Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Folgen der Corona-Krise

Schließung von Tönnies drückt deutsche Fleischproduktion

Mitarbeiter in der Zerlegung bei Tönnies
am Freitag, 07.08.2020 - 10:01 (Jetzt kommentieren)

Die Schließung des Tönnies-Werkes Rheda-Wiedenbrück hatte einen messbaren Einfluss auf die deutsche Fleischproduktion.

Grafische Darstellung der Fleischproduktion

Die Fleischproduktion in Deutschland ist im zweiten Quartal deutlich gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verringerte sie sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,6 Prozent. An den Zahlen ist ablesbar, dass die Behörden mit dem Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück Mitte Juni den größten deutschen Schlachtbetrieb für vier Wochen stillgelegt haben.

Von Januar bis Ende März 2020 hatten die Schlachtbetriebe insgesamt noch 1,4 Prozent mehr Fleisch erzeugt als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Unter dem Strich stand im ersten Halbjahr dann ein Rückgang um rund 0,6 Prozent auf knapp 3,9 Millionen Tonnen.

Schlachtungen haben sich regional verlagert

Die Tönnies-Zwangspause wirkte sich auch auf die regionale Verteilung der Schlachtmengen aus. Während die Produktion von Schweinefleisch in Nordrhein-Westfalen im zweiten Quartal um 9,8 Prozent auf 381.300 Tonnen zurückging, stieg sie im größten Erzeugerland Niedersachsen um 2,0 Prozent auf 417.300 Tonnen und in Sachsen-Anhalt sogar um 12,9 Prozent.

Diese Entwicklungen sind nach Einschätzung der Wiesbadener Statistiker wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass einzelne Schlachtbetriebe infolge der Corona-Pandemie zeitweise geschlossen waren oder mit eingeschränkter Kapazität arbeiteten. Von den dort fehlenden Kapazitäten haben Betriebe in anderen Bundesländern profitiert.

Die Verlagerung der Schlachtungen führte regional zu erheblichen Turbulenzen in der Vermarktung von Schlachtschweinen. Ein Angebotsüberhang war die Folge. Auf dem Höhepunkt der Fleischkrise gerieten die Schlachtschweinepreise vorübergehend unter massiven Druck.

Weniger Rind- und Schweinefleisch erzeugt

Die aus gewerblichen Schlachtungen in Deutschland insgesamt erzeugte Schweinefleischmenge war im ersten Halbjahr 2020 mit 2,6 Millionen Tonnen um 1,0 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die Rindfleischproduktion sank sogar um 2,1 Prozent auf 521.800 Tonnen. Ausschlaggebend für den Rückgang war auch hier die im Vorjahresvergleich um 5,1 Prozent geringere Erzeugung im zweiten Quartal. 

Im Unterschied zur Schweine- und Rindfleischproduktion ist die erzeugte Menge an Geflügelfleisch im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent auf 801.800 Tonnen gestiegen.

Lesen Sie im agrarheute-Topthema, wie die Corona-Krise die Schlachtbranche unter Druck gesetzt hat.

Mit Material von dpa, destatis

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...