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EU-Prognose: Export von Schweinefleisch bricht ein

Mitarbeiter eines Schlachtbetriebs bei der Arbeit
am Dienstag, 13.10.2020 - 12:04 (1 Kommentar)

Die EU-Kommission rechnet 2021 mit einem deutlichen Einbruch der europäischen Schweinefleischexporte.

Grafik zu den Abnehmerländern von Deutschlands Schweinefleischexport im Jahr 2020

Nach der jüngsten kurzfristigen Markteinschätzung der Brüsseler Behörde könnten die Ausfuhren der 27 Mitgliedstaaten an Schweinefleisch ohne Innereien im kommenden Jahr um 10 Prozent zurückgehen. Der Grund dafür sind zum einen die Exportrestriktionen nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Deutschland und zum anderen der Wiederaufbau der Schweinebestände in China.

Im ersten Halbjahr 2020 waren die EU-Schweinefleischexporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch um 15 Prozent gewachsen. Die Lieferungen nach China konnten verdoppelt werden. Mit dem ersten ASP-Nachweis in Brandenburg Mitte September stoppten jedoch wichtige Importländer wie China, Südkorea und Japan die Einfuhren aus Deutschland. Infolgedessen revidierte die EU-Kommission ihre Exportschätzung für das laufende Jahr nach unten auf ein Plus von nur noch 2 Prozent. Für 2021 wird nun ein Minus von 10 Prozent vorhergesagt.

ASP-Eindämmung in Deutschland ist entscheidend

Nach Einschätzung der Brüsseler Behörde wären die europäischen Ausfuhren von Schweinefleisch im kommenden Jahr auch ohne den ASP-Ausbruch in Deutschland nicht wie bisher weiter gestiegen. Die ungewöhnlich hohen Lieferungen nach China wären nicht weiter in die Höhe geschossen. Denn die chinesische Schweinefleischerzeugung wird sich wieder erholen und zudem verzehren die Chinesen zunehmend andere Fleischarten als Schwein.

Bei der weiteren Entwicklung der EU-Schweinefleischausfuhr wird viel davon abhängen, wie gut es gelingt, die ASP in Deutschland einzudämmen, so die Kommission. Entscheidend sei auch, dass die Handelspartner das Prinzip der Regionalisierung akzeptierten, sodass Dänemark, Spanien und die Niederlande die Lücken in China und auf anderen asiatischen Märkten teilweise schließen könnten.

Produktion von Schweinefleisch in der EU rückläufig

Auch die Produktion von Schweinefleisch wird in der EU zurückgehen. Die Kommission erwartet für das laufende Jahr ein Minus von 0,5 Prozent. Rückläufig war die Erzeugung im ersten Halbjahr in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Polen.

Im dritten Quartal führten höhere Erzeugerpreise und eine wieder anziehende Verbrauchernachfrage EU-weit zu einer etwas größeren Produktion.

Im vierten Quartal rechnet die Kommission durch die ASP-Funde in Deutschland und den darauffolgenden Importsperren jedoch mit negativen Rückwirkungen auf den EU-Markt. Die Preise sind unter Druck. Ein Produktionswachstum wird voraussichtlich nur in Spanien, Dänemark und Irland zu beobachten sein, wo der Schweinebestand einschließlich der Zahl der Zuchtsauen aufgestockt wurde.

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