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Agrarexport

Export: Mehr EU-Fleisch ausgeführt

Westfleisch-Steakproduktion
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Josef Koch, agrarheute
am
04.12.2018

Die EU-Schlachtereien konnten zwar mehr Fleisch am Weltmarkt unterbringen, doch bei Schwein und Geflügel gingen die Preise zurück. Rindfleisch macht dabei eine Ausnahme.

Der Drittlandsabsatz von Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch einschließlich Lebendtieren hat den Exporteuren in der Europäischen Union in den ersten drei Quartalen 2018 weniger Geld in die Kassen gespült als in der Vorjahresperiode.

Laut Daten der EU-Kommission lag der Ausfuhrerlös bei 8,77 Mrd. Euro. Das waren 327 Mio. Euro oder 3,6 Prozent weniger als im Zeitraum Januar bis September 2017. Da insgesamt mehr Fleisch und Tiere in Länder außerhalb der EU verkauft wurden, waren vor allem Preiseffekte für den Umsatzrückgang verantwortlich.

Schweinefleisch: Exportemngen steigen leicht

Dies traf insbesondere für die Warengruppe Schweinefleisch zu. Zwar stieg die Exportmenge gegenüber den ersten drei Quartalen 2017 um 0,8 Prozent auf 2,89 Mio. t an. Gleichzeitig sank jedoch der Verkaufswert um 474 Mio. Euro oder 8,2 Prozent auf 5,32 Mrd. Euro. Der Durchschnittwert einer Exporttonne lag laut EU-Kommission bei 1.839 Euro.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Minus von fast 9 Prozent. In diesem Rückgang spiegeln sich das allgemein gesunkene Preisniveau am Weltmarkt und der scharfe Wettbewerb mit den Konkurrenten USA, Brasilien und Kanada auf den Importmärkten wider. 
 

Türkei kauft mehr Rindfleisch

Lediglich bei Rindfleisch und Lebendrindern ließen sich in den ersten drei Quartalen 2018 im Schnitt höhere Verkaufspreise erzielen. Die Exporterlöse nahmen in Vorjahresvergleich um 3,5 Prozent auf 1,91 Mrd. Euro zu, obwohl die Ausfuhrmenge insgesamt um 2,5 Prozent auf 559.600 t rückläufig war.

Wesentlich zum gestiegenen Ausfuhrwert dürfte beigetragen haben, dass neben höheren Lebendexporten auch der Drittlandsabsatz von frischem und gekühltem Rindfleisch, darunter in die Türkei, merklich zugenommen hat.  

Höhere Exporterlöse für Geflügel

Bei Geflügelfleisch nahm der Ausfuhrwert im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2017 um 5,7 Prozent auf 1,54 Mrd. Euro zu: allerdings war die Mengensteigerung der Exporte mit 7,5 Prozent auf 1,32 Mio. t noch stärker ausgeprägt. Bei diesem Produkt gab der mittlere Verkaufswert je Tonne im Drittlandsgeschäft um 1,7 Prozent auf 1.165 Euro nach.

Ein Grund dafür dürfte auch die veränderte Zusammensetzung des ausgeführten Warenkorbs gewesen sein. So gingen beispielsweise die Lieferungen der meist höherpreisigen frischen Ware aus der EU zurück, während der Absatz der niederpreisigen Schlachtnebenprodukte zulegte.

Mit Material von AgE
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