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Dürrekatastrophe

Dürre: Jeder dritte Bauer in Schweden denkt an Notschlachtungen

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Josef Koch, agrarheute
am
11.09.2018

Auch wenn es in Schweden geregnet hat, vielen Tierhaltern fehlt wegen der Sommerdürre rund die Hälfte des Futters. Die Getreideernte war ein Drittel niedriger.

Die extreme Trockenheit der vergangenen Monate und die daraus resultierenden Ausfälle beim Getreide und Grundfutter dürften in der schwedischen Landwirtschaft noch lange Spuren hinterlassen. Bei einer Umfrage gab jeder dritte Teilnehmer an, über die Abstockung seiner Viehbestände nachzudenken, da die Futtervorräte absehbar nicht für alle Tiere reichen werden. Die Umfrage führte der schwedische Bauernverband (LRF) zwischen dem 20. August und dem 3. September bei rund 4.000 Landwirten durch.

Nach den Umfrageergebnissen dürfte bei 40 Prozen der schwedischen Bauern ungeachtet der in den letzten Wochen verzeichneten Niederschläge beim Raufutter lediglich die Hälfte der üblichen Erntemengen zusammenkommen. Der Bauernverband sieht die Viehhalter daher weiterhin in einer akuten Notlage und warnt vor dem Verlust von Nutztieren und Agrarbetrieben.

29 Prozent weniger Getreide

Vor diesem Hintergrund forderte der Verband die Regierung zu marktstabilisierenden Maßnahmen auf. Dazu gehören für ihn höhere Erzeugerpreise, aber auch Unterstützung beim Import von Futtermitteln. Um Notschlachtungen zu vermeiden, müsse zudem umgehend die Regierung die angekündigte Dürrenothilfe von umgerechnet 117 Mio. Euro auszahlen.

Die schwedische Landwirtschaftsbehörde Jordbruks verket rechnete in ihrer ersten offiziellen Schätzung mit einem Getreideaufkommen von lediglich 4,2 Mio t, was einem Rückgang von 29 Prozent zum Vorjahr entsprechen würde. Der langjährige Durchschnittswert soll um etwa ein Viertel unterschritten werden. Hinzu kommen teils drastische Einbrüche bei den Grünlanderträgen.

Mit Material von AgE
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