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Schweinepreis

Niederlande: Vion garantiert feste Schweinepreise

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Josef Koch , agrarheute
am
02.03.2018

Vion will in den Niederlanden ab Ende März einen Mehrwochenpreis anbieten. Schweinehalter sollen damit stabilere Preise erhalten. Noch ist das ein Pilotprojekt.

Schwein schaut aus der Stallbucht

Ab Ende März haben niederländische Schweinemäster die Möglichkeit, bei Vion ihre Schlachtschweine über ein neues Mehrwochenpreissystem zu vermarkten.

Schweinehalter, die sich dem Pilotversuch anschließen wollen, müssen für mindestens ein Jahr mindestens 10 bis maximal 50 Prozent ihrer jährlichen Produktion über den Mehrwochenpreis liefern. Zunächst gilt das Angebot nur für Betriebe, die im geschlossenen System arbeiten, berichtet die ISN.

Der sogenannte Vion Langzeitpreis (LZP) wird für jeweils 13 Wochen bestimmt. Die Festlegung des LZP auf diesen Zeitraum knüpft an das übliche saisonale Muster bei Futtergewinn und Schweinepreis an. Rückblickend betrachtet gebe es zwischen beiden eine starke Korrelation, erläutert die Vion in einer Pressemitteilung. Indem die Schweinehalter für denselben Zeitraum mit ihren Futterlieferanten einen Festpreis vereinbaren, könnten sie ihre Marge für Schweine im Pilotversuch festschreiben.

Prognose für Futterkosten

Grundlage für das Festlegen des Langzeitpreises sind der Futtergewinn (Schlachterlöse minus Futterkosten) in den vergangenen zwölf Jahren sowie die Abschätzung der Futterkosten.

Um ein Prognosemodell für die kommenden 13 Wochen zu erhalten, wird der so genannte MAS-Index genutzt. Dieser Index schätzt die Futterpreisentwicklung auf den Terminmärkten für Weizen, Mais und Sojaschrot in Chicago und Paris.

Starke Notierung bleibt wichtig

Die Preisrisiken zu minimieren, ist laut ISN für beide Seiten – rot und grün – vorteilhaft. Gegen eine Sicherung der Rohstoffversorgung der Schlachter sei grundsätzlich nichts einzuwenden, so die ISN. Der Erfolg des Langzeitpreises für die Erzeuger werde aber auch weiterhin von der Existenz einer starken Notierung abhängen, da dieser an den in der Vergangenheit erzielten Preis gekoppelt sei, meint die ISN.

Laut ISN bietet das Pilotprojekt keine grundsätzliche Garantie für einen auskömmlichen Deckungsbeitrag. Das Modell gilt in der Pilotphase beispielsweise nur für geschlossene Systeme. So berücksichtigt Vion neben den technischen und biologischen Ergebnissen auch die Ferkelkosten nicht.

"Aber: Versuch macht klug. Die Ergebnisse der Pilotbetriebe werden über den Erfolg dieser Vermarktungsform entscheiden. Es wäre durchaus wünschenswert, dass Vion die auf der diesjährigen ISN-Mitgliederversammlung vorgestellten Konzepte auf Deutschland ausweitet, um die Akzeptanz auch bei den hiesigen Schweinehaltern zu testen", unterstreicht die ISN.

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