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Eierproduktion und Eierverbrauch

Ostereier: Deutsche Landwirte erzeugen nicht genug

Eier
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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
19.04.2019

Nicht nur zu Ostern essen die Deutschen Eier. Übers Jahr verteilt werden hierzulande 292 Hühnereier pro Kopf verbraucht.

Davon erzeugen die deutschen Landewirte gut zwei Drittel. Der Rest muss importiert werden.

Zwei Drittel der Eier werden in Deutschland in Bodenhaltung erzeugt. Aus der ökologischen Produktion kommen gut 10 Prozent der Eier. Die Eierpreise sind in diesem Jahr deutlich niedriger als vor 12 Monaten auch wenn es zuletzt etwas noch oben ging.

Produktion deckt nicht den Bedarf

Knapp 47 Millionen Hennen legten in Deutschland im Jahr 2018 etwa 14,8 Mrd. Eier. Pro Henne sind dies jeweils 291 Stück. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Eiern lag 2018 in Deutschland bei 235 Stück pro Jahr und damit rund 5 Eier höher als im Jahr zuvor. Der deutsche Selbstversorgungsgrad beträgt nur 74 Prozent und ist damit so niedrig wie zuletzt im Jahr 2012.

Im Jahr 2010 wurde in Deutschland die Käfighaltung von Legehennen verboten. Seitdem hat sich die Struktur der Legehennen-Haltung und Eiererzeugung sehr stark verändert. Derzeit werden Eier in Kleingruppen-, Boden- und Freilandhaltung sowie in ökologischer Produktion erzeugt. Die Bodenhaltung ist mit 65 Prozent der Haltungsplätze die dominierende Haltungsform.

Fast die Hälfte der Hennen in Großbetrieben

Zuletzt gab es in Deutschland 1.826 landwirtschaftliche Betriebe mit 3.000 und mehr Hennen-Haltungsplätzen. Die meisten dieser Betriebe halten zwischen 10.000 und 30.000 Hennen. Rund fünf Prozent der Betriebe halten mehr als 100.000 Tiere und knapp zwei Prozent der Erzeuger halten sogar mehr als 200.000 Hennen.

Fast 40 Prozent aller Legehennen leben in den großen Betrieben mit mehr als 100.000 Tieren. Der regionale Schwerpunkt der deutschen Eiererzeugung liegt in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die größten Betriebe befinden sich mit durchschnittlich 66.500 Hennen jedoch in Brandenburg.

Bodenhaltung dominiert

Hennenhaltung

Die Kleingruppenhaltung ist in Deutschland seit 2016 nicht mehr zulässig. Für bestehende Einrichtungen gilt noch eine Auslauffrist bis 2025. Der Anteil der Kleingruppenhaltungen liegt aktuell nur noch bei etwa 10 Prozent

Die Freilandhaltung hat einen Anteil von 15 Prozent an den Haltungsplätzen und nimmt nach der dominierenden Bodenhaltung Rang zwei ein. Bei dieser Haltungsform muss jeder Henne zusätzlich zum Stallraum noch Auslauffläche zur Verfügung gestellt werden.

Die ökologische Eiererzeugung wächst kontinuierlich. Die Zahl der Ökolegehennen liegt bei etwa 4,5 Millionen Tieren. Das sind 11 Prozent der Legehennen. Kleine Haltungen von weniger als 3.000 Tieren spielen in Ökobetrieben eine größere Rolle als in konventionellen Produktion.

Bis zu 320 Eier pro Henne und Jahr

Von Natur aus wäre die Eierproduktion im Frühjahr am höchsten. Mit zunehmender Dunkelheit würde im Winter die sogenannte "Mauser" einsetzen. Während der Mauser legt ein Huhn nur noch wenige oder gar keine Eier mehr. Diesen Vorgang steuern körpereigene Hormone. Trotz aller züchterischen Bemühungen lässt sich die Mauser nicht beliebig lange hinauszögern.

Deshalb nimmt man die Legehennen nach einem guten Jahr aus dem Produktionsprozess heraus und schlachtet sie. Sie werden als Suppenhühner vermarktet. Eine Henne würde normalerweise so viele Eier legen, bis das Gelege voll ist. Das wäre bei etwa 10 bis 12 Eiern der Fall. Dann erst beginnt sie, diese auszubrüten.

In einem Legebetrieb rollen die Eier automatisch auf ein Transportband oder werden eingesammelt. Die Henne regt das an, immer weiter Eier zu legen – so lange, bis das Gelege eigentlich voll wäre, was bei der modernen Haltung nie der Fall sein wird. Heute können Legehennen bis zu 320 Eier pro Jahr legen.

Packstellen kennzeichnen die Eier

eier

Die Eier werden vom Erzeuger auf schnellstem Wege in die Packstelle gebracht. Dort wird es sorgfältig kontrolliert, nach Gewichts- und Güteklassen sortiert, verpackt und gekennzeichnet. In Deutschland gibt es etwa 3.100 zugelassene Packstellen. Teilweise sind die Legebetriebe gleichzeitig als Packstelle zugelassen.

Die Packstellen-Nummer verrät, in welchem EU-Land oder Bundesland die Eier verpackt wurden. In Deutschland verpackte Eier werden mit "DE" gekennzeichnet. An zweiter Stelle folgt die Zahl für das Bundesland, daran anschließende Zahlen beziehen sich auf die einzelne Packstelle. Diese Angaben sind auf der Eierverpackung zu finden.

Erzeugercode gibt Auskunft

In der Europäischen Union müssen Eier der Güteklasse A mit einem Erzeugercode gestempelt werden. Aus diesem geht die Art der Legehennenhaltung hervor.

Eier müssen nur dann nicht gekennzeichnet werden, wenn der Erzeuger sie auf seinem Hof oder im Verkauf an der Tür innerhalb des Erzeugungsgebietes - also höchstens 100 Kilometer vom Produktionsort entfernt - unmittelbar an den Endverbraucher zum Eigenbedarf abgibt.

Eier, die von Direktvermarktern auf örtlichen öffentlichen Märkten angeboten werden, müssen mit einem Erzeugercode gekennzeichnet sein. Aus dem Erzeugercode ist die Art der Legehennen-Haltung und die Herkunft des Eies ersichtlich.

Mit Material von Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
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