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Schweinepreise zum Jahreswechsel weiter katastrophal niedrig

Schweine und Ferkel im Stall
am Mittwoch, 30.12.2020 - 14:33 (Jetzt kommentieren)

Der Schweinepreis verharrt zum Jahreswechsel auf dem niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren. Weitere Schlachtunternehmen wollen Solidarzuschläge des Einzelhandels auszahlen.

Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) meldet für den Zeitraum vom 30. Dezember bis zum 6. Januar 2021 unverändert einen Schweinepreis von 1,19 Euro je Indexpunkt. Die Notierung bleibt damit weiter auf dem niedrigsten Stand seit Januar 2011. Eine Preisspanne nannte die VEZG auch diese Woche nicht.

Nach vielen Turbulenzen endet das Jahr 2020 am Schlachtschweinemarkt nun aus Sicht der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sehr ruhig. Die Notierungen des Schweinepreises in den europäischen Mitgliedsländern zeigen über die Feiertage und den Jahreswechsel keine Veränderung: Sie bleiben stabil auf aus Erzeugersicht katastrophal niedrigem Niveau.

Westfleisch reduziert den Solidarzuschlag erstmals

Westfleisch reduzierte den „Solidarzuschlag“ für die vergangene Schlachtwoche auf 2 Euro je Schlachtschwein. In der Vorwoche hatte der Zuschlag zur Einführung noch 2,50 Euro betragen.

Das Geld für den Solidarzuschlag stammt aus den Zusatzerlösen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) aus ausgewiesenen Verbraucherpreisanhebungen für bestimmte Teilstücke, die bei der Genossenschaft gesondert eingehen. Der Bonus wird von Westfleisch jeweils rückwirkend mit der Schlachtabrechnung an die Erzeuger weitergegeben.

Tönnies will ab Januar die Preiszuschläge durchreichen

Nach ISN-Informationen will auch die Tönnies-Gruppe künftig einmal pro Woche die durch den Lebensmittelhandel zur Verfügung gestellten Summen für die Vorwoche für alle gelieferten deutschen QS-Schlachtschweine auszahlen. Die Beträge sollen als Solidaritätsbonus des jeweiligen Lebensmitteleinzelhandels kenntlich gemacht und von den Vermarktern mit gleichlautender Benennung komplett an die Landwirte ausgezahlt werden.

Tönnies will den Bonus rückwirkend ab der Kalenderwoche 51 anwenden. Das Geld werde allerdings aus organisatorischen Gründen erst zum Jahresbeginn ausgezahlt.

Auch Vion will schnellstmöglich Boni ausweisen

Auch bei Vion sollen die Sonderzahlungen des LEH wöchentlich und zu 100 % an die Landwirte innerhalb der Lieferkette weitergegeben werden. Genaue Details gab Vion noch nicht bekannt.

Zur Gewährleistung einer sicheren und transparenten Umsetzung der Sonderzahlungen seien im Vorfeld noch organisatorische Maßnahmen notwendig, berichtete die ISN. Die Vion-Gruppe will Anfang des neuen Jahres mit der rückwirkenden Auszahlung schnellstmöglich beginnen.

Die aktuellen Schweinepreise können Sie hier einsehen.

Mit Material von VEZG, ISN
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