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EU-Prognose 2030

Düstere Aussichten für Rindermäster in der EU

Bullen auf der Weide
am Freitag, 28.12.2018 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Auf die Rindermäster in der EU kommen schwierige Zeiten zu. Höhere Importe und schwächere Exporte belasten den Markt bis 2030.

Neugebauter Bullenmaststall

Treffen die Vorhersagen im aktuellen EU-Prognosebericht 2030 zu, werden sich Rindermäster in den nächsten Jahren auf schwere Zeiten einstellen müssen. Denn zunehmende Rindfleischimporte aus Brasilien und Argentinien, Stichwort Mercosur-Abkommen, werden die Rinderpreise zumindest bis 2025 sinken lassen.

Zudem werden die EU-Rinderschlachter weniger Fleisch in die Türkei verkaufen können. So erwarten die Brüsseler Marktexperten für die Türkei eine hohe Inflation und weitere Abwertung der Lira. Das verteuert EU-Rindfleisch in der Türkei.

Lag der Rindfleischerzeugerpreis 2018 im EU-Mittel noch bei 3,80 Euro/kg Schlachtgewicht, wird er 2025 knapp unter 3,50 Euro/kg erwartet. Erst danach könnte er wieder leicht auf 3,53 Euro/kg anziehen. International bleibt Rindfleisch in diesem Zeitraum mit rund 3 Euro/kg deutlich günstiger als in der EU.

EU-Handelsdefizit steigt

Dabei wird die EU auch bis 2030 mit Rindfleisch unterversorgt sein. Zwar soll der Rindfleischverbrauch in den nächsten Jahren um knapp 0,4 Mio. t auf unter 7,7 Mio. t sinken, die Erzeugung wird sich jedoch um etwa 0,5 Mio. t oder 6 Prozent verringern. Somit steht weniger Rindfleisch für Ausfuhren zur Verfügung.

Auf der anderen Seite steigt der Importbedarf der EU bis 2030 um 15 Prozent auf 350.000 t pro Jahr. Das Handelsdefizit weitet sich somit auf 124.000 t aus. Zuletzt hatte die Gemeinschaft 2011 einen Handelsüberschuss mit Rindfleisch erzielt. Damals war die Erzeugung höher als der Verbrauch auf dem Binnenmarkt.

Kuhbestand sinkt deutlich

Die eher pessimistischen Aussichten am Rindfleischmarkt wirken sich auch auf die Kuhbestände aus. Der EU-Prognosebericht geht von einem Abbau um 1,7 Mio. Kühe oder 5 Prozent aus. 2030 soll es nur 33,5 Mio. Milch– und Mutterkühe in der Europäischen Union geben. Zum Vergleich: 2018 waren es 35,2 Mio., 2015 gar 35,7 Mio. Stück.

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