei Danish Crown, sagte, es seien noch keine Mengen vereinbart worden, aber er sagte, der Verkauf sei "einer der größten Deals, die wir hier seit langer, langer Zeit getätigt haben".

ASP treibt die Exportpreise weiter nach oben

Albertesen sagte auch, die Lieferungen könnte angesichts des enormen Bedarfs aus China noch erweitert werden. "Es gibt einen Mangel an Schweinefleisch, die Wahrscheinlichkeit ist also, dass es mehr wird", sagte er gegenüber Reuters.

Danish Crown, hat in diesem Jahr schon mehrere Verträge mit COFCO abgeschlossen und es zu einem bevorzugten Lieferanten gemacht, sagte Albertsen.

Albertsen sagte außerdem: Die Nachfrage sei auch in Südostasien gestiegen, wo sich die Krankheit ebenfalls rapide ausbreitet und die Produktion ebenfalls zurückgeht.

"Es ist ein schöner Cocktail zur Unterstützung der Preise", betonte Albertsen und bezog sich auf die Preiserhöhung für Exporteure nach Jahren mit niedrigen Preisen.

China teilte außerdem mit, dass es den Markt für Schweinefleisch- und Rindfleischimporte aus Kanada wiedergeöffnet habe, was offenbar auf die Notwendigkeit von mehr Schweinefleischlieferungen zurückzuführen ist.

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