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Rindfleischmarkt

Rindfleisch: Argentinier machen deutschen Mästern mehr Konkurrenz

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Josef Koch, agrarheute
am
26.02.2018

Deutsche Bullenmäster müssen im Jahresverlauf mit mehr Konkurrenz aus Argentinien rechnen. Die Südamerikaner wollen ihre Hilton-Importquote besser ausschöpfen.

Argentinien will mehr Rindfleisch in die EU einführen. Für deutsche Bullenmäster könnte die zusätzlich Konkurrenz aus Südamerika die guten Aussichten am Rindfleischmarkt eintrüben.

Zum anderen gibt es nun eine Umverteilung ungenutzter Lieferrechte innerhalb der sogenannten Hilton-Quote zum zollfreien Rindfleischexport in die Europäische Union. Wie das argentinische Landwirtschaftsministerium zu der kürzlich veröffentlichten Resolution feststellte, soll die sogenannte Hilton-Quote für Rindfleischlieferungen in die EU durch die Umverteilung besser genutzt werden.

Bislang werde die Quote von aktuell 29.500 t bei weitem nicht ausgeschöpft, weil einzelne Fleischerzeuger zu wenig exportierten. Um das Gesamtgeschäft zu fördern, wurde Mitte Februar ein Topf mit ungenutzten Quotenmengen eingerichtet. Der Resolution zufolge, mussten Betriebe, die bis zum 1. Februar nicht mindestens 60 Prozent ihrer am 1. Juli 2017 zugeteilten Quote für das Vermarktungsjahr 2017/18 erfüllten, einen Teil ihrer Lieferrechte in diesen Topf einfließen lassen.

Damit können nun die Exportunternehmen Lieferrechte für 2.602 t Rindfleisch neu abrufen, um sie in diesem Vermarktungsjahr zu nutzen. Bei der Neuverteilung werde derjenige zuerst bedient, der am schnellsten sei.

2017 mehr Rindfleisch aus Argentinien

Im vergangenen Jahr haben die Argentinier indes mit knapp 50.000 t Rindfleisch gut 6.500 t mehr in die EU eingeführt als 2016. Insgesamt hat die EU aber mit 306.198 t über 8 Prozent weniger Rindfleisch aus Drittländern bezogen als im Jahr zuvor. Besonders die Rindfleischimporte aus Brasilien und Australien nahmen ab. Diese Länder zählen neben Uruguay, Argentinien und den USA zu den wichtigsten Rindfleischlieferanten der EU. 

Laut Eurostat zählt Argentinien mit zu den günstigsten Anbietern von Rindfleisch am Weltmarkt. Während dort die Tiere 2,44 Euro/kg kosten, bekamen die EU-Bauern im Januar 3,88 Euro/kg ausbezahlt. Nur in Brasilien kosten Rinder mit 2,25 Euro/kg noch weniger als in Argentinien. In Südamerika stehen die Rinderpreise derzeit stark unter Druck.

Die hohen EU-Rinderpreise schadeten aber dem EU-Rindfleischexport nicht. Nach den Eurostat-Zahlen konnte die EU in 2017 mit 768.207 t rund 9,5 Prozent mehr Rindfleisch in Drittländer ausführen.

Videoüberwachung für mehr Transparenz

Die in Kürze in Kraft tretende Verpflichtung zur Videoüberwachung trifft nicht nur die Exporteure, sondern alle Schlachthöfe in Argentinien. Sämtliche Rinderschlachtungen müssen künftig durch Kamerazeichnungen der Wiegungen dokumentiert und die Videos einschließlich der dazugehörigen Wiegedaten an eine staatliche Monitoringstelle übermittelt werden.

Mit dieser Vorgabe will die Staatsregierung die Transparenz in der Branche erhöhen. Ziele sind eine verbesserte Datengrundlage für politische Entscheidungen und vor allem die Bekämpfung von „Irregularitäten".

Mit Material von AgE
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