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Agrarexporte

Chinesen kaufen deutlich weniger US-Schweinefleisch

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Josef Koch, agrarheute
am
13.11.2018

Die höheren chinesischen Einfuhrzölle für US-Schweinefleisch lassen den Export kräftig schrumpfen. Andere Länder kaufen dafür aber mehr US-Schweinefleisch.

US-Ferkel im Stall

Die wegen des Handelsstreits mit den Vereinigten Staaten eingeführten chinesischen Strafzölle für US-Schweinefleisch zeigen Wirkung. Laut vorläufigen Daten der amerikanischen Exportorganisation für Fleisch (USMEF) ist die Liefermenge einschließlich Nebenerzeugnissen in die Volksrepublik im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 40 Prozent auf 10.970 t eingebrochen.

In den ersten drei Quartalen 2018 verkauften die US-Anbieter insgesamt 179.220 t Schweinefleisch nach China; das waren 26 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die nicht von den Strafzöllen betroffenen Exporte nach Hongkong gingen in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 26 Prozent zurück, und zwar auf 98.560 t.

Vor allem Verarbeitungsware ist vom Einbruch betroffen

Einbußen im Chinageschäft verzeichneten die US-Exporteure vor allem beim Absatz von Verarbeitungsware, deren Lieferumfang sich gegenüber den ersten drei Quartalen von 2017 um ein Drittel auf 95.470 t verringerte. Die Ausfuhr von frischem und gefrorenem Schweinefleisch nahm um 15 Prozent auf 83.750 t ab.

Der Gesamtwert der US-Schweinefleischexporte in die Volksrepublik lag laut USMEF im September bei 32,7 Mio. US-Dollar (28,6 Mio Euro); das war gut ein Viertel weniger als im entsprechenden Vorjahresmonat.

In den ersten drei Quartalen 2018 ging der Ausfuhrerlös im Vergleich zur Vorjahresperiode insgesamt um rund 46 Mio $ (40 Mio. Euro) oder 9 Prozent auf 450 Mio. US-Dollar (394 Mio. Euro) zurück.

Auch Export nach Mexiko schwächelt

Mexiko hat im Juni ebenfalls Vergeltungszölle für US-Schweinefleisch eingeführt, und seitdem unterschreiten die monatlichen US-Lieferungen in das Nachbarland das Vorjahresniveau.

Für Januar bis September gibt die USMEF die Exportmenge nach Mexiko mit 589.230 t an. Damit ist der Vorsprung auf die Vorjahresperiode auf 1 Prozent gesunken.

Gesamtexport bleibt auf Vorjahreshöhe

In vielen anderen Absatzmärkten war US-Schweinefleisch dagegen gut gefragt. So nahmen die Ausfuhren im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2017 nach Südkorea um fast 43 Prozent auf 172.020 t und nach Kolumbien um 41 Prozent auf 65.240 t zu.

Zudem kauften die Kunden in Japan 2 Prozent mehr US-Ware. Insgesamt belief sich die Exportmenge der USA an Schweinefleisch auf 1,81 Mio. t. Das waren 19.000 t oder 1 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten von 2017.

Mit Material von AgE

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