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EU importiert wieder mehr Rindfleisch aus Brasilien

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Josef Koch, agrarheute
am
25.01.2019

Die EU ist umsatzmäßig der drittwichtigste Abnehmer von brasilianischem Rindfleisch. 2018 legten die Einfuhren deutlich zu.

Rinderhaltung in Brasilien

Brasiliens Rindfleischexporteure haben 2018 so viel Ware im Ausland abgesetzt wie in keinem Jahr zuvor. Wie aus aktuellen Zahlen des Verbandes der brasilianischen Fleischexporteure (ABIEC) hervorgeht, haben die Südamerikaner im vergangenen Jahr insgesamt 1,64 Mio t Rindfleisch auf dem Weltmarkt verkauft; das waren 11 Prozent mehr als 2017 und entsprach neuem Rekord.

Laut ABIEC stiegen die Einfuhren der EU um 9 Prozent auf 118.317 t. Bezogen auf den Umsatz blieb die Europäische Union 2018 damit der drittwichtigste Absatzmarkt für die brasilianischen Rindfleischexporteure. Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf umgerechnet 640 Mio. Euro verzeichnet.

EU-Zahlen deuten auf höhere Einfuhren

Nach aktuellen Zahlen der EU-Kommission könnten die Rindfleischeinfuhren aus Brasilien sogar höher sein. Bereits in den ersten zehn Monaten 2018 registrierte man 115.333 t an Importen. Das waren 22 Prozent mehr als 2017. Bis Jahresende dürften die Mengen noch zulegen. Die Argentinier lieferten mit knapp 58.000 t sogar 40 Prozent mehr. 2017 sanken die Importe wegen des Fleischskandals in Brasilien auf insgesamt knapp 115.400 t.

Rindfleisch aus diesen beiden Ländern ist vergleichsweise günstig. Während brasilianische Ware umgerechnet rund 217 Euro/100 kg kostet, sind für EU-Ware laut EU-Daten 374 Euro/100 kg zu anzulegen.

Chinesen sind wichtigste Abnehmer

Insgesamt erzielten die Brasilianer mit ihren Rindfleischexporten einen Gesamterlös von umgerechnet 5,78 Mrd. Euro. Gegenüber 2017 wurde zwar eine Steigerung um 8 Prozent erzielt, jedoch kein neuer Spitzenwert erreicht, denn Brasiliens Rindfleischexporteure hatten schon umsatzstärkere Jahre. So wurden im Jahr 2014 laut Abiec sogar umgerechnet 6,38 Mrd. Euro aus dem Rindfleischexport eingenommen.

Wichtigste Geschäftspartner für die brasilianischen Rindfleischexporteure auf dem globalen Markt waren dem Verband zufolge auch 2018 wieder Hongkong und China. Die Ausfuhren nach Hongkong erhöhten sich mengenmäßig um 11 Prozent auf 394.856 t und wertmäßig um 6 Prozet auf umgerechnet 1,26 Mrd. Euro, die Exporte nach China mengenmäßig sogar um 53 Prozent auf 322.414 t und wertmäßig um 60 Prozent auf 1,31 Mrd. Euro.

Strengeres Qualitätsmanagement nach Fleischskandal

Abiec sieht das Exportwachstum als Zeichen dafür, dass „die Welt in die Qualität der brasilianischen Fleischerzeugung vertraut“. Die guten Ergebnisse resultierten aus den Qualitätssicherungsmaßnahmen, die man auf allen Produktionsstufen umgesetzt habe.

Brasilien, dessen Fleischbranche erst im Frühjahr 2017 für einen großen Lebensmittelskandal gesorgt hatte, kann nach Überzeugung des Branchenverbandes inzwischen die Qualitätsvorgaben fast aller Länder einhalten.

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