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EU erwägt Zuschuss zur privaten Lagerhaltung für Schweinefleisch

Schweinehälften
am Dienstag, 26.01.2021 - 09:50 (Jetzt kommentieren)

Die EU-Kommission schließt die Einführung von Zuschüssen zur privaten Lagerhaltung von Schweinefleisch (PLH) nicht aus.

EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski

Das hat EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski gestern Abend (25.1.2021) im Anschluss an eine informelle Videokonferenz der EU-Agrarminister mitgeteilt. Wojciechowski zufolge fordern zahlreiche Mitgliedstaaten eine Unterstützung der sehr niedrigen Erzeugerpreise für Schlachtschweine in der EU. Der Agrarkommissar mahnte jedoch, die Konsequenzen zu bedenken.

Die EU-Behörde erwägt bereits seit längerem, in den Schweinefleischmarkt einzugreifen. Ihre Bedenken bestehen vor allem darin, dass die mit staatlichen Zuschüssen aufgebauten Lagerbestände eine Erholung des Marktes erschweren werden.

Auftreten der ASP in Deutschland hat den Markt in die Krise gestürzt

Laut Wojciechowski konnte die EU ihren Drittlandsexport von Schweinefleisch von Januar bis Dezember 2020 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von 3,5 Mio. auf 5 Mio. t steigern. Das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Deutschland und das daraus resultierende Einfuhrverbot für deutsches Schweinefleisch nach China haben den europäischen Markt jedoch in eine tiefe Krise gestürzt.

Der Agrarkommissar sprach in diesem Zusammenhang von einem strukturellen Problem durch die teilweise sehr hohe Konzentration der Schweinehaltung in einzelnen Mitgliedstaaten. Als Beispiel nannte der Pole einerseits Rumänien, wo ein Schweinehalter durchschnittlich vier Schweine besitzt, und andererseits Dänemark mit einer durchschnittlichen Bestandsgröße von 3.700 Tieren. Es sei nicht einfach, in dieser Situation eine Lösung zu finden, die allen gerecht werde, sagte Wojciechowski.

Portugiesischer Vorsitz hält an Zeitplan zur GAP-Reform fest

Beim ersten Treffen des EU-Agrarrates unter portugiesischem Vorsitz diskutierten die Minister über den Stand der Trilog-Verhandlungen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Dabei bekräftigte Portugals Landwirtschaftsministerin Maria do Céu Antunes ihre Absicht, im Frühjahr eine Einigung zwischen den Institutionen zu erreichen.

Antunes lehnte es ab, den im Oktober 2020 erreichten Kompromiss des Rates wieder aufzuschnüren. Frankreich zeigte sich gestern unzufrieden mit den Vereinbarungen im Rat zu den Anforderungen an die Fruchtfolge gemäß den neuen Kriterien zur Konditionalität. Die portugiesische Vorsitzende will jedoch am Beschluss des Rates festhalten und die Diskussion nicht neu aufrollen.

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