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Welthandel

Freihandel: EU-Ausschuss stimmt für Abkommen mit Japan

Rinderhälften hängen am Haken im Schlachthaus
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Josef Koch, agrarheute
am
07.11.2018

Das ausgehandelte Freihandelsabkommen (Jefta) mit Japan, hat in Brüssel die erste Hürde genommen. Der Handelsausschuss stimmte dafür. Im Dezember muss das Parlament sein Votum abgeben. Was für Agrarprodukte vorgesehen ist.

Die Handelspolitiker im Europaparlament haben sich für die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union mit Japan (JEFTA) ausgesprochen. Nach Einschätzung des Handelsausschusses des Parlaments handelt es sich hierbei um das für die EU umfassendste bilaterale Handelsabkommen „aller Zeiten“.

Über die Empfehlung des Handelsausschusses wird das Straßburger Plenum bei seiner Dezember-Sitzung entscheiden. Sollten die Europabgeordneten für JEFTA stimmen, steht für dessen Umsetzung nur noch die Zustimmung des japanischen Parlaments aus.

JEFTA sei zudem ein wichtiges Signal für einen offenen, fairen und auf Regeln basierenden internationalen Handel, betonte der Ausschuss gestern in Brüssel. Allerdings pocht das Gremium auf die Verabschiedung von in Japan noch ausstehender Arbeits- und Umweltvorschriften.

Was bei Rind- und Schweinefleisch geplant ist

Bei Schweinefleisch wird Japan den Wertzoll von 4,3 Prozent für hochwertige Schweinefleischstücke über zehn Jahre schrittweise auf null senken. Der spezielle Zoll für geringwertige Stücke wird über zehn Jahre von 482 Yen/kg auf 50 Yen/kg (etwa 0,37 Euro/kg) verringert.

Die Zölle auf Rindfleisch werden schrittweise in 15 Jahren von 38,5 auf 9 Prozent gesenkt. Dabei bleibt der japanische Fleischsektor während dieser Phase durch eine mengenmäßige Schutzklausel geschützt. Die meisten Zölle auf Wein und alkoholische Getränke mit Ausnahme traditioneller japanischer Getränke fallen weg.

Auch für Milchprodukte sind Zollerleichterungen vorgesehen.

Bis zu 85 Prozent des Handels liberalisiert

Das Abkommen sieht vor, dass der Agrarhandel der EU mit Japan in den nächsten Jahren für bis zu 85 Prozent der Produkte liberalisiert wird. Für eine Reihe von Erzeugnissen ist sogar der komplette Wegfall der Zölle geplant, so für Wein und zahlreiche Käsesorten.

Auch für Schweinefleisch sowie verarbeitetes Schweinefleisch aus der EU wird Tokio bei Inkrafttreten von JEFTA einen ungehinderten Marktzugang einräumen. Zudem würde Japan  die Handelshemmnisse für Rindfleisch schrittweise zurückfahren.

Zufrieden mit der Entscheidung des Handelsausschusses zeigte sich der Europäische Dachverband der Weinwirtschaft (CEEV). Japan sei für die EU der fünftgrößte Exportmarkt für Weine. CEEV-Generalsekretär Ignacio Sánchez Recarte pochte auf die Umsetzung der Vereinbarung ab Anfang 2019. Dies sei von entscheidender Bedeutung um im „extremen“ weltweiten Wettbewerb Marktanteile zurückzugewinnen.

Ausführlich über das EU-Handelsabkommen mit Japan hat agrarheute in der Februar-Ausgabe 2/2018 berichtet.

 

Mit Material von AgE

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