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Rindfleischmarkt

Irische Rinderhalter setzen höhere Qualitätszuschläge durch

Schlachthof-rindfleisch
am Montag, 16.09.2019 - 14:34 (Jetzt kommentieren)

In Irland haben Rinderhalter und Fleischindustrie höhere Qualitätsboni vereinbart. Einen Haken hat das Abkommen.

irische Rindermast

Sieben Wochen lang haben irische Rinderhalter vor den Toren der Fleischfabriken protestiert, um höhere Erzeugerpreise durchzusetzen. Die Auswirkungen waren bis in den Einzelhandel zu spüren. Am Wochenende haben sich Erzeugerverbände und Fleischwirtschaft jetzt in einem Verhandlungsmarathon auf ein Abkommen geeinigt. Ziel ist, die prekäre Lage der Rinderhalter zu entschärfen.

Das wurde beschlossen:

  • Der Qualitätszuschlag für Rinder unter 30 Monate steigt von 12 auf 20 Cent/kg.
  • Für Rinder unter 30 Monate niedrigerer Qualität wird ein neuer Preisaufschlag von 12 Cent/kg gezahlt.
  • Für Rinder zwischen 30 und 36 Monate wird ein neuer Qualitätsbonus von 8 Cent/kg eingeführt.
  • Die Haltefrist für den abgebenden Betrieb wird verkürzt.
  • Die Organisation Bord Bia entwickelt einen neuen Preisindex für den Rindfleischmarkt inklusive der wichtigsten Exportmärkte und den Erlösen für Schlachtnebenprodukte.

Regierung wird Lebendexport weiter unterstützen

Das Abkommen ergänzt die im August beschlossenen Vereinbarungen. Um strukturelle Probleme längerfristig anzupacken, wurde außerdem beschlossen, die Abrechnungsmasken von der Forschungseinrichtung Teagasc überprüfen zu lassen. Die Anforderungen des Marktes und der Verbraucher sollen von unabhängiger Seite untersucht werden.

Auch die Spannen entlang der Wertschöpfungskette einschließlich der Bewertung des "fünften Viertels" sollen unabhängig untersucht werden.

Bord Bia wird die Absatzförderung in der EU und China stärken und eine geschützte Herkunftsangabe für irisches Rindfleisch beantragen.

Die Regierung verpflichtete sich zudem, den Aufbau einer Erzeugerorganisation für Rindfleisch zu unterstützen. Ferner wird die Regierung den Lebendtierexport weiterhin befürworten.

Task Force für den Rindfleischsektor

Eine unabhängige Task Force soll überwachen, dass alle Elemente des Abkommens umgesetzt und eingehalten werden.

Ob das Abkommen in Kraft tritt, hängt allerdings an zwei Bedingungen: Zum einen müssen die Landwirte ihre Proteste vor den Schlachtereien einstellen. Zum anderen muss die Fleischindustrie auf Klagen gegen die Demonstranten verzichten.

Ob die beteiligten Verbände alle Rinderhalter davon überzeugen können, ihre Blockaden aufzugeben und die Vereinbarung mitzutragen, war am ersten Tag nach Abschluss der Verhandlungen noch nicht sicher.

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