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Milchvermarktung

Milch: Erzeugergemeinschaften und Genossenschaften weiter stärken

Bayern-MEG-DBV-EU
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Josef Koch, agrarheute
am
01.12.2017

Die Verlängerung des Milchpaketes über 2020 hinaus schafft Sicherheit. Dennoch muss die EU-Kommission noch weitere Anpassungen vornehmen.

Bayern-MEG und DBV mit EU-Vertreter

 „Die Verlängerung des Milchpaketes über das Jahr 2020 hinaus schafft schon heute politische Verlässlichkeit für unsere Milcherzeugergemeinschaften. Wir begrüßen dieses wichtige Ergebnis der Überarbeitung der Gemeinsamen Marktorganisation.“

Diese Feststellung zur jüngst ausgehandelten Omnibus-Verordnung zur Überarbeitung der Gemeinsamen Agrarpolitik traf DBV-Milchpräsident Karsten Schmal bei der Sitzung des Beratungsausschusses für Milchpolitik der EU-Kommission.

Obergrenze muss gelockert werden

„Zur weiteren Verbesserung der Verhandlungsposition der Landwirte in der Lebensmittelkette ist jedoch die bestehende Größenbeschränkung für Erzeugergemeinschaften anzupassen und zwar zu erhöhen. Für Deutschland greift eine Obergrenze von rund 5,3 Mrd. kg Milch.

Diese behindert sonst die weitere Entwicklung bereits erfolgreicher Zusammenschlüsse. Ferner wird sie dem weiterhin stattfindenden Größenwachstum etlicher Privatmolkereien nicht mehr gerecht, um auf Augenhöhe in Verhandlungen treten zu können,“ erklärte Schmal.

In der Expertenrunde der EU wurden Erfahrungen in den EU-Mitgliedstaaten bezüglich der Umsetzung des Milchpaketes ausgetauscht. Der Geschäftsführer der Bayern MeG, Markus Seemüller, konnte hierbei auf Vorschlag des DBV seine Tätigkeitsfelder gegenüber der EU-Kommission sowie den interessierten berufsständischen Vertretern anderer europäischer Staaten vorstellen. Die Bayern MeG ist als größte europäische Milcherzeugergemeinschaft mit über 4 Mrd. kg Milch ein Vorzeigeprojekt des Milchpakets.

Unfaire Handelspraktiken bleiben ganz oben auf Agenda

Im Hinblick auf die künftige Entwicklung erhob DBV-Milchpräsident Schmal die Forderung, die Vermarktungsorganisationen der Milchbauern, also Genossenschaften und Erzeugergemeinschaften, in der Lebensmittelkette weiter zu stärken.

„Wir begrüßen die Aussagen von EU-Generaldirektor Jerzy Plewa, dieses Ansinnen bei den anstehenden Aktivitäten der EU-Kommission zur Verhinderung unfairer Handelspraktiken in der Lebensmittelkette weit oben auf der Agenda zu belassen“, betonte Schmal.

So wie sich Erzeugerorganisationen ihr Angebot gegenüber Privatmolkereien bündeln könnten, sollten diese Möglichkeit auch die Genossenschaften gegenüber dem zunehmend konzentrierten Lebensmitteleinzelhandel erhalten.

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