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Schweineerzeugung

Schweinepreis: Gute Aussichten für 2020

am Montag, 28.10.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Schweinefleisch wird 2020 weltweit knapp. Die Erzeugung sinkt und der Importbedarf in Asien wächst.

Schweinehälften im Schlachthof

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Asien wird dafür sorgen, dass im kommenden Jahr die Welterzeugung an Schweinefleisch nochmals deutlich sinken wird. Davon geht der EU-Prognoseausschuss aus. Weltweit wird laut den EU-Experten die Erzeugung um gut zehn Prozent auf knapp unter 104 Mio. t sinken. Bereits im laufenden Jahr ging sie um vier Prozent auf knapp 116 Mio. t zurück.

Wesentlicher Grund sind die Rückgänge in China, Vietnam und auf den Philippinen. Während die chinesischen Mäster im kommenden Jahr 25 Prozent weniger Schweinefleisch produzieren, sinkt die Erzeugung in Vietnam um gut sechs Prozent und auf den Philippinen um über 16 Prozent.

Obwohl die EU, USA, Brasilien und Russland mehr Schweinefleisch hervorbringen dürften, wird dies die Lücken in Asien nicht stopfen. Die dortige Minderproduktion wird aber bessere Exportchancen für Schweinefleisch  aus der EU und Deutschland bieten.

Deutsche Exporte sind kräftig angestiegen

Ein derartiger Bestandsrückgang bleibt deshalb nicht ohne Folgen. China importiert zurzeit große Menge an Schweinefleisch aus dem Ausland, so auch aus Deutschland. Aktuelle Zahlen der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) belegen, dass die Exporte nach China gegenüber 2018 um 46 Prozent zugenommen haben, was 334.000 Tonnen Schweinefleisch entspricht.

Damit liegen die Chinaexporte noch weit vor den Exporten nach Italien, die mit 225.000 Tonnen Platz 2 belegen.

Aufgrund des knappen Angebots an Schlachtschweinen kam es in China bereits zu drastischen Preissteigerungen. Nach Angaben von Nachrichtendienst Agra Europe sind die Kilopreise für Schweinefleisch im letzten Jahr um 140 Prozent gestiegen und liegen mittlerweile bei rund fünf Euro pro Kilogramm. Der Preis habe sich allein in den letzten drei Monaten verdoppelt. Ähnlich sieht die Marktsituation bei Ferkeln aus: Ein Ferkel kostet in China aktuell nicht weniger als 155 Euro.

EU bleibt Exportweltmeister

Die Exportaussichten bleiben gut. Der EU-Prognoseausschuss sagt für 2020 für die EU eine Zunahme der EU-Ausfuhren um 13 Prozent auf 3,6 Mio. t zu. In diesem Jahr sollen sich die Ausfuhren um 10 Prozent auf 3,2 Mio. t erhöhen. Kräftiges Wachstum ist auch für die USA und Brasilien zu erwarten. Die Kanadier, nach den USA die drittgrößten Exporteure,  werden aber ihre Ausfuhren voraussichtlich nicht steigern können. Die EU bleibt damit auch 2020 Exportweltmeister für Schweinefleisch.

Die Chinesen sollen laut der EU-Prognose im kommenden Jahr 3,5 Mio. t Schweinefleisch benötigen. Das sind 35 Prozent mehr als 2019. Im laufenden Jahr sind die Importe aber schon um über 66 Prozent auf 2,6 Mio. t geklettert.

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