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Fleischmarkt

Schweinefleisch: So wenig wie seit zehn Jahren nicht mehr

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Josef Koch, agrarheute
am
21.02.2019

Deusche Bauern erzeugen immer weniger Schweine- und Rindfleisch. Experten erwarten deutlich weniger Schweine- und Bullenschlachtungen in diesem Jahr.

Schweinehälften im Schlachthof

Im laufenden Jahr ist aufgrund der gesunkenen Tierbestände mit einem weiteren Rückgang der Rind- und Schweinefleischerzeugung in Deutschland zu rechnen. So lautet zumindest die aktuelle Prognose des Thünen-Instituts (TI), die unter Federführung des Wissenschaftlers Dr. Josef Efken vom Institut für Marktanalysen angefertigt worden ist.

Für 2019 erwarten die Braunschweiger Experten für den Schweinemarkt bei erneut rückläufigen Lebendeinfuhren einen Rückgang des Schlachtaufkommens im Vorjahresvergleich um rund 1 Million Tiere oder 1,8 Prozent auf 55,71 Mio. Schweine. Bei weitgehend unveränderten Schlachtgewichten soll die Nettoschweinefleischerzeugung ebenfalls um 1,8 Prozent auf dann 5,26 Mio. t sinken. Das wäre die niedrigste Menge seit 2009.

4,1 Prozent weniger Schweine erwartet

Neben geringeren Lebendimporten nennen die TI-Analysten den niedrigeren Schweinebestand in Deutschland als Hauptgrund für den prognostizierten Erzeugungsrückgang. Die hiesige Schweinepopulation war in den zwölf Monaten bis November 2018 um 4,1 Prozent auf 26,44 Mio. Schweine und damit so stark gefallen wie lange nicht mehr.

Weiter in einem negativen Trend sehen die TI-Experten auch den Schweinefleischverbrauch in Deutschland. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verzehr könnte im Vergleich zu 2018 im Schnitt um 0,5 kg auf 35,1 kg zurückgehen. Damit würde dieser um 4,5 kg oder 11 Prozent unter dem Niveau vor zehn Jahren liegen.

So wenig Rindfleisch wie seit fast 30 Jahren nicht mehr

Rinderhälften hängen am Haken im Schlachthaus

Für Rindfleisch prognostizieren die Analysen aus Braunschweig mit Blick auf das laufende Jahr gegenüber 2018 einen Erzeugungsrückgang in den Schlachthöfen um 2,3 Prozent auf 1,09 Mio t. Das wäre die kleinste Menge seit der Wiedervereinigung. Mit Ausnahme der Kälber und unbedeutenden Jungrinder wird für alle anderen Rinderkategorien ein geringeres Schlachtaufkommen erwartet. Am stärksten soll die Fleischerzeugung bei Ochsen und Bullen mit 3,8 Prozent auf 493.000 t zurückgehen. Dagegen dürfte die Abnahme bei Schlachtkühen mit 1,3 Prozent auf 377.000 t moderater ausfallen dürfte.

Die kleinere heimische Erzeugung wird den TI-Analysten zufolge die Rindfleischeinfuhren Deutschlands gegenüber 2018 voraussichtlich um 3,5 Prozent auf 520.000 t steigen lassen, während für die Ausfuhren ein Rückgang um 3 Prozent auf 410.000 t erwartet wird. Der Durchschnittverzehr soll unverändert bei 9,9 kg pro Kopf liegen. Für den Selbstversorgungsgrad würde sich daraus ein Absinken von 96,7 Prozent im Jahr 2018 auf 94,3 Prozent im laufenden Jahr ableiten. Vor zehn Jahren lag diese Kennziffer noch bei 118,8 Prozent.

Mit Material von AgE
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