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Rinderpreise

Futtermangel beeinflusst Rindermarkt

Milchkühe auf der Weide
am Montag, 20.08.2018 - 16:13 (Jetzt kommentieren)

Ende August scheinen sich die Preise für Schlachtkühe und Bullen wieder zu erholen.

Vorausgegangen war dieser Stabilisierung jedoch ein kräftiger Preisrutsch bei Kühen und Bullen.

Dabei kam der Druck auf die Preise vor allem von dem deutlich höheren Angebot an Schlachtkühen. In den nächsten Wochen könnte das mittlerweile deutlich reduzierte Angebot die Rinderpreise weiter stützen.

Ein Fünftel mehr Kühe geschlachtet

Weidegang

Auslöser für die höheren Kuhschlachtungen war der Futtermangel in Folge der extremen Dürre. Viele Tierhalter reduzierten ihre Kuhbestände, weil auf den Wiesen und Weiden nicht mehr ausreichen Futter zur Versorgung der vorhandene Bestände vorhanden war.

Andere Landwirte brachten Tiere eher als geplant zur Schlachtung bzw. zogen den Weideabtrieb deutlich vor. So konnte man die verbleibenden Rinder besser versorgen. Im Bundesmittel war die Kuhschlachtung in den ersten Augustwochen und im Juli etwa 20 % höher als im Jahr zuvor.

Ähnlich deutlich wie bei Kühen bewegte sich die Färsenschlachtung über dem Vorjahreswert. Die Zahl der geschlachteten Bullen war in den ersten Augustwochen hingegen rund 10 % niedriger als im Jahr zuvor. Offenbar sorgte der Preisrutsch der letzten Wochen für einen deutlichen Rückgang der Abgabebereitschaft der Bullenmäster.

Druck auf die Kuhpreise lässt nach

Kuhpreise

Ende August scheint sich der Markt jedoch zu stabilisieren. Die VEZG berichtete zum Beginn dieser Woche, dass das Angebot an Schlachtrindern im Nordwesten hinter dem Bedarf zurückbleibt.

Anziehende Preise für Jungbullen und für weibliche Rinder sind deshalb zum Beginn der aktuellen Woche die Folge. Bis dahin ging es mit den Preisen jedoch sehr kräftig nach unten.

Die Kuhpreise sind von Juli bis August um fast 40 Cent gefallen und notierten für R-3-Kühe im Bundesmittel nur noch bei 3,03 Euro je kg SG. Die Vorjahrespreise wurden damit um 38 Cent verfehlt. Ähnlich niedrige Kuhpreise gab es zuletzt vor mehr als einem Jahr im März 2017.

Allerdings geben die Kuhpreise auch in "normalen" Jahren aus saisonalen Gründen mit dem Weidabtrieb nach und steigen erst wieder zum Ende des Jahres an. Dieses Jahr begann der Preisrutsch jedoch deutlich eher und fiel zudem weitaus stärker aus.

Bullenpreise scheinen sich zu erholen

Bullenpreise

Die Bullenpreise sind von Juli bis August um knapp 20 Cent gefallen und notierten für R-3-Bullen zuletzt bei 3,57 Euro je kg SG. Die Vorjahrespreise wurden damit um 28 Cent verfehlt. Ähnlich niedrige Bullenpreise gab es zuletzt vor gut einem Jahr im Mai 2017.

Allerdings geben die Bullenpreise auch in „normalen Jahren“ aus saisonalen Gründen bis zur Jahresmitte nach und steigen dann in der zweiten Jahreshälfte wieder an. Dieses Szenario scheint sich auch in diesem Jahr zu wiederholen.

Zudem dürfte die kräftige Reduzierung des Kuhbestandes in den nächsten Monaten für eine Verknappung des gesamten Rindfleischangebotes sorgen. Auch der anhaltende Futtermangel und die schwächere Qualität des Futters dürften die Produktion drosseln.

Dann müssen die Schlachter für Bullen und für Kühe möglicherweise mehr Geld ausgeben als dies ohne die Futterkrise und die jüngste Reduzierung der Bestände der Fall gewesen wäre.

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