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Schweinemarkt

Die ISN-Schweinebörse springt endlich wieder an

Schweine bei der Verladung
am Freitag, 31.07.2020 - 11:23 (Jetzt kommentieren)

Erstmals seit fünf Wochen wurden an der ISN-Schweinebörse wieder erfolgreich Tiere verkauft.

Von der Internetauktion ging heute (31.07.) ein Signal der Hoffnung für alle Schweinehalter aus. Zum Monatsende wurden dort drei Partien mit insgesamt 435 Tieren zum Durchschnittspreis von 1,43 Euro je kg Schlachtgewicht (SG) abgesetzt.

Das war die erste erfolgreiche Handelsrunde seit dem 30. Juni 2020. Seither hatten die dort angebotenen Tiere keinen Abnehmer gefunden. Zuletzt war auch die Auktion am vergangenen Dienstag erfolglos verlaufen. Dabei hatten die Anbieter einheitlich ein Mindestgebot von 1,40 Euro erwartet, das aber nicht erreicht wurde.

Das Geschäft läuft zaghaft wieder an

Schweinehälften hängen am Haken

Zur heutigen Auktion waren insgesamt 1.385 Tiere in neun Partien aufgetrieben worden. Den Zuschlag erhielt rund ein Drittel des Angebotes. Das Geschäft hat damit einen vorsichtigen Neustart genommen. Der Durchschnittspreis wurde mit 1,43 Euro je kg Schlachtgewicht festgestellt. Die Spanne war sehr eng mit 1,425 Euro bis 1,43 Euro.

Der Auktionspreis blieb damit unter dem von der VEZG am Mittwoch für die laufende Schlachtwoche empfohlenen Preisniveau.

Nach Einschätzung der ISN wäre für eine weitere Marktentlastung ein weiteres Hochfahren des Tönnies-Schlachtbetriebs in Rheda-Wiedenbrück nötig. Dort werden seit zwei Wochen wieder Schweine im Probebetrieb geschlachtet. Die maximale Kapazität von 30.000 Tieren pro Tag wird mit den gegenwärtig 8.000 geschlachteten und zerlegten Tieren aber bei weitem nicht erreicht. Dazu müsste in dem Werk der Mehrschichtbetrieb wieder aufgenommen werden.

ISN rechnet weiter mit Vermarktungsschwierigkeiten im Nordwesten

Nach Angaben der ISN ist aber noch unklar, wann in Rheda-Wiedenbrück eine zweite Schicht gefahren werden kann. Daher werden die regionalen Marktüberhänge an reifen Schlachtschweinen nur sehr langsam abgebaut.

Die ISN rechnet damit, dass die Vermarktungsschwierigkeiten im Nordwesten noch eine Weile anhalten werden. In einigen südlichen Regionen sei vom Angebotsstau hingegen weniger zu spüren.

Wenn die Schlachtkapazitäten wieder erhöht werden können, sind nach Einschätzung der ISN allerdings gute Voraussetzungen für eine weitere Marktentspannung gegeben. Die Nachfrage nach Fleisch entwickelt sich auf allen Absatzkanälen positiv. Im Lebensmitteleinzelhandel kaufen die Verbraucher rege Grillartikel ein. Im Außer-Haus-Bereich sind Impulse durch die Gastronomie in den Urlaubsregionen zu spüren. Auch im Export hört die ISN von besseren Geschäften. Unter diesen Umständen seie eine schnelle Normalisierung der Schlachtkapazitäten notwendig, damit auch die Schweineerzeuger preislich davon profitieren können, so der Verband.

Hier geht es zu den aktuellen Erzeugerpreisen für Schweine.

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