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Rindermarkt und Preise

Rinderpreise: Absatzkrise ist nicht vorüber

Bullenmast
am Donnerstag, 26.03.2020 - 14:45 (Jetzt kommentieren)

Die Absatzkrise ist wohl noch lange nicht vorüber – doch die Preise für Bullen und Schlachtkühe haben sich etwas von ihrem Absturz erholt.

Dagegen gab es für Schlachtfärsen kaum mehr Geld und der Preise für Schlachtkälber blieben am Boden. Der Grund für die moderate Preiserholung ist der deutliche Rückgang der angebotenen und abgelieferten Tiere. Die VEZG stellt in ihrem Wochenbericht fest: „Das Angebot an Jungbullen fällt zum Ende der laufenden Woche nur knapp ausreichend aus. Anziehende Preise sind die Folge. Weibliche Tiere werden eher stabil bewertet“.

Viele Rindermäster waren nach dem Preissturz der vorigen Woche offenbar nicht bereit, ihre Tiere zu solchen Dumpingpreise zu verkaufen“, berichten Marktbeobachter. Allerdings sind die Rinderpreise trotz der aktuellen Erholung noch ziemlich weit von dem Niveau von vor dem Absturz entfernt.

Aber immerhin: Im Vergleich zu den Preisen der vergangenen Woche werden für mittelschwere Bullen etwa 14 Cent je kg mehr bezahlt und für Schlachtkühe und Färsen liegt der Aufschlag gerade einmal bei 7 Cent. Kaum verändert haben sich die katastrophalen Schlachtkälberpreise.

Gastronomie-Absatz ist tot, EU-Versand stockt

Mastrinder

Trotz der moderaten Preiserholung hat sich an der katastrophalen Absatzlage aber kaum etwas verändert. Der wichtigste Absatzkanal für deutsche Schlachter - nämlich Restaurants, Kantinen, Fast-Food und Burger-Restaurants bleiben bis auf weiteres dicht. Dazu kommt, dass auch der Versand von Kuhfleisch nach Südeuropa und in andere EU-Länder wegen der verschärften Quarantäne-Maßnahmen und der unterbrochenen Lieferketten kaum noch möglich ist.

Und es gibt noch ein Problem: Auch die Preise für das so genannte fünfte Viertel – gemeint sind Rinderhäute ­– sind im freien Fall und schmälern den Gesamterlös erheblich. Da jetzt viele Menschen zu Hause sind und auch zu Hause essen, hat sich nach Einschätzungen aus dem LEH der Absatz von Rindfleisch an den Frischetheken zuletzt etwas verbessert. Doch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Riesensorgen haben auch Landwirte die Kälber mästen oder zur Weitermast verkaufen. Sie wissen aufgrund des stockenden Absatzes in Deutschland, Italien und in den Niederlande nicht, ob sie ihre Tiere überhaupt noch los werden. Die Preise für Schlachtkälber sind deshalb hierzulande kräftig abgestürzt und haben sich auch diese Woche nicht erholt.

Rinderpreise nur leicht erholt

Schlachtkuhpreise

Der Preis für Jungbullen ist diese Woche im Schnitt um etwa 14 Cent gestiegen. Die VEZG meldete für Jungbullen von Fleischrassen der Handelsklasse R3 am Donnerstag einen Preis 3,50 Cent je Kilogramm. Das sind 14 Cent mehr als in der Woche zuvor, jedoch immer noch 12 Cent weniger als vor zwei Wochen. Für gute U3-Bullen legten die Preise von 3,41 Euro auf 3,55 Euro/kg zu. Das ist ebenfalls ein Aufschlag von 14 Cent.

Noch etwas schwächer fiel die Preiserholung bei Kühen aus. Tiere der Handelsklasse O3 Kühe wurden nur 7 Cent besser bezahlt – nachdem die Kurse in der Vorwoche um 40 Cent nach unten gerauscht waren. Die Preise lagen für Tiere mit einem Schlachtgewicht von 270 kg jetzt bei 2,40 Euro/kg und bei Kühen mit 310 kg bei 2,50 Euro/kg.

Für Schlachtfärsen der Handelsklasse R3 mit 300 kg Schlachtgewicht wurden 3,25 Euro je kg gezahlt und damit genau so wenig wie in der Vorwoche und 22 Cent weniger als vor zwei Wochen. Für pauschal abgerechnet Schlachtkälber mit einem Schlachtgewicht von 156 Kilogramm lagen die Preise im Bundesmittel nur noch bei 4,24 Euro je kg. Vor wenigen Wochen wurden immerhin noch 4,56 Euro je kg gezahlt.

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