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Rindermarkt und Rinderpreise

Rinderpreise erholen sich – nach Absturz auf 9-Jahrestief

bullen-mast
am Dienstag, 19.05.2020 - 17:27 (Jetzt kommentieren)

Der Markt für Schlachtrinder scheint sich nach den schweren Turbulenzen der letzten Wochen wieder etwas zu erholen.

preise-für-schlachtkühe

Allerdings liegen Preise und Schlachtzahlen weiter auf einem extrem niedrigen Niveau. Für Jungbullen sind die Preise seit März um etwa 40 Cent gefallen. Rindermäster bekamen in der der zweiten Maiwoche so wenig Geld für ihre Bullen wie zuletzt im April 2011 – also vor 9 Jahren.

Die Preise für Schlachtkühe sind sogar noch unter das letzte Preistief von 2011 gefallen – ein Absturz um 54 Cent seit März. Zu Beginn der dritten Maiwoche scheinen sich die Preise für Bullen und Kühe jedoch wieder etwas zu erholen.

Bullen- und Kuhpreise stürzten auf 9-Jahrestiefs

preise-für-jungbullen

Zwar ist auch die Nachfrage der Schlachter weiter sehr verhalten – das Angebot an lebenden Rindern ist jedoch noch kleiner.  Und die Nachfrage zieht mit der Öffnung von Restaurants und Hotel wieder etwas an.

Die Schlachtzahlen legen seit der vorigen Wiche – auch wegen Pfingsten – ebenfalls wieder zu, sind aber noch immer erheblich niedriger als im vorigen Jahr. Das gilt ganz besonders für Schlachtkühe.

So meldet die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch am Montag (18.05.), dass die Preisangebote der Schlachter für Kühe um etwa 6 Cent höher liegen als in der vorigen Woche. Für gute Jungbullen werden zum Wochenbeginn ebenfalls etwa 6 Cent mehr geboten und für O-Bullen beträgt das Plus 3 Cent.

Damit würden die Preise für O-3-Kühe mit einem Schlachtgewicht von 270 kg etwa bei 2,26 Euro je Kg liegen und bei einem Schlachtgewicht von 310 kg läge der Preis bei 2,36 Euro je kg SG. Für R3 Bullen würden die Preise im Schnitt auf 3,36 Euro je kg SG steigen und für O3-Bullen ginge es auf 3,08 Cent nach oben.

Restaurants und Hotels öffnen wieder - allmählich

Schlachter

Der Hauptgrund für den dramatischen Absturz der Rinderpreise war die Schließung fast der gesamten Gastronomie, von Kantinen, Caterern und Hotels. In diesem Segment ist der Absatz von Rindfleisch eigentlich besonders hoch. In den letzten Wochen ist dieser Absatzkanal jedoch fast völlig weggebrochen, so dass die auch die Schlachtung deutlich zurückgefahren wurde.

Ähnlich negativ wirkte sich der weitgehend zusammengebrochene Fleischversandhandel in eine ganze Reihe von europäischen Ländern aus. Hier spielten Grenzschließungen, aber auch die Schließung von Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben vor Ort (Italien) sowie das Fehlen des Urlaubs- und Hotelbetriebs eine große Rolle.

Die ersten vorsichtigen Öffnungen von Restaurants und Hotels könnten in den kommenden Wochen deshalb für Nachfrage-Impulse und eine weitere Erholung der Preise sorgen. Die Impulse aus dem Versandhandel in die Urlaubsgebiete nach Südeuropa könnten jedoch noch einige Zeit verhalten ausfallen.

Große Unsicherheit für den Absatz und die Preise besteht weiterhin durch das Risiko, das Schlachter möglichweise wegen Corona-Fällen geschlossen werden oder die Produktion runterfahren müssen.

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