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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise: Keine Entwarnung für Schweinehalter - im Gegenteil!

Mastschweine in einem Schweinestall
am Mittwoch, 02.12.2020 - 15:07 (1 Kommentar)

Keine Entwarnung für Schweine-Mäster und Ferkelerzeuger. Der Markt ist weiter geprägt von einem zu großen Angebot und anhaltendem Preisdruck – bei Schweinen und Ferkeln – aber auch bei Fleisch.

Fallende Schweinepreise in Deutschland

Hauptgrund für die Krise ist die limitierte Schlachtkapazität in Deutschland. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN)  findet, dass es zwar in kleinen Schritten in die richtige Richtung geht, der Knoten wurde bislang aber noch nicht durchschlagen. Die Folge: Weiterhin drückt ein Riesenberg von Schweinen auf den Markt.

Die ISN warnt zudem: „Die Sorgen in Bezug auf die Schlachtungen an den Weihnachtsfeiertagen haben Bestand, auch in anderen EU-Mitgliedsländern.“ Die Misere lässt sich europaweit an den Preisen ablesen. Ganz besonders niedrig sind die Schweinepreise derzeit in Deutschland und Belgien. Ursache in Deutschland ist vor allem die Sperrung von Schweinefleischexporten in Drittländer wegen ASP.

Aufgrund der Preismisere wird in Deutschland intensiv nach Lösungen für die schwierige Lage der Schweineerzeuger gesucht. Beim Krisengipfel zum Schweinestau am vorigen Freitag wurden offenbar auch Finanzhilfen für Schweineerzeuger diskutiert sowie Beihilfen zur Privaten Lagerhaltung (PLH) ab Januar. Die ISN lehnt die PLH jedoch als nicht zielführend ab, da sie nach Einschätzung der ISN-Experten die Erzeuger nicht direkt entlastet und eine Markterholung sogar verzögern würde.

Fleischpreise fallen noch weiter

Mastschweine in einem Schweinestall

Im Fleischgeschäft waren die Spannen bei den meisten Artikeln erneut unter Druck. Vor allem Edelteile sind nach wie vor belastet. Die Preise für Schweinefleisch wurden – je nach Teilstück – erneut zwischen 2 und 9 Cent gesenkt. Das erhöht natürlich auch den Druck auf die Schweinepreise.

Der Lockdown führt ganz offensichtlich dazu, dass die Nachfrage der Restaurants und Kantinen stark rückläufig ist, berichtete die VEZG. Und für die kommenden Wochen wird kaum Besserung erwartet. Eine weitere Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen scheint  - angesichts der aktuellen Diskussionen in der Politik - sogar möglich.

Für die kommende Woche ist deshalb maximal mit stabilen Preisen zu rechnen. Aufgrund der Verunsicherung einiger Marktteilnehmer können sind weitere Abschläge jedoch nicht ausgeschlossen, berichtet die VEZG.

Schweinepreise weiter bei 1,19 Euro

Am deutschen Schlachtschweinemarkt sind weiterhin aufgestaute Angebotsstückzahlen schlachtreifer Schweine festzustellen. Die Schweinepreise verbleiben in der neuen Schlachtwoche auf unverändert niedriger Basis, berichtet die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG).

Die VEZG meldet für den Zeitraum vom 03. Dezember bis zum 09. Dezember einen Schweinepreis von 1,19 Euro je Indexpunkt. Zur vorigen Notierung bleiben die Preise unverändert – und befinden sich gleichzeitig auf dem tiefsten Stand seit Januar 2011. Eine Preisspanne gab es auch diesmal nicht.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war erneut sehr hoch und wurde mit 334.000 angegeben. Das waren gut 21 Prozent mehr als in der Vorwoche, für die 275.100 Schweine abgerechnet wurden.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 100,9 kg angegeben. Das ist im Vergleich zur Vorwoche keine Veränderung. Den aktuellen Marktpreis für Schweine erhalten Sie in der Marktübersicht auf agrarheute.

Ferkelpreise weiter bei 22 Euro

Verlauf der Ferkelpreise zwischen 2012 und 2020

Nach den vorangegangenen Preisabschlägen stabilisiert sich der deutsche Ferkelmarkt auf äußerst niedrigem Niveau. In der laufenden 49. Kalenderwoche kann mit unveränderten Preisen gerechnet werden, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wird für den Zeitraum vom 03. November bis 06. Dezember mit 22 Euro je Stück angegeben.

Gegenüber der Vorwoche sind das unveränderte Ferkel-Preise – und zugleich das niedrigste Niveau seit mindestens 10 Jahren. Wie hoch der aktuelle Wochenpreis für Ferkel ist, können Sie im Marktbereich von agrarheute einsehen.

Sauenpreise verharren bei 0,65 Euro

Das anhaltend umfangreiche Schlachtsauenangebot findet im Wesentlichen seine Käufer. Die Auszahlungspreise verbleiben dabei auf sehr niedriger Basis, berichtet die VEZG.

Für den Zeitraum vom 03. Dezember bis zum 09. Dezember wurde der Preis mit 0,65 Euro je kg SG angegeben. Gegenüber der Woche davor, wurde der Durchschnittspreis damit nicht verändert. Eine Preisspanne gab es auch nicht.

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