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Schweinepreise

Schweinemarkt: Preise steigen – doch Corona wird gefährlich

Schweine
am Mittwoch, 26.02.2020 - 15:55 (Jetzt kommentieren)

Die Schweinepreise steigen deutlich. Auch Ferkel werden teurer. Das Corona-Virus bringt jedoch den Absatz nach Asien und Italien ins Stocken.

Das Schweineangebot fällt zum Beginn der Woche weiter klein aus, berichtet die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG). Die verfügbaren Schweine reichen demnach nicht aus, um die bestehende Nachfrage zu bedienen, heißt es weiter. Deshalb wird seitens der VEZG mit weiter ansteigenden Schweinepreisen gerechnet.

Auch bei unseren niederländischen Nachbarn sind die Preise diese Woche kräftig gestiegen. Allerdings wird dort ausdrücklich vor den unmittelbaren Folgen des Corona-Virus gewarnt. Hintergrund ist der ins Stocken kommende Absatz nach Italien und vor allem auch nach Asien.

Die Folge: Die Kühlhäuser könnten sich schneller füllen als gedacht. Noch läuft der Absatz von lebenden Schweinen und Ferkeln in Deutschland - und auch in den Niederlanden - aber sehr gut. Und die Preise sind diese Woche kräftig gestiegen.

Schweine- und Ferkelpreise steigen

Schweinepreise

Die VEZG meldet am Mittwoch, den für den Zeitraum 27. Februar bis zum 04. März einen Schweinepreis von 2,02 Euro je Indexpunkt. Das ist ein Anstieg von 6 Cent zur vorigen Notierung. Die Preispanne wird mit 2,00 bis 2,03 Euro je Indexpunkt angegeben. Die Menge der vermarkteten Schweine liegt bei 211.100 Stück und damit 0,9 Prozent höher als in der Vorwoche – als 209.300 Schweine vermarktet wurden. Das durchschnittliche Schlachtgewicht wird mit 96,40 kg angegeben – dass ist ein Plus von 0,2 kg zur Vorwoche.

Die Nachfrage nach Schlachtsauen entwickelte sich ebenfalls gut. Nach Einschätzung der VEZG reichen die Angebotsmengen nicht immer aus, um den bestehenden Bedarf zu decken. Weiter ansteigende Preise werden deshalb erwartet. Der VEZG-Basis-Preis für Schlachtsauen ab Hof vom Mittwoch, für den Zeitraum vom 27. Februar bis zum 04. März 2020, wird mit 1,61 Euro je kg SG angegeben. Gegenüber der Vorwoche ist das ein Plus von 5 Cent. Die Preisspanne liegt bei 1,59 Euro bis 1,62 Euro je kg SG. Die Zahl der vermarkteten Sauen ging leicht zurück.

Bei Ferkeln meldet die VEZG, dass die rege Nachfrage am deutschen Markt durch das verfügbare Angebot nicht gedeckt werden kann. In der laufenden 9. Kalenderwoche steigen die Ferkelpreise deshalb erneut deutlich an. Der Ferkelpreis (25kg / 200er Gruppe) für den Zeitraum vom 24.02. bis 01.03.2020 wird mit 80,50 Euro je Stück angegebenen. Gegenüber der Vorwoche ist das ein Aufschlag von 3,50 Euro.

Absatz nach China und Italien stockt

Schlachthof-Schweinehälften

Das Coronavirus in Italien und Asien wirkt sich bereits auf den Handel mit Schweinefleisch aus. Nach Angaben von Händlern stagnieren die Verkäufe nach Italien, gleichzeitig es logistisch schwierig ist, Fleisch nach Asien zu transportieren. Dies führt dazu, dass sich Kühlhäuser füllen.

Trotzdem sind die Schweinepreise diese Woche europaweit noch gestiegen. Doch die Fleischverkäufe werden sowohl in Europa als auch in Asien zunehmend schwieriger. Eine Reihe von fleischverarbeitenden Unternehmen in Italien wurde bereits geschlossen. Auch viele Verarbeitungsunternehmen in China sind weiterhin dicht. Außerdem halten chinesische Frischmärkte und Restaurants ihre Türen weiter zu.

An chinesischen Häfen werden weiterhin nur wenige Schiffe entladen. Dies bedeutet auch, dass weniger Schweinefleisch zu den Konsumenten kommt. Das alles bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Markt. Schlachthöfe und Fleischexporteure erwarten jedoch, dass sich die Schweinefleischverkäufe nach Italien und Asien schnell erholen werden, wenn die Corona-Epidemie im Griff ist.

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