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Handelsstreit

Schweinefleisch: US-Export leidet unter Strafzöllen

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Josef Koch, agrarheute
am
18.07.2018

Die US-Schweinefleischexporte nach China sind wegen der Strafzölle im Mai kräftig eingebrochen. Für Schweinefleisch aus der EU erhebt China deutlich niedrigere Zölle. Das bietet Chancen.

Die aufgrund des Handelsstreits mit den USA eingeführten chinesischen Strafzölle für US-Schweinefleisch scheinen erste Wirkung zu zeigen. Laut Daten der amerikanischen Exportorganisation für Fleisch (USMEF) ist im Mai die Liefermenge einschließlich Nebenerzeugnissen in die Volksrepublik gegenüber dem Vormonat um ein Viertel auf 21.525 t eingebrochen. Im Vergleich zum Mai 2017 war ein Minus von 37 Prozent zu verzeichnen.

Von Januar bis Mai verkauften die US-Anbieter insgesamt 125.070 t Schweinefleisch nach China. Das waren 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die nicht von den Strafzöllen betroffenen Lieferungen nach Hongkong waren in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ebenfalls rückläufig, und zwar um 19 Prozent auf 62.370 t.

Für EU-Schweinefleisch gelten deutlich niedrigere Zölle

Bereits im April hatte China einen Retorsionszoll von 25 Prozent zusätzlich zur bisherigen Einfuhrabgabe von 12 Prozent für US-Schweinefleisch eingeführt. Im Juli kam eine weitere Belastung von 25 Prozent hinzu, was laut USMEF den Gesamtzoll auf 62 Prozent nach oben trieb.

Für die Wettbewerber aus der Europäischen Union, Brasilien und Kanada gilt hingegen nur ein Satz von 12 Prozent. Laut USMEF-Präsident Dan Halstrom werden die US-Exporte nach China in der zweiten Jahreshälfte 2018 zu einer noch größeren Herausforderung werden. EU-Exporteure von Schweinefleisch rechnen daher mit besseren Absatzchancen auf den Märkten in China und Mexiko. 

In den ersten vier Monaten 2018 lag der EU-Schweinefleischexport mit rund 1,3 Mio. t in etwa auf Vorjahreshöhe. Dabei gingen die EU-Lieferungen nach Cina um 6 Prozent zurück, die nach Hong Kong um 26,5 Prozent auf gut 90.000 t. Floriert hat die Ausfuhr in andere asiatische Länder wie Japan, Südkorea oder auf die Philippinen.

Mexiko erhebt auch Zölle für US-Schweinefleisch

Auch Mexiko hat Vergeltungszölle für US-Schweinefleisch eingeführt, doch traten diese in zwei Schritten erst im Juni und Juli mit einem Gesamtstrafzoll von 20 Prozent in Kraft. In den Exportdaten für Januar bis Mai ist deshalb ein Effekt dieser Maßnahme noch nicht sichtbar.

Die US-Anbieter verkauften in diesem Zeitraum 353.260 t Schweinefleisch einschließlich Nebenerzeugnissen an ihren wichtigsten Kunden Mexiko. Im Vergleich zur Vorjahresperiode ist das ein Plus von 6 Prozent.

Insgesamt nahm die US-Schweinefleischausfuhr gegenüber Januar bis Mai 2017 um 3 Prozent auf 1,08 Mio t zu.  Der Exporterlös von 2,85 Mrd. US-Dollar (2,43 Mrd Euro) lag um 6 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Mit Material von AgE
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