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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise: Kein Ende der Krise zu erkennen

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am Mittwoch, 20.10.2021 - 15:13 (Jetzt kommentieren)

Schweinehalter, die auf eine Preiserholung gehofft haben, werden auch diesmal bitter enttäuscht. Die Preise für Schweine, Ferkel und Sauen bleiben im Keller.

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Zu groß ist offenbar das Angebot an Schweinen und Fleisch am deutschen und europäischen Markt. Der Wochenbericht der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) zeigt jedenfalls: Die Zahl der zur Vermarktung angemeldeten Schweine hat sich noch einmal sehr kräftig erhöht. Dabei ist nicht nur die die relativ verhaltene Nachfrage in Deutschland und Europa ein Problem sondern auch die begrenzten Schlachtkapazitäten wegen fehlender Arbeitskräfte – berichtet jedenfalls die Interessengemeinschaft deutscher Schweinhalter (ISN).

Das Angebot am deutschen Schlachtschweinemarkt fällt im Verhältnis zu den möglichen Schlachtungen weiterhin gut ausreichend aus, stellt deshalb auch die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) in ihrem Wochenbericht fest. Die Preise verbleiben deshalb auf unverändert auf niedriger Basis. Im Fleischgeschäft hat sich zuletzt aber wenigstens eine stabile Situation eingestellt, sind die Marktbeobachter überzeugt.

Der Grund: Die Spannen im Verkauf der Teilstücke blieben überwiegend auf Vorwochenniveau. So konnten die Schlachter den gesamten Schlachtkörper knapp unverändert verkaufen und haben erst einmal keinen Grund für weiteren Preisdruck oder Hauspreise.

Für die kommenden die kommende Woche erwartet die VEZG jedoch wenig Veränderung, um nicht zu sagen keine Verbesserung der sehr kritischen Lage. Denn: Nach wie vor schreiben Mäster und Ferkelerzeuger hohe Verluste – für sie bleibt die Schweinhaltung also weiter ein Verlustgeschäft.

Keine Private Lagerhaltung – dafür nationale Hilfsmaßnahmen?

Am europäischen Schlachtschweinemarkt stabilisieren sich die Notierungen überwiegend auf dem bestehenden Niveau, berichtet die Interessengemeinschaft deutlicher Schweinhalter (ISN). Lediglich in Spanien geben die Preise nochmals um 3 Cent nach. Das erhöht leider auch den Preisdruck am innereuropäischen Markt. Dabei nimmt das Angebot auch an Schweinen auch aus saisonalen Gründen zu.

Das ist für eine Preiserholung alles andere als  gut. Neben einem reichlichen Fleischangebot am innereuropäischen Markt sorgt auch der Arbeitskräftemangel in der Fleischbranche für einen Rückstau bei der Schweineschlachtung.

Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche eine Bezuschussung der Privaten Lagerhaltung von Schweinefleisch als Marktstützungsmaßnahme abgelehnt. Stattdessen schlägt man nationale Hilfsmaßnahmen vor. Doch was soll das sein?

Schweinepreise unverändert bei 1,20 Euro – Angebot wächst kräftig

Für den Zeitraum vom 21. Oktober bis 27. Oktober notiert die VEZG einen Schweinepreis von 1,20 Euro je Indexpunkt. Zur vorigen Notierung haben sich die Preise damit nicht verändert. Die Preisspanne bleibt relativ groß – und liegt zwischen 1,20 und 1,25 Euro.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war mit 300.300 nochmals deutlich um fast 6 Prozent größer als in der Vorwoche für die 283.900 Tiere abgerechnet wurden.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 97,8 gemeldet. Das ist im Vergleich zur Vorwoche unverändert hohes Schlachtgewicht und deutet zusammen mit den hohen Angebotszahlen auf einen erheblichen Angebotstau bei Schweinen hin.

Ferkelpreise unverändert auf Rekordtief

Ferkelpreise.

Am deutschen Ferkelmarkt stehen sich Angebot und Nachfrage zumindest regional wieder etwas ausgeglichener gegenüber. Die Preise verbleiben in der laufenden 42. Woche unverändert auf dem zuvor erreichten Niveau, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wurde für den Zeitraum vom 18. Oktober bis 24. Oktober mit gerade einmal 18 Euro je Stück angegeben. Das ist zur Vorwoche ein unverändert niedriger Preis.

Schlachtsauen: Preise bleiben im Keller

Schlachtsauen werden fortgesetzt reichlich angeboten, so dass das Angebot die Nachfrage mitunter übersteigt. Die Preise verbleiben in der neuen Schlachtwoche auf ihrem niedrigen Niveau, berichtet die VEZG.

Für den Zeitraum vom 21. Oktober bis 27. Oktober wurde der Preis weiterhin mit 0,60 Euro je kg SG angegeben. Gegenüber der Woche wurde der Durchschnittspreis damit nicht verändert. Eine Preisspanne gab es nicht.

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