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Rabobank Global Outlook 2020

Fleischmarkt: 2020 wird für Landwirte ein gutes Jahr

Schweine
am Donnerstag, 14.11.2019 - 16:20 (Jetzt kommentieren)

Für europäische Landwirte bietet Chinas wachsende Produktionslücke die Möglichkeit steigender Exporte und hoher Preise.

Die Rabobank hat am Mittwoch ihren jährlichen globalen Ausblick für globalen Fleischmarkt veröffentlicht. Grundaussage ist: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) bestimmt  maßgeblich die Aussichten für 2020 - wie schon im Jahr 2019.

Für  europäische Landwirte bietet Chinas wachsende Produktionslücke jedoch die Möglichkeit steigender Exporte und hoher Preise. Global gesehen werden die Auswirkungen von ASP das Wachstum des weltweiten Fleischmarktes jedoch bremsen und die Markteilnehmer erheblich verunsichern.

Kurz gesagt, im Jahr 2020 sieht sich der globale tierische Eiweißsektor einer unsicheren Entwicklung gegenüber. Aber diese bietet auch Chancen betonen, die Analysten.

Nachhaltigkeit als neue Strategie

Schweinemast

Justin Sherrard, globaler Analyst für Tierprotein bei Rabo Research Food & Agribusiness, fasst zusammen, was das Jahr 2020 bringen wird: „Abgesehen von den Auswirkungen von ASP sorgen viele Handelsstreitigkeiten und -probleme für Unsicherheit beim globalen Handel. Wobei der Handelskrieg zwischen den USA und China das größte Problem ist - aber nicht die einzige.

Darüber hinaus erhöht die wachsende Nachfrage für alternative Proteine ​​die Unsicherheit an den Märkten - auch wenn die Rabobank  die Marktchancen  für diese Alternativen weniger optimistisch sieht als andere Analysten.“

Der Bericht befasst sich auch mit den Wirkungen von mehr Nachhaltigkeit, die jedoch etwas weniger im Vordergrund stehen als die oben genannten Themen. Sherrard sagt dazu: "Aus unserer Sicht ist Nachhaltigkeit genauso wichtig wie andere Bereiche, da sie das Wachstum der Produktion und des Verbrauchs von tierischem Eiweiß in den 2020er Jahre immer mehr beeinflussen wird."

Exportmärkte sichern – Marktsignale erkennen

Schweinemast

Trotz der Unsicherheiten gibt es nach Einschätzung der Analysten aber auch Chancen. „Die offensichtlichste Chance für  den globalen Absatz von tierischem Eiweiß ist die allmähliche Erholung von ASP. Diese Erholung wird sich nach Ansicht der Rabobank jedoch bis weit in die 2020er Jahre erstrecken.

Der Zuwachs an Nachhaltigkeit bietet auch Chancen – beim Absatz. Weitere Möglichkeiten ergeben sich nach Meinung der Analysten sowohl aus der besseren Nutzung der Lieferkette als auch durch das rechtzeitige Erkennen von Marktsignalen.

Schließlich können auch Investitionen in die Sicherung laufender Handelsströme eine Chance sein. Dies kann zumindest einen Teil der Unsicherheit an den Märkten verringern und den kontinuierlichen Marktzugang sicherstellen “, glaubt Sherrard.

ASP in China überschattet alles

Die Rabobank erwartet für 2020 ein Wachstum in den meisten Regionen, aber die Auswirkungen von ASP in Asien überschatten diese Aussichten jedoch. Insbesondere die massiven Produktionsverluste in China werden das Wachstum in allen anderen Regionen zusammen übersteigen.

Über alle Arten hinweg werden Aquakultur und Geflügel das Produktionswachstum im Jahr 2020 anführen. Gleichzeitig bleibt der Markt für Rindfleisch stabil und die Menge der gefangenen Meeresfrüchte ist rückläufig. All diese Änderungen sind jedoch im Vergleich zum starken Produktionsrückgang bei Schweinefleisch geringfügig.

Zuwachs für Europas Exporteure

In Europa erwarten die Analysten der Rabobank, dass die Geflügel- und Schweineproduktion aufgrund der besseren Exportmöglichkeiten nach China steigen werden. Die Rindfleischerzeugung soll aufgrund des schwächeren Verbrauchs jedoch zurückgehen.

In Nordamerika erwartet die Rabobank für 2020 einen Anstieg der Produktion für alle Fleischarten - angeführt von Schweinefleisch, gefolgt von Geflügel und schließlich Rindfleisch. Während der Inlandsverbrauch zunehmen wird, müssen die Exporte zulegen, um dieses Produktionswachstum zu bewältigen.

Auch für Brasilien wird für 2020 für alle Tierarten ein Produktionswachstum erwartet. Exportchancen sind der Haupttreiber, aber auch die Binnennachfrage verbessert sich.

Chinas Fleischlücke bleibt groß

schweine China

In China bestimmt ASP weiterhin die Marktentwicklung. Dabei wird die Schweineproduktion im Jahr 2020 weiter schrumpfen. Gleichzeitig wird die Produktion für alle anderen Arten zunehmen. Doch der Mangel an Schweinefleisch und die Fleischpreise werden auf sehr hohem Niveau liegen.

In Südostasien beeinträchtigt ASP ebenfalls die Schweineproduktion und wird sich voraussichtlich 2020 weiter ausbreiten und die Produktion beeinträchtigen. Die Geflügelproduktion wird im Jahr 2020 jedoch stark ansteigen, auch als Reaktion auf ASP. Die Rindfleischerzeugung bleibt unverändert, aber die Einfuhren steigen.

In Australien werden die Rindfleischerzeugung und die Schaffleischerzeugung aufgrund der knappen Viehbestände im Jahr 2020 stabil bleiben, wobei die Preise für beide fest sind. Die Rabobank erwartet einen Anstieg der neuseeländischen Rindfleisch- und Schaffleischproduktion bei vergleichsweise günstigen Preisen.

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