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Viehhandel

Mit Horn bleiben Kälber künftig stehen

am Mittwoch, 19.12.2018 - 10:52 (Jetzt kommentieren)

Kälberhändler wollen ab Februar nur noch enthornte Tiere für die Rindermast vermarkten. Milchviehhalter müssen daher ihre Kälber frühzeitig enthornen.

Kraus Kälber

Milchviehhalter müssen ab Februar damit rechnen, dass sie nicht enthornte Kälber für die Rindermast nicht mehr verkaufen können. Bedeutende Viehvermarktungsgenossenschaften und private Viehhandelsunternehmen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben Mitte Dezember eine Vereinbarung unterschrieben, wonach sie ab 1. Februar 2019 nur noch Kälber für die Rindermast handeln, bei denen die Hornanlagen gemäß den Vorgaben des Tierschutzgesetzes und nach guter fachlicher Praxis verödet wurden.

Wie aus der Branche zu hören ist, haben die Unterzeichner einen Marktanteil im Handel mit süddeutschen Kälbern von rund 80 Prozent. Ebenso sei es denkbar, dass sich weitere Vermarkter dem Abkommen anschließen werden.

Weiter heißt es in der Vereinbarung, dass die Vermarkter zu einem verantwortungsvollen und tierschutzgerechten Umgang mit den ihnen anvertrauten Tieren – vom Kalb bis zum Schlachttier – stehen. Ein schonendes und tierschutzgerechtes Veröden der Hornanlagen bei Kälbern sei so früh wie möglich durchzuführen, möglichst in den ersten zwei Lebenswochen.

Um Verletzungen der Tiere untereinander zu vermeiden sowie aus Gründen der Arbeitssicherheit halten die Unterzeichner die routinemäßige Verödung der Hornanlagen in Rinderbeständen zurzeit für unerlässlich.

Was erlaubt ist

Das Tierschutzgesetz erlaubt das Veröden der Hornanlage zum Verhindern des Hornwachstums bei unter sechs Wochen alten Rindern.

Dabei sind alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Schmerzen und Leiden der Tiere zu vermindern. Nach derzeitigem Wissensstand ist für das Veröden der Hornanlage bis zu einem Alter von 42 Tagen die thermische Verödung aus tierschutzfachlicher Sicht die Methode der Wahl.

Vor dem Eingriff sind ein Sedativum und ein mindestens 24 Stunden wirksames Schmerzmittel zu verabreichen.

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