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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise weiter im Keller – Alarmglocken schrillen lauter

mastschweine.
am Mittwoch, 09.02.2022 - 15:37 (1 Kommentar)

Die Schweinepreise bleiben unverändert. Die Absatzkrise geht in die nächste Runde.

schweinepreise.

Die preisbildenden Faktoren des Schweinemarktes haben sich gegenüber der Vorwoche nicht grundlegend verändert, sagt die Interessengemeinschaft der Schweinhalter (ISN) in ihrem wöchentlichen Marktüberblick. Das Problem ist: Der europäische Fleischmarkt ist nach wie vor überreichlich versorgt. Gleichzeitig stören Personalausfälle in Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung die Vermarktung.

Fleischverkäufer berichten weiterhin über eine relativ schwache Nachfrage nach Schweinefleisch, was durch die Restriktionen der Corona-Pandemie verstärkt wird. Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen in mehreren Ländern (zum Beispiel in Dänemark) könnten die Nachfrage jedoch beleben. In Deutschland machen sich die Personalausfälle in den Betrieben der Schlacht- und Fleischbranche noch stärker als in anderen europäischen Ländern bemerkbar, beobachtet die ISN. Deshalb ist die aktuelle Entwicklung von einer verzögerten Vermarktung geprägt.

Im Fleischgeschäft blieb die zum Monatswechsel erhoffte Belebung der Nachfrage leider aus, sagt die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) in ihrem Wochenbericht. Einzelne Artikel mussten sogar leichte Preisabschläge hinnehmen, sodass der Schlachtkörper im Wochenvergleich rund einen Cent nachgab, hat die VEZG ausgerechnet.

Zwar gingen auch Angebot und Schlachtungen zurück, dennoch reichen die verfügbaren Schweine für die schwache Nachfrage gut aus. In der vorigen fünften Kalenderwoche war die Zahl der insgesamt in Deutschland geschlachteten Schweine mit 786.871 Stück – im Vorjahresvergleich – immerhin 8 Prozent kleiner. Gegenüber der Vorwoche nahm die Schlachtung hingegen um 2,5 Prozent zu. Die VEZG erwartet für die kommenden Tage jedoch weiter eine stabile Entwicklung der Preise.

Zusammenbruch der Strukturen befürchtet

Ferkelpreise.

Wie dramatisch die Lage am Schweinemarkt weiterhin ist, zeigt die Warnung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) vor einem flächendeckenden Zusammenbruch der Strukturen in der Schweinebranche und auch in den vor- und nachgelagerten Bereichen. „Wir sind in einer dramatischen Situation, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht hatten“, sagte der WLV-Präsident Hubertus Beringmeier auf einem digitalen Krisengipfel mit fast 500 Teilnehmern.

Aufgrund hoher Futterkosten, desaströser Erzeugererlöse und fehlender Absatzmöglichkeiten im Bereich Schweinefleisch seien viele Erzeuger in eine extreme wirtschaftliche Notlage geraten.

Der Sprecher des Arbeitskreises Ferkelerzeugung im WLV, Carsten Spieker, sieht neben der Politik auch den Lebensmitteleinzelhandel, die Großverbraucher und die Gastronomie in der Pflicht. „Diese Akteure legen angeblich großen Wert auf regionale Erzeugnisse. Wenn dies tatsächlich ernst gemeint ist, dann haben sie jetzt die Gelegenheit, gemeinsam mit uns zeitnah Preismodelle zu entwickeln und in den Markt einzuführen, die unseren Schweinehaltern angemessene Erzeugerpreise ermöglichen“, sagte Spieker.

Schweinepreise bleiben weiter auf Tauchstation

Für den Zeitraum vom 10. Februar bis 16. Februar notierte die VEZG einen Schweinepreis von 1,20 Euro je Indexpunkt. Zur vorigen Notierung haben sich die Preise damit nicht verändert.

Die Preisspanne lag zwischen 1,20 und 1,25 Euro je kg und zeigt eigentlich einen leicht nach oben gerichteten Preistrend an. Doch zu spüren ist davon nichts.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war mit 265.700 Tieren 4,3 Prozent größer als in der Vorwoche, für die 254.700 Schweine abgerechnet wurden.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 97,4 angegeben. Das ist im Vergleich zur Vorwoche ein unverändertes Schlachtgewicht.

Ferkelpreise bleiben im Keller

Die weiterhin unveränderte Marktsituation hat in der laufenden 6. Kalenderwoche erneut gleichbleibende Ferkelpreise zur Folge, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wurde für den Zeitraum vom 07. Februar bis 13. Februar mit 23 Euro je Stück angegeben. Das ist zur Vorwoche ein unverändert niedriger Ferkelpreis.

Schlachtsauen: Preise weiter extrem niedrig

Am Markt für Schlachtsauen reicht das vorhandene Angebot weiterhin aus, den bestehenden Bedarf zu decken. Es bleibt in der neuen Schlachtwoche bei unveränderten Preisen, berichtet die VEZG.

Für den Zeitraum vom 10. Februar bis 16. Februar wurde der Preis mit 0,60 Euro je kg SG angegeben. Gegenüber der vorigen Woche wurde der Durchschnittspreis damit nicht weiter verändert. Eine Preisspanne gab es aber nicht.

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