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Rindermarkt und Rinderpreise

Rinderpreise steigen weiter steil an: Neue Rekordpreise für Bullen

Bullenmast.
am Freitag, 07.01.2022 - 11:50 (1 Kommentar)

Die Preise für Bullen, Schlachtkühe und Färsen steigen im neuen Jahr steil an. Für Bullen werden sogar neue Rekordpreise gezahlt. Auch für Schlachtkühe und Färsen geben die Schlachter im neuen Jahr deutlich mehr Geld aus. Die Preiseaufschläge gegenüber der letzten Woche im alten Jahr lagen bei 10 Cent. Das aktuelle Angebot an Bullen und Kühen ist offenbar sehr knapp.

Bullenpreise.

Bereits in der letzten Jahreswoche 2021 hatten die Preise für Schlachtrinder kräftig zugelegt. Das Angebot war klein und die Schlachter zahlten zwischen den Feiertagen für alle Rinder-Kategorien mehr Geld. Die Preisaufschläge hatten je nach Rinderkategorie zwischen 5 und 6 Cent gelegen. Doch im neuen Jahr setzt sich der Preisanstieg mit noch stärkerem Tempo fort und bei Bullen erreichen die Preise Anfang 2022 neue Rekordstände.

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) meldet für die laufende erste Jahreswoche Preisaufschläge von 10 Cent für Bullen und Kühe und von 5 bis 10 Cent für Schlachtfärsen. „Zum Ende der ersten Januarwoche bedingt das knappe Schlachtrinderangebot weiter steigende Preise für Jungbullen und weibliche Gattungen“, heißt es im Marktbericht der VEZG.

Dabei haben die Bullenpreise in den letzten 10 Jahren zum Jahresbeginn eigentlich nachgegeben und sind dann im Verlauf der folgenden Monate bis zur Jahresmitte deutlich gefallen. Im ersten Corona-Jahr 2020 stürzten die Preise bis zum Sommer sogar auf ein schlimmes 9-Jahrestief. Dieser Preissturz drückte viele Mäster weit in die Verlustzone und sorgten für zahlreiche Betriebsaufgaben. Die Folge: Das verfügbare Angebot an Bullen schrumpfte kräftig. Und der Markt hat sich seit 2020 dann immer schneller erholt.

Marktexperte Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hatte bereits im November 2021 vor dem Rindfleischausschuss des Landvolks Niedersachsen gesagt: „Rindfleisch ist EU-weit ein knappes Gut. Das wird sich bei den Erlösen auch im nächsten Jahr bemerkbar machen, und dieser positive Trend wird sich fortsetzen." Diese Prognose bestätigt sich gerade.

Rinderpreise steigen weiter – gegen den Trend

schlachtkuhpreise.

In „normalen Jahren“ geben die Bullenpreise aus saisonalen Gründen eigentlich in den ersten Monaten des Jahres nach und steigen erst nach „dem Sommertief“ im Verlauf der zweiten Jahreshälfte wieder an. Zum Ende des Jahres – um die Weihnachtszeit – erreichen die Preise dann meist ihren höchsten Stand. Das ist eigentlich der typische saisonale Verlauf der Bullenpreise.

Große Ausnahme: Das vorige Jahr 2021. Dort blieben die Preise in den ersten Monaten des Jahres zunächst auf hohem Niveau stabil und in der zweiten Jahreshälfte kletterten die Bullenpreise dann auf immer neue Rekordmarken. Bis zum Jahresende 2021 gab es eigentlich nur eine Richtung: Nach oben. Dieser Trend setzt sich nun zum Jahresbeginn 2022 erst einmal fort.

Ob es in den kommenden Wochen – wie im Vorjahr seitwärts geht – oder ob die Preise doch noch unter Druck geraten, hängt sicher auch von der Nachfrage aus der Gastronomie und den Großküchen ab - bzw. vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie.

Fakt ist offenbar auch, dass aus Drittländern wie Argentinien oder Brasilien weiterhin wenig Rindfleisch auf den deutschen und europäischen Markt kommt – wegen der Lieferkettenprobleme und auch weil die Weltmarkpreise derzeit sehr hoch sind und sich auch anderswo gut Geld mit Rindfleisch verdienen lässt.

Mittlerweile fließt auch deutlich mehr Rindfleisch aus Südamerika und von anderen großen Exporteuren auf den chinesischen Markt. Denn: Die ASP-Krise und das knappe und teure Angebot an Schweinefleisch in China haben dort die Verzehrsgewohnheiten zu Gunsten von Rindfleisch spürbar verändert. Die chinesischen Rindfleischimporte sind jedenfalls auch weiterhin sehr hoch.

Rinderpreise steigen Anfang 2022 um 10 Cent

färsenpreise.

Am Montag, den 03.01.2021 nannte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen in Höhe von 4,74 EUR/kg SG. Das waren 10 Cent mehr als in der Woche zuvor und zudem ein neuer Preisrekord. Für schwarzbunte R3-Jungbullen meldet die VEZG einen Preis von 4,69 EUR/kg SG. Das waren ebenfalls 10 Cent mehr als in der Woche zuvor.

Die BLE hatte für Ende Dezember einen bundesweiten R-3-Bullenpreis von 4,68 Euro je kg SG festgestellt. Das waren 0,89 Euro mehr als im Jahr zuvor und außerdem 4 Cent mehr als der bisherige Preisrekord für Jungbullen von 4,64 Euro. Sollt sich der aktuell von der VEZG für die erste Januarwoche erwartete Preis bestätigen, wäre das dann der neue Spitzenpreis.  

Auch die Preise für Kühe sind im neuen Jahr deutlich gestiegen. Für Tiere der Klasse R3 (310 kg) stiegen die Preise in der aktuellen Woche um 10 Cent auf 3,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht und für O3-Kühe notierte man ebenfalls eine Plus von 10 Cent auf 3,35 Euro je kg.

Für Färsen der Kategorie R3 mit 300 kg SG wurden Anfang  des Jahres 4,28 Euro je kg notiert – und damit 5 Cent mehr als in der Vorwoche und für O3-Färsen wurden 3,50 Euro je kg gezahlt – das sind 10 Cent mehr. Die BLE für Ende Dezember einen bundesweiten R-3-Schlachtkuhpreis von 3,71 Euro je kg SG festgesellt. Das waren nur 9 Cent weniger als zur Preisspitze im November jedoch 1,07 Euro mehr als im Jahr zuvor und nicht mehr allzu weit vom letzten Preisrekord von 3,80 Euro entfernt.

Für R-3-Schlachtfärsen lagen die Preise Ende Dezember nach den letzten Meldungen der BLE im bundesweiten Mittel bei 4,24 Euro je kg SG. Damit bekamen die Rinderhalter für Schlachtfärsen 0,89 Euro mehr als im Jahr zuvor und notierten zugleich 13 Cent unter dem letzten Preisrekord von 4,37 Euro je kg.

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