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Fleischmarkt

Deutsche Tierhalter erzeugen weniger Fleisch

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Josef Koch, agrarheute
am
28.02.2018

In diesem Jahr werden deutsche Bauern erneut weniger Schweine- und Rindfleisch erzeugen. Vor allem beim Schweinefleisch ist ein deutlicher Rückgang zu erwarten. Die Menge könnte auf das niedrigste Niveau seit 9 Jahren fallen.

Schweinehälften im Schlachthof

In Deutschland dürfte die gewerbliche Fleischerzeugung weiter abnehmen. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie des Thünen-Instituts (TI) unter Federführung des Wissenschaftlers Dr. Josef Efken vom Institut für Marktanalysen.

Bereits 2017 hatte die hiesige Fleischproduktion laut Statistischem Bundesamt (Destatis) um 2 Prozent auf 8,11 Mio t abgenommen. Maßgeblich dafür war das geringere Schlachtviehaufkommen von Rindern und Schweinen.

Mit Blick auf das laufende Kalenderjahr erwarten die Braunschweiger Experten für den Schweinemarkt bei rückläufigen Lebendeinfuhren und höheren -ausfuhren einen Rückgang des Schlachtaufkommens gegenüber 2017 um rund 650.000 Tiere oder 1,1 Prozent auf 57,29 Millionen Schweine. Im Vergleich zu 2016 wären das sogar fast 2,2 Millionen Stück weniger.

Bei weitgehend unveränderten Schlachtgewichten soll die Schweinefleischerzeugung 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf 5,40 Mio t sinken; das wäre die niedrigste Menge seit 2009. Die Auslastung der vorhandenen Schlachtkapazitäten dürfte damit immer stärker zur Herausforderung für die Schlachtbetriebe werden.

Im europäischen Vergleich wird Deutschland weiter ins Hintertreffen geraten. Denn in den wichtigen Erzeugungsregionen der EU gehen die Bestände nach oben.

Beschleunigter Strukturwandel bei Schweinehaltern erwartet

Als Ursachen für den rückläufigen Trend nennen die Analysten des TI unter anderem den anhaltenden Strukturwandel in der deutschen Schweinehaltung. Die jährliche Aufgaberate bei den Schweinemästern lag von 2010 bis 2017 bei rund 4 Prozent, bei den Zuchtsauenhaltern sogar bei 6 Prozent. Diese Entwicklung dürfte anhalten und sich möglicherweise durch neue Auflagen im Tierschutz- und Umweltbereich noch verstärken.

Zudem weisen die Experten auf den spürbar gesunkenen Schweinefleischverbrauch in Deutschland hin, der 2016 und 2017 um jeweils rund 2 Prozent abgenommen hat. Seit 2010 haben die Konsumenten ihren Verzehr an Schweinefleisch um insgesamt etwa 10 Prozent eingeschränkt.

Höhere Rindfleischimporte möglich

Für die Rindfleischerzeugung prognostizieren die Marktanalysen aus Braunschweig für 2018 einen moderaten Rückgang um 0,6 Prozent auf 1,12 Mio t. Grund dafür ist das erwartet kleinere Schlachtviehangebot, das nur bei den Kühen um 0,3 Prozent größer ausfallen soll.

Der Anstieg der Rindfleischeinfuhren dürfte sich fortsetzen und 2018 mit 530.000 t das Vorjahresniveau um 3,9 Prozent übertreffen. Die Rindfleischausfuhr soll dagegen um 3 Prozent auf 420.000 t abnehmen.

Im Unterschied zu Schweinefleisch erfreut sich Rindfleisch wachsender Beliebtheit bei den Konsumenten. Erwartet wird deshalb, dass der Verbrauch mit 1,23 Mio t um 2,2 Prozent höher ausfällt als 2017; der mittlere Pro-Kopf-Verzehr soll um 200 g auf 10,2 kg zunehmen.

Mit Material von AgE
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