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Agrarexport

EU-Schweinefleisch lässt sich international gut verkaufen

am Freitag, 26.04.2019 - 11:04

Die EU-Ausfuhren an Schweinefleisch liegen über Vorjahr. Die gute Nachfrage aus China ist ein wesentlicher Grund dafür. Und es könnte noch mehr werden.

Schweinehälften im Kühlraum einer Schlachterei

Im Januar und Februar dieses Jahres konnten EU-Schlachtunternehmen rund 6 Prozent mehr Schweinefleisch in Drittländer ausführen als 2018. Die Exportmenge lag laut Eurostat knapp unter 710.000 t. Das entspricht einem Plus von gut 39.000 t.

Aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China kauften die dortigen Importeure mit 275.254 t gut 12,7 Prozent mehr in der EU ein. Die Chinesen könnten im Jahresverlauf noch deutlich mehr Schweinefleisch als im Vorjahr benötigen. So geht der chinesische Agrarminister davon aus, dass der Schweinebestand bis Jahresende um ein Drittel sinken könnte und die Preise um 70 Prozent steigen.

Deutlich Preissteigerungen in USA, Kanada und EU

Allerdings berichten Marktakteure, dass die Chinesen nach dem bisher kräftigen Preisanstiegen für Schweinefleisch am Weltmarkt momentan etwas auf die Bremse treten und nicht mehr jeden Preis akzeptieren.

So haben sich beispielsweise US-Schweine von 0,90 Euro/kg auf über 1,51 Euro/kg SG kräftig verteuert. Kanadische Schweine kosten nun schon fast 1,28 Euro/kg, nachdem sie am Jahresanfang noch günstiger als in den USA waren. Laut Eurostat sind die EU-Schweine auf knapp über 1,70 Euro/kg SG angezogen. Damit erreichen die EU-Preise schon fast die Höchststände des Jahres 2017.

Brasilianische Schweinehalter profitieren von dem Boom indes kaum. Ihre Preise ziehen nur langsam an und liegen derzeit um 1,17 Euro/kg. Am Jahresanfang brachten südamerikanische Schweine etwas weniger als 1,10 Euro/kg.

Indonesier kaufen deutlich mehr EU-Schweinefleisch

Noch stärker als die China-Exporte sind die Ausfuhren nach Indonesien gestiegen. Mit 52.209 t haben die Asiaten fast 14 Prozent mehr Schweinefleisch aus der EU geordert als in den ersten beiden Monaten des Vorjahres.

Auch die Japaner nehmen mit dem Start des Freihandelsabkommens 8,4 Prozent mehr EU-Schweinefleisch ab. Im Januar und Februar 2019 orderten sie 82.348 t. Damit festigen sie ihre Position als zweitwichtigster internationaler Kunde von EU-Schweinefleisch. Denn Süd-korea als drittwichtigster Abnehmer senkte im gleichen Zeitraum seinen Einfuhrmenge um fast 17 Prozent auf 53.314 t.

Gesamter Exportumsatz weniger stark gewachsen

Da die Fleischpreise erst im März und April an den Märkten anzogen, legte der EU-Export wertmäßig weniger stark zu als bei den Mengen. Mit knapp 13 Mrd. Umsatz wuchs er nur um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Anders sieht es in den beiden wichtigsten Abnahmeländern aus. So mussten die Chinesen mit über 388 Mio. Euro schon knapp 15 Prozent mehr Geld zahlen als 2018. Die Japaner setzten mit gut 247 Mio. Euro immerhin schon 11,5 Prozent mehr um.