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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreis bricht ein – Tönnies-Krise wird schlimmer

Eine Gruppe von Schweinen steht im Schlamm
am Mittwoch, 08.07.2020 - 12:08 (Jetzt kommentieren)

Wie befürchtet geht es mit den Schweinepreisen steil nach unten. Der Rückstau von Schweinen am Markt wird immer größer.

Arbeiter bei Tönnies zerlegen Tiere

Zahlreiche Schlachter haben im Vorfeld der Notierung bereits mit Hauspreisen auf die Schweinemarkt-Krise reagiert. Dem immensen Druck kann sich die VEZG nicht entziehen – zumal jetzt auch die Fleischpreise deutlich einbrechen. Eine Besserung dürft wohl erst mit der Wiederaufnahme der Schlachtung bei Tönnies in Rheda möglich sein.

Doch davon ist man offenbar noch weit entfernt. So stauen sich die Schweine in den den Ställen – und werden immer schwerer. Und auch Ferkelerzeuger werden ihre Tiere nicht mehr los, den die benötigen Plätze werden nicht frei. Lange können die Schweinehalter das jedenfalls nicht mehr durchhalten.

Die VEZG berichtet: Infolge der eingeschränkten und zurückgefahrenen Schlachtungen fällt das verfügbare Angebot fortgesetzt mehr als ausreichend aus. Seitens der Schlachtunternehmen wird großer Druck auf die Preise ausgeübt. Deutliche Preisabschläge sind in der neuen Schlachtwoche die Folge.

Und die großen Probleme am Schweinemarkt spiegeln sich auch im Fleischgeschäft wieder. Die VEZG berichte: Die Stimmung ist derzeit sehr eingetrübt. Die Marktteilnehmer sind verunsichert und die angebotenen Mengen übersteigen infolge des Preisdrucks den Bedarf.

Dem Vernehmen nach wird Tönnies die Produktion in Rheda Wiedenbrück in der kommenden Woche noch nicht wieder starten, sodass die Schweine weiter auf andere Standorte verteilt werden müssen. Das Fazit: Der Druck auf die Preise bleibt bestehen – denn der Überhang wird größer.

Notierung bricht um 13 Cent auf 1,47 Euro/kg ein

Die VEZG meldet für den Zeitraum vom 09. Juli bis zum 15. Juli einen Schweinepreis von 1,47 Euro je Indexpunkt. Zur vorigen Notierung sind die Preise damit um 13 Cent eingebrochen.

Die Preisspanne war mit 1,47 Euro bis 1,50 Euro nicht sehr groß. Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine wurde mit 300.100 Stück angegeben und war damit nochmals 19 Prozent größer als in der Vorwoche, als 252.500 Schweine angemeldet wurden.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 96,6 kg gemeldet. Das ist im Vergleich zur Vorwoche ein sehr deutlches Plus von 0,4 kg und zeigt auch den enormen Rückstau bei der Ablieferung der Schweine an.

Wie entwickeln sich aktuell die Ferkelpreise?

Am deutschen Ferkelmarkt sorgen die Überhänge am Schlachtschweinemarkt für eine deutlich verhaltener ausfallende Ferkelnachfrage. Spürbar schwächer ausfallende Preise sind in der aktuellen Woche die Folge, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wird für den Zeitraum vom 06.07. bis 12.07.2020 mit 49 Euro je Stück angegeben. Gegenüber der Vorwoche wurde der Ferkelpreis damit um 6 Euro nach unten gesetzt.

Sauenpreise stürzen ebenfalls ab

Das verfügbare Angebot an Schlachtsauen wird infolge der eingeschränkten Schlacht- und Zerlegekapazitäten weiterhin nur verhalten nachgefragt. Infolge der entstandenen Angebotsüberhänge werden die Auszahlungspreise deutlich reduziert, berichtet die VEZG.

Für den Zeitraum vom 09. Juli bis zum 15. Juli 2020, wurde der Preis mit 0,78 Euro je kg SG angegeben. Gegenüber der Woche ist der Durchschnittspreis um 13 Cent gefallen. Die Preisspanne lag zwischen 0,75 und 0,81 Cent.

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