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Rindermarkt 2018

Rückläufige Rindfleischpreise erwartet

am Mittwoch, 27.12.2017 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Jungbullen sind in Deutschland Ende 2017 so hoch wie seit 4 Jahren nicht mehr. Auch für Schlachtkühe kletterten die Notierungen auf den höchsten Stand seit fast 3 Jahren und im Jahresmittel dürften die Kuhpreise ebenfalls ein 4-Jahreshoch erreicht haben.

Ähnliche Preisentwicklungen lassen sich in den meisten anderen für den EU-Rindfleischmarkt maßgeblichen Ländern beobachten, auch wenn die Rinderpreise nicht überall so kräftig gestiegen sind wie hierzulande.

Auch am Weltmarkt waren die Rindfleischpreise 2017 relativ hoch, was die Kurse am europäischen Binnenmarkt im zurückliegenden Jahr ebenfalls gestützt haben dürfte.

Für das nächste Jahr rechnet die Kommission in ihrer mittelfristigen Marktvorschau  mit einem sehr kräftigen Rückgang der Rindfleischpreise an den Exportmärkten auf den niedrigsten Stand seit 9 Jahren.

Deutlich nach unten, jedoch nicht so kräftig wie am Weltmarkt ist die erwartete Preis-Korrektur in Europa.

Globale Produktion und Exporte wachsen kräftig

Rindfleisch Welt

Ursache für den von der Kommission erwarteten Preisdruck am Weltmarkt dürfte die für deutlich 2018 deutlich größer auf einem neuen Rekordstand erwartete globale Produktion sein.

Während die Kommission für die Europäische Union mit leicht rückläufigen Produktions- und Verbrauchszahlen erwartet und damit von eher stabilen Marktverhältnissen ausgeht, rechnet man am Weltmarkt (und insbesondere bei den großen Exporteuren) mit  einen kräftigen Anstieg der Produktion und der Exportmengen.

Das gilt insbesondere für die Top-Exporteure Brasilien und die USA, aber auch für Argentinien, Australien sowie Indien. Für den europäischen Markt haben ganz besonders die wachsenden Ausfuhrmengen aus Brasilien und Argentinien Gewicht, zumal Brasilien am russischen Markt zuletzt Probleme hatte und deshalb verstärkt auf andere Märkte drängen dürfte.

Aber auch die USA rangieren als Lieferant von Rindfleisch nach Europa mittlerweile auf Position 5 und Australien auf Rang 6. Ein Preisrutsch bei den Exportpreisen würde sich also unmittelbar auf die Markpreise in Europa auswirken zumal die EU auch als Exporteur etwa gleich auf mit Kanada auf Rang 7 liegt, und die Ausfuhren in den letzten Jahren um 65 % ausgebaut hat und rund 5 % der Gesamtproduktion exportiert.

Weltmarkt drückt Preise in Europa

Rindfleisch europa

Die Europäische Kommission weist im Rahmen ihrer mittelfristigen Marktvorschau für das Jahr 2017 einen Anstieg der Rindfleischpreise am europäischen Binnenmarkt um rund 2 % auf 3.750 Euro je t aus.

Damit wird das hohe Preisniveau des Jahres 2015  von 3.772 Euro je t nur knapp verfehlt. Für das Jahr 2018 rechnen die Kommissionsexperten jedoch mit einem deutlichen Rückgang der Rindfleischpreise um knapp 8 % bzw. mehr als 311 Euro. Erwartet werden mit 3.439 Euro/t (3,44 Euro/kg) die niedrigsten Markpreise seit dem Jahr 2010.

Ursache  für den scharfen Preisrückgang sind offenbar die ebenfalls deutlich rückläufig erwarteten Weltmarktpreise für Rindfleisch (siehe Grafik oben). Hier meldet die Kommission für das Jahr 2017 noch einen durchschnittlichen Preis von 4.040 USD je t.

Im Jahr 2018 sollen die Weltmarkpreise (wegen des wachsenden Angebots) dann jedoch um rund 20 % auf umgerechnet nur noch 3.232 USD je t fallen. Das wären die niedrigsten Weltmarkpreise seit dem Jahr 2009.

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