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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise halten sich, Drama am Ferkelmarkt

Ferkel mit gelben Markierungen im Ohr berühren sich mit Ihren Schnauzen
am Mittwoch, 16.09.2020 - 15:45 (Jetzt kommentieren)

Der Markt für Schlachtschweine und Ferkel steht infolge der ASP-Krise weiter unter Schock.

grafischer Verlauf zum Preis für Schlachtschweine in Deutschland mit abfallender Tendenz

„Nach dem vorausgegangenen starken Preisrückgang werden für die neue Schlachtwoche aber unveränderte Preise notiert“, berichtet die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) heute.

Mindestens ebenso kritisch ist die Lage jedoch bei Ferkeln. Trotz der Preissenkung um 12 EUR auf 27 EUR gibt es praktisch kaum Nachfrage nach Ferkeln. Händler berichten über Gebote, die immer noch weit unter diesem Preis liegen. Damit bleiben die Sauenhalter auf ihren Ferkeln sitzen. Ähnlich kritisch ist die Lage für Sauenhalter in den Niederlanden (siehe unten).

Im Fleischgeschäft gab es zuletzt nur leichte Anpassungen bei den einzelnen Artikeln, unterm Strich wurde der gesamte Schlachtkörper jedoch in etwa auf Vorwochenniveau verkauft, berichtete die VEZG. Vor allem die innerdeutsche Nachfrage präsentiert sich noch einmal ordentlich, was auf die besseren Wetterprognosen für die kommende Woche zurückzuführen ist, heißt es weiter.

Ansonsten beschäftigt den Markt natürlich die Exportsituation. Hier ist die Ausfuhr in Drittländer aufgrund der Bestimmungen über zwingend notwenidge Zusicherung über ASP-Freiheit auf den Veterinär-Zertifikaten zum Erliegen gekommen. Auch offiziell haben China, Südkorea und Japan die Lieferungen aus Deutschland gestoppt.

Nun wird sich zeigen, ob die Bundesregierung mit den Chinesen möglicherweise doch noch Ausfuhren nach dem Regional-Prinzip aushandeln kann. Sonst bliebt der deutsche Markt dicht.  

Niederlande: Schweinpreis bricht ein, kein Absatz für Ferkel

Rosafarbene Schweine stehen zusammen im Schwein ein Kopf lugt aus der Herde hinaus

In den Niederlanden hat Vion den Schweinepreis diese Woche um 8 Cent auf 1,44 Euro gesenkt. Nach Angaben des Unternehmens gab es bereits vor dem ASP-Fall in Deutschland mehr als genug Schweinefleisch für den europäischen Markt. Diese Kombination erzeugt mächtigen Preisdruck. In den Niederlanden war der Schweinepreis in der Woche zuvor sogar angestiegen, nachdem er wochenlang bei 1,47 Euro pro kg Schlachtgewicht gelegen hatte.

Marktexperten können nicht sagen, welche Konsequenzen der ASP-Ausbruch in Deutschland für die niederländischen Schweinehalter mittelfristig haben wird.

Dabei ist das Drama auf dem Ferkelmarkt vielleicht noch größer, berichtet das niederländische agrarportal Nieuwe Oogst. Auch niederländische Ferkel werden kaum noch nachgefragt. Laut dem Marktexperten Benny ten Thije von Varkenshandel Dijk sehen viele südeuropäische Importeure die Niederlande gewissermaßen als „eine Provinz Deutschlands“. „Sie trauen sich wegen ASP nicht mehr, Ferkel von hier zu kaufen.

Schlimmer kann es nicht werden als diese Woche", sagte Thieje gegenüber Nieuwe Oogst.

Schweinepreise bleiben auf 1,27 Euro stehen

Die VEZG meldet für den Zeitraum vom 17. September bis zum 23. September einen Schweinepreis von 1,27 Euro je Indexpunkt. Zur vorigen um 20 Cent abgestürzten Notierung haben sich die Preise damit nicht weiter verändert. Eine Preisspanne gab es nicht.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine wurde mit 259.300 Stück angegeben und war damit gut 9 Prozent größer als in der Vorwoche, als 237.600 Schweine angemeldet wurden.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 97,2 kg angegeben. Das ist im Vergleich zur Vorwoche ein Rückgang von 0,1 kg Schlachtgewicht.

Ferkelpreise brechen dramatisch ein

Grafik zum abstürzenden Ferkelpreis im September 2020 in Deutschland infolge der ASP

Der deutsche Ferkelmarkt steht durch das ASP-Geschehen unter Druck. Vor dem Hintergrund der deutlich abgeschwächten Nachfrage geben die Ferkelpreise in der laufenden Woche stark nach, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wird für den Zeitraum vom 14.09. bis 20.09.2020 weiterhin mit 27 Euro je Stück angegeben. Händler berichten über Gebote, die immer noch weit unter diesem Preis liegen.

Gegenüber der Vorwoche wurde der Ferkelpreis damit um 12 Euro nach unten korrigiert.

Sauenpreise fallen um 10 Cent

Der Schlachtsauenmarkt wird ebenfalls durch das ASP-Geschehen beeinflusst. Deutlicher reduzierte Preise sind in der neuen Schlachtwoche nicht zu verhindern, berichtet die VEZG.

Für den Zeitraum vom 17. September bis zum 23. September, wurde der Preis mit 0,71 Euro je kg SG angegeben. Gegenüber der Woche ist der Durchschnittspreis damit um 10 Cent gefallen. Die Preisspanne lag zwischen 0,71 und 0,75 Euro je kg SG.

 

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