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Schweinemarkt

Export: Chinesen sperren Belgien

am Montag, 17.09.2018 - 16:34 (Jetzt kommentieren)

Die ASP-Fälle in Belgien verändern die Handelsströme. Deutsche Schlachthöfe nehmen von dort keine Schweine an. Die Belgier liefern aber mehr Fleisch nach Deutschland. Ihr Exportmarkt China ist zu.

Schweinehälften im Kühlraum einer Schlachterei

Für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist es nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien wichtig, dass die Vermarktungswege für Schweinefleisch offen bleiben. Von hohem Interesse sei vor allem das Vertrauensverhältnis zu China als bedeutendem Abnehmer, erklärte Klöckner heute in Koblenz auf dem Landesbauerntag des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), berichtet Nachrichtendienst Agra Europe.

Doch die fünf bestätigten ASP-Fälle bei Wildschweinen in Belgien zeigen schon erste Verschiebungen der Handelströme. "Auch wenn das Zentrum der belgischen Schweineproduktion – der nördliche, flämisch sprechende Teil Belgiens – 150 km entfernt ist, so haben deutsche Schlachtunternehmen den Bezug lebender, belgischer Schlachtschweine vorübergehend eingestellt", berichtet Dr. Frank Greshake, Marktanalyst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Auch deutsche Chinaexporte könnte gesperrt werden

China hat Belgien für Schweinefleischimporte bereits gesperrt. Das ist fatal. So haben die Belgier in den vergangenen Wochen mehr Schweinefleisch nach China ausführen können. Alle dortigen Schlachthöfe hatte eine Zulassung. "Belgien drückt dagegen vermehrt billiges Schweinefleisch auf den EU-Markt", nennt die Greshake die aktuellen Folgen.

Die deutschen Schlachtbetriebe haben Sorgen, dass eingefrorene Ware, inklusiver belgischer Teile, im Nachgang kein Veterinärzertifikat für den Export bekommt.

Ferkelmarkt kommt unter Druck

Durch die Verunsicherung kommt der EU-Ferkelmarkt weiter unter Druck. Problem: Die Ferkelpreise sind schon jetzt nur noch knapp über dem Tiefstand von November 2007. Und Belgien ist Ferkelimportland. Das Land wird in den nächsten Wochen wohl weniger Ferkel abnehmen können.

"Man kann nur hoffen, dass die ASP nicht auf die deutschen Wildschweinepopulationen in der Eifel übergreift – sowohl in NRW als auch in Rheinland-Pfalz", sorgt sich Greshake. Bei der dort flächigen Verbreitung von Wildschweinen wäre eine Ausbreitung kaum zu vermeiden. Eine deutliche Reduzierung der Bestände sei das Gebot der Stunde – bevor die ASP die deutsche Grenze erreicht.

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