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Rindermarkt und Preise

Rinder: Preisschock durch Corona-Krise

Mastbullen
am Freitag, 20.03.2020 - 13:02 (1 Kommentar)

Der Rindfleisch-Markt gerät durch die Corona-Krise in schwere Turbulenzen. Die Preise für Kühe stürzen um 40 Cent und für Bullen um 20 Cent nach unten.

Auslöser ist die massenhafte Schließung von Restaurants und der dadurch ausgelöste Einbruch der Nachfrage. Zuvor hatten bereits die großflächigen Sperrmaßnahmen in Italien und die Grenzschließungen für Absatzprobleme und Preisdruck gesorgt.

Schlachter und Fleischhändler berichten nun, dass der Verkauf von Rindfleisch an Restaurants, Caterer und Kantinen zum großen Teil zusammengebrochen ist. Zuvor war bereits der Absatz von Rindfleisch und Rinderhälften nach Italien ins Stocken geraten.

Auch nach Frankreich und in den Beneluxraum werden üblicherweise größere Mengen Kuhfleisch verkauft. All diese Transporte sind zunehmend schwieriger – und Nachfrage und Konsum schrumpfen in den anderen europäischen Ländern aus den selben Gründen wie in Deutschland.

Rinderpreise stürzen dramatisch ab

Rinderhälften

Schlachter in Deutschland müssen die zum Teil schwer verkäufliche Fleischteile einfrieren. Edelteile finden kaum noch Abnehmer. Der Preis für Jungbullen ist diese Woche deshalb deutlich eingebrochen. Die VEZG meldete für Jungbullen der Handelsklasse R3 am Donnerstag nur noch einen Preis 3,36 Cent je Kilogramm. Das sind 26 Cent weniger als in der Woche zuvor. Für gute U3-Bullen brachen die Preise binnen einer Woche von 3,67 Euro auf nur noch 3,41 Euro/kg ein. Das ist ebenfalls ein Abschlag von 26 Cent.

Noch schlimmer war der Preissturz bei Kühen. Tiere der Handelsklasse O3 Kühe wurden binnen einer Woche rund 40 Cent schlechter bezahlt. Die Preise lagen für Tiere mit einem Schlachtgewicht von 270 kg nur noch bei 2,33 Euro/kg und bei Kühen von 310 kg bei 2,43 Euro/kg, berichte die VEZG.

Das dies schon der Tiefpunkt des Preissturzes ist, scheint angesichts des Ausmaßes der Absatzprobleme und der Krise eher unwahrscheinlich. Zwar dürfte der Preisverfall auch zu einem deutlichen Rückgang des Schlachtkuh-Angebots führen – zumal die Weidesaison vor der Tür steht ­– doch entscheidend wird sein, wie lange die Corona-Krise und die Absatzprobleme andauern.  

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