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USA

Immer mehr Schweinefleisch aus den USA

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Josef Koch, agrarheute
am
04.04.2018

In den USA wachsen 2018 deutlich mehr Schweine heran. Wegen der chinesischen Strafzölle könnte der Export aber lahmen. Das bringt Druck auf die US-Schweinepreise.

Schweinehälften am Schlachtband

Die Landwirte in den USA stocken ihre Schweinebestände immer weiter auf. Laut Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) wurden am 1. März 2018 insgesamt 72,91 Millionen Schweine in den Vereinigten Staaten gehalten. Das war der vierte Rekord bei der jährlichen Frühjahrszählung in Folge.

Zwar nahm der Bestand gegenüber der vorherigen Erhebung im Dezember aus saisonalen Gründen um gut eine halbe Million Tiere ab, entscheidender ist aber der Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber Dezember 2016 halten US-Farmer nun aber 2,21 Millionen Stück oder 3,1 Prozent mehr Tiere.

Alle Kategorien legen zu

Die Erzeuger hatten laut USDA in allen Kategorien mehr Tiere im Stall. Dabei nahm die Population der jüngeren Schweine mit einem Gewicht unter 23 kg im Vorjahresvergleich um 3,1 Prozent auf 21,05 Millionen Stück zu.

An Tieren mit einem Gewicht bis 54 kg wurden 18,42 Millionen Stück gehalten, womit das Vorjahresniveau ebenfalls um 3,1 Prozent übertroffen wurde.

Bei den schwereren Mastschweinen war insgesamt der stärkste Zuwachs mit 3,4 Prozent auf 27,24 Millionen Stück zu verzeichnen. Zugenommen hat ebenfalls, wenn auch nur unterdurchschnittlich, die Zahl der Zuchtsauen, und zwar um 1,7 Prozent auf 6,20 Millionen Tiere.
 

Mehr Ferkel pro Sau

Vom Dezember 2017 bis Mai 2018 werden laut USDA voraussichtlich 6,14 Millionen Muttertiere abferkeln; das wären 2,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Hinzu kommt die weiter steigende Produktivität der Sauen. In der zuletzt erfassten Periode von Dezember 2017 bis Februar 2018 wurden mit durchschnittlich 10,58 Ferkeln je Wurf so viele Tiere lebend geboren wie niemals zuvor in diesen Wintermonaten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug das Plus 1,4 Prozent.

 

Chinas Strafzölle drücken US-Schweinepreise

Angesichts der aktuellen Bestandsentwicklung gehen die USDA-Experten von einem deutlichen Anstieg der US-Schweinefleischproduktion im Jahr 2018 aus, die gegenüber dem Vorjahr um rund 600.000 t oder 5,2 Prozent auf 12,21 Mio. t zunehmen soll.

Ob sich der prognostizierte Zuwachs der US-Schweinefleischexporte um 5,2 Prozent auf 2,69 Mio t angesichts der jüngst verhängten chinesischen Strafzölle realisieren lässt, bleibt abzuwarten. Bereits vor dem Aufflammen des Handelskrieges rechneten die USDA-Analysten mit schwächeren Schlachtschweinepreisen, die für das Lebendschwein mit etwa 48,5 $/cwt (0,87 Euro/kg) um rund 4 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen sollen.

Mit Material von AgE
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