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Rindermarkt und Rinderpreise

Rinderpreise bleiben weiter sehr hoch - die Kosten aber auch

rinder.
am Freitag, 16.07.2021 - 09:43 (1 Kommentar)

Rinderhalter können beruhigt sein. Der Versuch der Schlachter, die Rinderpreise zu drücken, ist schon wieder zu Ende.

Bullenpreise.

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) geht in ihrer aktuellen Markteinschätzung davon aus, dass diese Woche wieder mit stabilisierten Preisen zu rechnen ist. Ohnehin standen vor allem die Bullenpreise unter Druck, während die Schlachtkuhpreise sich ganz gut behaupten konnten. Für gute Färsen haben die Schlachter im Bundesmittel soagr mehr Geld ausgegeben.

Im Bundesmittel haben die Preise für Jungbullen der Handelsklasse R3 in den letzten drei Wochen um etwa 8 Cent auf 3,86 Euro je kg SG nachgegeben. Auch dieser korrigieret Preis ist jedoch noch 41 Cent höher als zum gleichen Termin im vorigen Jahr. Bei einem aktuellen Schlachtgewicht von durchschnittlich 417 kg für R3-Bullen, ergibt sich so ein Mehrerlös pro Bulle von insgesamt 172 Euro. Allerdings dürfte ein erheblicher Teil des Mehrerlöses durch die wesentlich höheren Futterkosten (und sonstigen Kosten) wieder aufgefressen werden.

Trotz der Konsolidierung der Bullenpreise ist ein erneuter Preisanstieg indessen nicht wahrscheinlich. Der Grund: Der typische saisonale Preisverlauf bei Rindfleisch zeigt für die Sommermonate und die Ferienzeit bestenfalls eine seitwärts gerichtete Preisbewegung. Erst ab dem Herbst ist dann bis zum Jahresende mit einem kräftigen Anstieg der Bullenpreise zu rechnen. Das dürfte dieses Jahr nicht anders sein.

Gestützt werden die Bullenpreise indessen durch das fortgesetzt begrenzte Angebot – so lagen die Schlachtzahlen nach der amtlichen Abrechnung in den letzten beiden Wochen immerhin 5 und 6 Prozent unter dem keineswegs berühmten Vorjahr. Und im ganzen ersten Halbjahr wurden knapp 4 Prozent weniger Bullen geschlachtet - das sind immerhin rund 20.000 Tiere weniger.   

Schlachtkuhpreise weiter sehr hoch

schlachtkuhpreise.

Noch besser als bei Bullen sieht die Marktlage bei weiblichen Schlachtrindern aus. Die Preise für Schlachtkühe haben sich zuletzt gut behauptet. Im Bundesmittel sind die Preise für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 in den letzten beiden Wochen um 3 Cent auf 3,55 Euro je kg SG zurückgegangen.

Damit zahlen die Schlachter für Kühe derzeit 73 Cent mehr als zum gleichen Termin im vorigen Jahr. Bei einem Schlachtgewicht für R3-Kühe von durchschnittlich 372 kg ergibt sich so ein Mehrerlös pro Schlachtkuh von insgesamt 268 Euro zum Vorjahr.

Die Preise für Schlachtkühe erreichen aus saisonalen Gründen eigentlich im Juli ihren Höhepunkt – denn dann ist das Angebot wegen der Weidesaison knapp. Im Spätsommer und Herbst kommen dann wieder mehr (selektierte) Kühe auf den Markt und die Preise gehen bis zum Jahresende zurück.

Ob das in der durch Corona stark veränderten Absatzlage ebenso  passiert, ist jedoch nicht sicher – denn überraschenderweise liegen die derzeitigen Schlachtzahlen über dem Vorjahr – was auf eine verstärkte Nachfrage aus der Verarbeitungsindustrie (Kuhfleisch) und auch aus dem gerade wieder gestarteten Gastronomiebereich hindeutet.

Die Kuhschlachtung lag nach der amtlichen Abrechnung in den letzten beiden Wochen immerhin 4 bis 8 Prozent über dem Vorjahr. Im ersten Halbjahr wurden immerhin 4 Prozent mehr Kühe geschlachtet - das sind rund 16.000 Tiere mehr.   

Färsenpreise sind sogar weiter gestiegen

Färsenpreise.

Für Schlachtfärsen zeigt die aktuelle Schlachtstatistik überraschendes: Nämlich steigende Preise. So sind die Preise für Schlachtfärsen der Handelsklasse R3 in den letzten vier Wochen um 6 Cent auf 3,76 Euro je kg SG nach oben geklettert – und waren in der vorigen Woche stabil.

Damit zahlen die  Schlachter für Färsen derzeit 50 Cent mehr als zum gleichen Termin im vorigen Jahr. Bei einem Schlachtgewicht für R3-Färsen von durchschnittlich 330 kg ergibt sich so ein Mehrerlös pro Schlachtfärse von insgesamt 165 Euro zum Vorjahr.

Die Schlachtzahlen lagen nach der amtlichen Abrechnung in den letzten beiden Schlachtwochen dennoch 6 und sogar 15 Prozent über dem Vorjahr. Im ganzen ersten Halbjahr wurden rund 7 Prozent mehr Färsen geschlachtet - das sind immerhin rund 14.000 Tiere mehr.   

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